Das geistige Erbe

Sep 21st, 2009 von Maximilian Buddenbohm

Es wird Herbst. Wenn der Wecker morgens klingelt, ist es viel dunkler draußen, als es noch vor wenigen Wochen war. Das nimmt man als Erwachsener vergleichsweise gelassen zur Kenntnis, so originell kann man den Wechsel der Jahreszeiten nach ein paar Lebensjahrzehnten eben nicht mehr finden. Ganz anders Sohn I, für den es noch eine ziemlich neue Erfahrung ist. Heute morgen wachte er auf, blickte in die Dunkelheit ringsum und sagte dann fordernd: “Mehr Licht”!

Er scheint doch sehr begabt zu sein. Andere mußten erst ein ganzes Leben als Genie verbringen, um im letzten Moment zu dieser prägnanten Formulierung zu gelangen.

3 Kommentare

  • Andere Quellen berichten, Goethe habe eigentlich in seinem heimischen Dialekt angesetzt zu sagen: “Mer liecht hier so schlecht”, es aber nicht mehr ganz geschafft.
    Diese Absicht ist aber bei dem hamburgisch erzogenen Sohn wohl auszuschließen.

  • Ich erinnere mich an die Formulierung: “Los!! An!!”

    Ist aber ein paar Jahre her. Heute muss ich denen mit Lichteinfallswinkel, Tag-Nacht-Gleiche und so unpoetischem Zeug kommen.

  • unser Sohn sucht auch noch das Licht:
    - zieht nun morgens die Vorhänge auf um enttäuscht zu werden
    - “Papa heller machen”

    Jeden Morgen ein neues Wunder, statt heller wird es dunkler….