Déjà-vu
Sohn II sieht nicht nur fast genau so aus wie Sohn I, er kam nicht nur genau wie sein Bruder einigermaßen mühevoll und ziemlich langsam zur Welt, er scheint ihm auch sonst alles nachmachen zu wollen. Inklusive der Neugeboreneninfektion, die der Herzdame und dem Kind schon vor zwei Jahren eine Woche Klinikaufenthalt mehr als gedacht beschert hat. So etwas ist kein Riesendrama, aber man könnte doch ganz gut darauf verzichten.
Gleiche Entbindungsstation, fast exakt gleiches Datum, gleich aussehendes Kind, gleiche Symptome, gleiche Behandlung. Wir gehen auf die Neugeborenenstation und bekommen dort tatsächlich das gleiche Bettchen wie vor zwei Jahren. Es wird uns auch von der gleichen Schwester gezeigt, die schon vor zwei Jahren Dienst hatte. Die Schwester sieht uns an, sie sieht das Kind an, sie sieht sehr verwirrt aus. “Wir kommen öfter”, sage ich zur Erklärung und zeige auf unsere Dankeskarte von damals, die noch an einer Pinnwand an der Wand hängt.
“Dann also in zwei Jahren wieder?” fragt die Schwester. Ich sehe die Herzdame an. Sie hat gerade eine 24-Stunden-Geburt hinter sich, ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für dieses Thema, denke ich. “Schauen wir mal”, sagt sie.
Man muß sie einfach lieben.






Und ich hatte diesmal doch so gewünscht, dass es ohne die Komplikationen vonstatten gehen würde.
Aber warten Sie ab, auch wenn ich schon wieder unsere Söhne bemühen muss: sie sahen und sehen sich manchmal unglaublich ähnlich und doch sind sooo unterschiedlich und genau das ist gut so.
Und eine zarte Frage: war Sohn II denn auch ein Sternengucker, oder hat er sich wenigstens da von seinem Bruder unterschieden. (bin nur deshalb so neugierig, weil ich selbst Sternenguckerin war und Sohn II auch – Sohn I interessanterweise nicht).
Nein, kein Sternengucker. Es ist nicht alles ganz gleich. Er hat zum Beispiel auch keine abstehenden Ohren, wie sein Vater und sein Bruder. Ich mag ihn trotzdem.
Leider ist so eine Entbindung ja selten romantisch, nicht von ungefähr wird sie von den Amis “labour” genannt. Man kann dem Kleinen nur wünschen, dass er seinen Vater und Bruder auch mögen möge.
Ich hatte gehofft, diesmal ginge alles glatt … War wohl nüscht.
Nichtsdestoweniger mit Verspätung die allerbesten Glückwunsche !
*schnief*
Da kann man wohl als Mutter erst mit einem gewissen Abstand drüber lachen. So 24h können schon ganz schön an die Nieren gehen. Wozu bracuht man noch Folter, wenn’s eine Gebrt auch tut?
Tapfer, tapfer liebe Maret! Ich kann es dir so nachfühlen! The same procedure haben wir dir/euch wirklich nicht gewünscht!!! Will man so ein Déjà-vu bei der Geburt…? Ich glaube nicht! Hoffentlich wirst du jetzt besonders aufmerksam von den Schwestern gepflegt und deine Männer halten extra Knuddeleinheiten für dich bereit!
Immerhin darf Julius seinen großen Tag weiterhin alleine feiern. Auch wenn euch die nächsten Jahre jetzt wohl wilde Jungsparties um diese Zeit ins Haus stehen!!! Grins!