Neu auf dem Nachttisch

Aug 22nd, 2009 von Maximilian Buddenbohm

Das ist natürlich auch praktisch, wenn man Bücher geschenkt bekommt, für welche andere schon einmal die Rezension geschrieben haben, manche erinnern sich vielleicht an die Besprechung bei Isa zu: James Krüss – Mein Urgroßvater und ich.

Ein Buch, das ich schon als Kind geliebt habe, wie alles von James Krüss. Sollten Sie James Krüss nicht kennen, dann schämen Sie sich und holen Sie das nach. Mit oder ohne Kinder.

“Mein Urgroßvater und ich” erschien zuerst 1959 und beginnt so:

“Mein Urgroßvater war ein weiser Mann. Als er fünfundsechzig Jahre alt war, zog er das Boot und die Fangkörbe, mit denen er sein Leben lang Hummer gefangen hatte, an Land und fing zu drechseln an. Er drechselte Drehkreisel und Gedichte für Kinder, was – wie jeder zugeben muß – eine weise Beschäftigung ist.”

11 Kommentare

  • Ja, ich habe das auch als ein ganz herrliches Buch in Erinnerung. Schon viel zu lange her, dass ich das gelesen habe; vielleicht sollte ich mal wieder.

  • Matthias Sch.

    jaaaahhhh das war echt toll. Habe ich irgendwie beim Ausziehen bei meinen Eltern damals auf der Strecke gelassen (oder mein Bruder war schneller, I don’t know ;-)), vor Ewigkeiten…..

    Am besten waren ja die ABC-Gedichte, die kriege ich teilweise immer noch zusammen:

    Zanthens Yacht Xanthippe war
    völlig unberechenbar
    trieb stets regelwidrif quer
    prosperierte oft nicht mehr
    landete kreuz-jammerbar
    in Hawaii/Honolulu/??? gar [hier ist irgendwas schräg]
    Fuhr entgegenkreuzend dann
    Cubas Blumenküste an.

    (soweit hab ich’s noch im Kopf, Lücken und Fehler bitte ergänzen bzw. korrigieren)

    Muss mir das irgendwann einfach mal wieder zulegen.

  • James Krüss – ja! Aber leider gibt es bei im Osten aufgewachsenen Menschen eine James Krüss-Lücke. Früher nie gehört. Genauso wie eine Christine Nöstlinger-Lücke. Dass muss man sich als Erwachsener erst im Nachhinein aneignen… Dieses erwähnte Buch nehme ich gern als Lese-Tipp an.

  • @Matthias Sch.: “im Haitihafen gar”, wenn ich mich nicht irre.

  • Ich hätte gerne einen Grossvater gehabt, Geschweige denn einen Urgrossvater. Ich habe sie leider verpasst. Oder sie mich. Eine Frage der Perspektive.

    Als einziges und sehr spätes Kind von zwei jüngsten Geschwistern war es mir nicht vergönnt. Aber Grossmütter sind auch nicht schlecht. Ich habe sie in guter Erinnerung. Beide hatten goldene Damen-Taschenuhren an goldenen Ketten, mit denen ich gespielt habe, als ích auf deren Schoss sass.

  • PS: Ich habe übrigens vor einigen Jahren das Tagebuch meiner schwedischen Grossmutter wiedergefunden, Aus den Jahr 1956, darin beschreibt sie ihre Reise aus der tifsten dunkelsten schwedischen Provinz per Frachtschiff nach Istanbul, um ihre Toch´ter, also meine Mutter, mich, meinen vater und ihre merkwürdige Verwandtschaft im Orient zu besuchen, Eine Frau, die nie vorher oder später je etwas geschrieben hat. Ihre erste Reise aus dem Drei-Häuser-Dorf. es gibt auch schöne Fotos aus dieser Zeit. Ich muss sie mal wieder herauskramen.

  • Tschuldigung. es war 1955. Und das ist díe Geschichte dahinter.

  • @ Skiopode : komisch, kann eigentlich nicht sein. die bücher gab es. ich erinnere mich an timm thaler, an den urgoßvater und einiges anderes, das mir leider entfallen ist. es waren sogar sehr liebevoll ausgestattete hardcover.

  • Hier ist ein Artikel über James Krüss – und seine Nichte Frau Rickmers-Liebau, seine Nachlassverwalterin. Sie schickt bei Interesse Bücher an Schulen (s. Artikel, letzter Absatz 1. Seite). Vielleicht ein Tipp für diejenigen von Euch mit Schulkindern? Meine Tochter (12) hat das Buch auch in der heutigen Zeit noch gern gelesen. Ich hatte befürchtet, dass es ihr zu altmodisch ist.
    http://tinyurl.com/l27t97

  • Liebe kittykoma,

    achso? Dann ist es wohl ein Bildungsverschulden meines Elternhauses? Timm thaler kannte ich nur als Westfernsehen. Mh, aber man kann es ja ändern :O)

  • Wahnsinn, dass ihr das Gedicht die unberechenbare Yacht wirklich hinbekommen habt. Ich habe extra nachgeschaut, Haiti-Hafen ist die richtige Version =)

    Meine lieblings Geschichte aus dem Buch ist die von den Wipp-Wapp-Häusern. Die war mir auch in meinem jüngsten Leben noch recht hilfreich, bei Kollegen die sich emsig bemühten der deutschen Sprache Herr zu werden und die Artikel einfach nicht auf die Reihe bekamen.
    Und einer der letzten Sätze im Buch trifft es Punkt genau:
    Spiele und lerne, Boy! Das Leben ist kurz!