Elternzeit (2)
Das Gitter über dem Kellerlichtschacht. Die Fugen zwischen den Gehwegplatten. Das Moos in den Fugen. Dunkelgrünes Moos, hellgrünes Moos, winzige Körner im Moos. Matsch. Halme, Halme, eine Blüte. Eine rote Blüte, eine gelbe Blüte, besser noch mal vergleichen. Das zertretene Innenleben aus einem Überraschungsei. Eine tote Wespe. Steine an der Mauer. Rote Steine, braune Steine, kleine Steine, große Steine. Bröckelnder Mörtel dazwischen. Sand, Krümel, Lehm. Die eigenen Schuhe. Die eigenen Knie, die eigenen Hände. Eine vergitterte Pforte, ein Scharnier, ein Quietschen. Quietschquietschquietsch. Gitterstäbe, Zwischenräume, Gitterstäbe. Geht auch rückwärts! Glasscherben, grünes Gefunkel, nicht anfassen. Sehr schade. Eicheln, Eichelhütchen. Nicht essen, auch sehr schade. Eine Pfütze. Laub in der Pfütze, Laub am Rand der Pfütze. Laub, Laub, Laub. Geraschel überall, Wind in den Zweigen da ganz oben, Wind im Gesicht, Wind an der hochgehaltenen Hand. Warme Sonne, kühler Wind. Da, eine Taube, zwei, drei Tauben!
Zwanzig Meter bis zum Spielplatz – eine Stunde Weg.






Sie schreiben wunderbar.
Spazierenstehen!
Vielen Dank fuer deine Beobachtungen…
Da wird man entweder wie ein meditativer Buddha.
Oder man wird wahnsinnig.
Ich neige leider zu letzterem und beneide hemmungslos jeden, der zum Buddha wird.
Da wird ein Mikrokosmos zu einer ganzen Galaxie. Kleine Hände erforschen genauer, als große das jemals vermögen würden.
Entschleunigen. Danke!
Ja, wunderbar.
ganz großer Text!
“Du kommst auf die Welt, um dir den Kopf zu verdrehn,
Du lachst über Hunde und Deine eigenen Zehen,
Du bleibst, kaum kannst Du laufen, alle zwei Meter stehn,
und fällst auf die Knie, um noch ein Wunder zu sehn.”
(Wir sind Helden: Die Zeit heilt alle Wunder. Trauriges Lied eigentlich.)
Danke!
ja, die Welt ist spannend !! toller Text !!
elternpoesie. schön ist es dies selber auch wiederzuerleben.
Großartiger Text. Aber die Melodie find’ ich noch besser als den Text :)