Spaziergang durch die Hafencity
“Man wird nicht wohnen wie gewohnt an den Hafenbecken der HafenCity und am Elbufer. Das Viertel bietet neue Modelle für Eigentums- und Mietwohnungen, für Bau-Gemeinschaften, für Luxuswohnungen und Genossenschaftskonzepte. Es ist eine Rückkehr zu alten, hanseatischen Wohntraditionen mit Häusern, die sich zur Straße und zum Wasser öffnen. Und man erlebt nach Jahrzehnten der Planung von Wohnquartieren auf der grünen Wiese die Rückbesinnung auf die Qualitäten der europäischen Stadt mit ihren vernetzten Nutzungen, mit Wohnen und Arbeiten, mit Freizeit, Sport und Kultur an einem Ort manchmal sogar unter einem Dach.“ Zitiert nach www.hafencity.com.
Nun ja.
Nachtrag: Zu diesem Thema bitte auch den Eintrag von Cem lesen.




Ähm … so sehen in Wien irgendwelche fantasielosen Bürogebäude aus den 80er-Jahren aus … Schade um die Chance, alte Baukunst mit neuen Ideen zu verflechten.
Man müßte noch viel mehr Bilder machen, um den Widerspruch zwischen Text und Wirklichkeit genau zu zeigen. Habe mir vorgenommen, da öfter hinzugehen.
Herr Cem stellt die Frage, ob man ganze Stadtteile dergestalt sozusagen aus dem Boden stampfen kann. Ich sage ja, allerdings mit Vorbehalt:
– Von vornherein muss auf eine Symbiose zwischen den angrenzenden Stadtbereichen und dem neu zu errichtenden Teil abgezielt werden.
- Ganz, ganz wichtig sind meiner Ansicht nach Studien über tatsächliche und zu erwartende Lebensgewohnheiten und räumliche Bewegungen der Menschen dort und im Umfeld.
- Ebenfalls eminent wichtig ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr in seiner jeweils schnellsten Form
- Sobald das Hauptmotiv einer baulichen Erneuerung massivster finanzieller Zugewinn ist, wird das Projekt mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern, weil eben nicht mehr der Mensch, sondern nur mehr das Geld im Mittelpunkt stehen.
In Wien gibt es zwar aus der jüngeren Vergangenheit keine ganzen Stadviertel, die auf diese Weise geschaffen wurden, aber ein paar große Bürokomplexe, die, obwohl keineswegs am Stadtrand situiert, grandiose Flops waren und noch immer sind. Positives Gegenbeispiel: Die Ringstraße, nach der sogar der gleichnamige Baustil benannt wurde, und welche damals die gelungene Verbindung zwischen der Inneren Stadt und den früheren Vorstädten darstellte.
Danke für den Backlink, Merlix.
Es sollte eigentlich ein Kommentar zu deinem bebilderten Artikel werden. Ich kam einfach ins Schreiben. Es wurde ein Artikel bei mir… Ich weiss nicht wirklich, was ich von der HafenCity heute halten soll. Bin ziemlich ambivalent. Manchmal belehrt uns die Geschichte eines Stadtteils über die Jahre eines Besseren. Ich fürchte aber, hier nicht.
Ich bin schon auch bereit, mich auf etwas Neues einzulassen. Aber ich scheitere in der Hafencity an der Novemberfrage. Möchte man da an einem Novemberabend durch die Strassen nach Hause gehen? Klares Nein. Da möchte man eher einen Krimi drehen.
Krimi. Gute Idee. “Der Kadaver am Kaiserkai”. Eine halbaufgelöste Leiche treibt im Wasser und grinst eine Busladung aus Bargteheide bei ihrem frühen Sonntagsausflug an… Oder kamen sie aus Mölln? Aber das ist ein anderer Mord.
….und dann das noch:
http://www.welt.de/hamburg/article2447021/Millionen-Brueckenspinnen-bevoelkern-die-Hafencity.html
Das mit den Spinnen habe ich auch gelesen, ist ja echt übel… igitt…
Ja man kann sich immer nur wundern, was die Stadtplaner und Architekten aus den Chancen, sich mal richtig auszuleben und Lebensraum zu gestalten, machen: Meistens unpersönlichen Einheitsbrei, den in 10-15 Jahren keiner mehr sehen will und in dem auch keiner mehr wohnen, leben, arbeiten will.
Schlechte Beispiele dafür: HH-Hafencity, wie hier gezeigt, oder auch Potsdamer Platz in Berlin. Wobei sich in Berlin in der ganzen Stadt offensichtlich sowieso nur die Architektur-Praktikanten verwirklichen dürfen.