Neu auf dem Nachttisch

Stevan Paul: Monsieur, der Hummer und ich – Erzählungen vom Kochen. Sehr angenehm, wenn Menschen aus dem Freundeskreis Bücher schreiben, da weiß man wenigstens, was man kaufen muß. Wenn sie dann noch gute Bücher schreiben, um so besser. Stevan Paul, den kennen Sie natürlich von da. Oder zum Beispiel von zahllosen Hamburger Lesungen, die er organisiert oder bestritten hat.

Das Buch, versteht sich, sollten Sie alle kaufen, es ist grandios geschrieben, exzellent bebildert und enthält nicht nur Geschichten sondern auch noch Rezepte. Der eine oder andere wird auch zu schätzen wissen, daß das Buch sehr schön gestaltet ist, was einem leider nicht mehr sehr oft begegnet. Bestellen Sie das Buch einfach direkt beim Hamburger Mairisch-Verlag und machen Sie es gleich, so oft gibt es hier ja keine Aufforderungen zum Kauf, da können Sie sich schon mal einen Ruck geben. Wenn Ihnen diese Erzählungen keinen Spaß machen, ist Ihnen literarisch nicht mehr zu helfen, wenn ich das mal so dezent andeuten darf.

Die erste Geschichte in dem Buch, „Der Tanz der Schlachter“ beginnt so:

„Fettiger Rauch steigt von ungezählten Grillrosten hinauf in die backsteinschwere Mittagshitze, verwirbelt zwischen akkurat gestutzten Hecken. Es ist ganz still hinter den grünen Abgrenzungen, nur die Kinder stürmen ans Gatter, wenn sich die Fremden nähern, winken, lachen. Es ist ja sonst nichts los hier, die rostigen Wippen langweilen, und im Garten welken die Erziehungsberechtigten auf sonnengebleichten Liegestühlen.“

3 comments

  1. Andreas

    Mein erster Eindruck: Huch, ist das klein.
    Mein zweiter Eindruck: Huch, ist das leicht.
    Mein dritter Eindruck: Huch, ist das schick.

    Die Texte, ach was: Die Erzählungen, die einen in teils bester Kleist’scher Satzbautradition mitten ins Geschehen werfen, sind ein Leseerlebnis für sich und können wohl nur mit dem Begriff „Kleinod“ ansatzweise treffend beschrieben werden. Wunderbar.

    (Ich hoffe, ich trete Herrn Paulsen nicht zu nahe, wenn ich erwähnte, daß mich die Schwarzweißfotos ein klitzekleinesbißchen an das Dr.-Oetker-Schulkochbuch von 1960 erinnern, aber erstens ist das in meinen Augen etwas positives und zweitens ist mein Erfahrungsschatz Kochbücher betreffend eher gering, da Rezepte in meiner Familie handschriftlich überliefert werden. Vielleicht liegt’s auch nur an der Schwarzweißigkeit.)

    Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Huch, ist das schick. Sehr, sehr schick sogar. Davon werde ich welche verschenken an Leute, die ich mag.

  2. Desideria

    Hoffentlich kann ich es an einem Büchertisch kaufen, in dessen Nähe sich der Autor befindet, dann kann ich ihn zu einer Widmung nötigen und noch einige jungfräuliche Exemplare zum Verschenken kaufen …

  3. Herr Paulsen

    Andreas, vielen Dank, mit dem Kleist-Bezug schmeicheln Sie mir! Was die Fotos betrifft bin ich beruflich in der professionellen Food-Foto-Verführungs-Industrie tätig und es war mir ein großes Anliegen mal allen Tand über Bord zu werfen, Farbe und fertige Speisen. Ich wollte das mal so richtig reduziert. Noch vor Weihnachten erscheint dann wieder ein Dr. Oetker Keks-Backbuch an dem ich mitgewirkt habe:-)

    Desideria, ich vernehme das mit Freude und bin mir sicher, das lässt sich sicher einrichten! Auf Nutriculinary.com finden sich alle Lesetermine, sonst signiere ich für Dich natürlich auch gerne mal im Kaffeehaus.

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