Neu auf dem Nachttisch

Jul 11th, 2008 von Maximilian Buddenbohm

Johann Gottried Seume: Mein Leben. Zuerst erschienen 1805. Das Buch beginnt so:

“Das Mißliche einer Selbstbiographie kenne ich so gut als sonst irgend jemand; und ich halte mich für nicht wichtig genug, daß überhaupt mein Leben beschrieben werde. Wenigstens wäre es nach vierzig Jahren noch Zeit genug. Ein angesehener Buchhändler bot mir vor einigen Jahren, als die Aspekte am literarischen Himmel noch besser standen, eine beträchtliche Summe, wenn ich ihm die psychologische Geschichte meiner Bildung schreiben wollte. Ich gebe mich aber ungern zu dergleichen Spekulationen her; und es geht etwas gegen mein Wesen, auf meine Kosten, vielleicht etwas eigentümlich, einige allgemeine Wahrheiten zu sagen, die die eine Hälfte längst weiß und die andere Hälfte nicht wissen will.”

1 Kommentar

  • Hallo,

    Seume – find’ ich gut. Als ich noch im Hotel gewohnt habe, las ich die Italienreiseberichte von Seume, Goethe und Herder. Bei Goethe, der in meiner persoenlichen Rangfolge der drei den letzten Platz belegt, erfaehrt man etwas ueber die durchreiste Landschaft, Seume schreibt eher ueber die Menschen. Und das durchaus kritisch und unterhaltsam. Seume steht hier weiter auf der Liste der zu besorgenden Buecher.

    Gruesse