Februar, 2009 Archives

6
Feb

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Street-Art

Frühlingshaftes Wetter heute, in Hamburg. Und drüben im Westen ist das neue Wochenhoroskop online – viel Spaß.

6
Feb

Motorsportmerlix

by Maximilian Buddenbohm in

Morgen gehen wir uns Autos ansehen. Natürlich mit einem Freund, der sich mit so etwas auskennt, ich stelle mich nur daneben und murmele auffallend kompetente Beiträge wie etwa „Oh Schwarz! Hübsch!“.

Eigentlich aber müßten wir, um zu wissen, welches Auto für uns richtig ist, probeweise den Kinderwagen ein paarmal in den Kofferraum wuchten. Am besten den möglichst frisch verschlammten Kinderwagen, aus dessen Innenraum frisch angesabberter Zwieback bröselt, denn nur dann weiß man, wie dreckig man sich beim Einladen an welchen Körperteilen macht. Eigentlich müßten wir auch etwa drei bis vier Kubikmeter Kinderzubehör probeweise auf die Rückbank verteilen, natürlich nachdem wir da den Kindersitz eingebaut haben. Eigentlich müßten wir dann den Sohn auf diesem Kindersitz längere Zeit herumschnullern lassen, denn eine wirklich spannende Frage bei einem Auto, viel spannender als zum Beispiel die Höchstgeschwindigkeit, ist die Frage, wie schnell man einen weggeschleuderten Schnuller wiederfindet, womöglich auf der Autobahn und ihn angeschnalltem Zustand vom Vordersitz nach hinten angelnd. Je mehr Abgründe und Spalten ein Auto hat, in denen sich Schnuller dematerialisieren können, desto ungeeigneter ist es für uns.

Eigentlich müßte der Sohn probeweise etwas Schokolade im Auto essen, damit wir sehen können, wie pflegeleicht die Sitze sind. Eigentlich müßte er im Auto auch etwas Apfelsaft trinken, damit wir wissen, wie schnell die Sitze wieder trocknen. Eigentlich müßten wir das alles sogar mit zwei Kindern testen, denn der Sohn hat sehr oft seinen besten Kumpel dabei. Der beste Kumpel hat morgen sogar Zeit.

Die Autoverkäufer werden uns lieben, glaube ich.

2
Feb

Fortsetzung der Schweinerei

by Maximilian Buddenbohm in

Und kaum fährt man tatsächlich los und über Land, schläft der Herr Sohn seelenruhig ein und denkt gar nicht daran, sich für das Nutzvieh hinter den Gattern an den Landstraßen zu interessieren. Wahrscheinlich hätte er es sogar für eine echte Schweinerei gehalten, wenn wir ihn geweckt hätten, nur um ihm eine Sau zu demonstrieren. Wobei das ohnehin nicht einfach gewesen wäre, denn die vermeintlich lustig freilaufende Biosau wohnt in kleinen Holzhütten, die sie bei Kälte klugerweise nicht verläßt. Kleine Holzhütten, die ähnlich wie große Kisten aussehen. Und ich wollte dem Sohn auch nicht so eine Bretterkiste mitten auf einem Acker zeigen und sagen “guck mal, das ist ein Schwein”, denn er hat den Kleinen Prinzen ja noch gar nicht gelesen.

So ein altes Auto wie unseres kann übrigens bei einer kleinen Spritztour über Land schon einmal den Geist aufgeben. Noch während der pädagogisch ambitionierte Fahrer nach Schweinen Ausschau hielt, gab der Motor plötzlich säuische Geräusche von sich, fast könnte man wieder von “pötpötpöt” reden, und der Rest der Fahrt verlief etwas, nun ja, spannend. Man kann quasi mit Goethe enden, in diesem ohnehin betont bildungsbürgerlichen Beitrag:

“Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
Und unter ihm der Benz ist tot.”

Wir werden wohl ein wenig Zeit in so schön aktuelle Themen wie Verschrottung, Abwrackprämie und Neuwagenkauf investieren müssen. Wobei mich Autos ungefähr genauso viel interessieren wie etwa das Steuerrecht. Oder das Geschlechtsleben der Mollusken.

Davon dann demnächst mehr. Also vom Autokauf, nicht von den Mollusken.

1
Feb

Neu auf dem Nachttisch

by Maximilian Buddenbohm in

Tamar Yellin: Das Vermächtnis des Shalom Shepher. Roman. Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Der Roman erschien zuerst 2005 und beginnt so:

“In der Woche nach seiner Bar Mizwah, im Frühjahr 1853, trat mein Urgroßvater, Shalom Shepher aus Skidel, in den Stand der Ehe. Er zog zu seinem Schwiegervater, dem Rabbiner von Bielsk.
In jenen Tagen studierte er viel und aß viel. Achtzehn Stunden verbrachte er mit den heiligen Büchern, eine Stunde ging er spazieren, und vier Stunden schlief er. So blieb ihm eine volle Stunde zum Essen, und in dieser Zeit kann man eine Menge zu sich nehmen.
Im ehelichen Schlafzimmer standen eine Kommode, ein Stuhl und ein Bett. Shalom Shepher unterwies seine Frau in den Gepflogenheiten der Ehe. Nachts schlich sie sich hinaus und schlief bei ihren Schwestern.”