Umbruch
Alles, was nach der Geburt kommt, fühlt sich eigentlich gar nicht mehr wie eine spektakuläre Veränderung an. Man wird eben Vater, man ist es eben plötzlich, man macht einfach alles, was so dazugehört – man steht also um halb sechs auf, um das hellwache und mit Büchern werfende Kind zu bespaßen, man ißt seltsam geschmacklose Zeug äußerst fragwürdiger Konsistenz, weil das Kind es auch essen soll, man versenkt Zäpfchen oder Bananen im Kind, je nach Lage und aus unterschiedlichen Richtungen versteht sich, man singt Kinderlieder mit debilen Texten und krabbelt verblüffend fröhlich und trotz schmerzender Knie und drohendem Hexenschuß auf allen Vieren durch die Wohnung, man kratzt pfeifend Breireste von der einstmals weißen Wand und läßt alle Hoffnung fahren, jemals wieder saubere Kleidung zu tragen. Alles das hat man vorher nicht parat gehabt und plötzlich ist es da, es war wohl immer da, beliebig abrufbar und nichts kommt einem komisch vor, alles ist ganz normal.
Nur heute, als ich mir nach dem vierten heißen Spielplatzsonnentag in Folge die erste kurze Hose seit meiner Kindheit kaufte, da dachte ich für einen kleinen Moment – man macht doch plötzlich sehr, sehr seltsame Dinge.

Ach ja. Plötzlich sieht man die Welt aus einem anderen Sichtwinkel und findet Dinge, die man vorher, ohne Kind, niemals getan hätte, gar nicht mehr so fremd.
Send pix!!!! :-)
Never!
Das sind alles Phasen, die – manchmal leider – sehr schnell wieder vorbei sind. Aus der weisen Sicht der Mutter *hach* einer heftig pubertierenden Tochter denke ich, dass die ersten sechs Jahre mit einem Kind vielleicht wirklich die schönsten, weil intensivsten Jahre sind. Soviel wie in dieser Zeit lernen Kinder später in so kurzer Zeit nie mehr, und auch die Nähe zu den Eltern ist noch weitgehend willkommen. Sofern der familiäre Umgang ein liebevoller ist, markiert der Schuleintritt tatsächlich einen völlig neuen Lebensabschnitt für Kind UND Eltern.
Herzhaft geschmunzelt! Danke.
G e n a u s o ist´s. :-)
Ist nicht eher das Aufhören mit gewissen Dingen nach der Kindheit seltsam? Ist das Tragen kurzer Hosen nicht erwachsen genug? Oder geht man als Erwachsener einfach nicht mehr raus?
Heiß war es im Sommer doch schon öfter; mein Mann besitzt jedenfalls mehrere kurze Hosen, ich auch, und wir haben keine Kinder.
Eine kurze ANZUGhose – das fände ich mal spektakulär. :D
Ich bin Hamburger. Ich lebe in der City. Ich arbeite in einer Finanzabteilung. Kurze Hosen kommen nur auf anderen Planeten vor.
Ach ja,Kinder sind was schönes!
LG Birgit
Ps. Ich habe drei davon.
Kurze Hosen??? Ich fasse es nicht … Abgründe tun sich auf.