Dezember, 2007 Archives

18
Dez

30

by Maximilian Buddenbohm in

Ich kann mit Begeisterung vermelden, daß die Herzdame heute endlich ein Alter erreicht hat, das halbwegs seriös klingt. Es wurde auch wirklich Zeit. Als Mann jenseits der Vierzig fühlte ich mich mit einer Zwanzig-plus-X-Frau irgendwie immer älter, als ich ohnehin schon war, sehr lästig.

Und als Kavalier alter Schule werde ich heute abend für die Herzdame, die natürlich nicht trinken kann, da sie noch stillt, sämtliche Drinks stellvertretend konsumieren, die sie normalerweise an diesem besonderen Abend getrunken hätte. Zusätzlich zu den eigenen, versteht sich, sonst wäre es ja keine Leistung. Was tut man nicht alles!

17
Dez

Neu auf dem Nachttisch

by Maximilian Buddenbohm in

Hans Christian Andersen: Die Schneekönigin und andere Märchen. Das erste, “Der fliegende Koffer”, beginnt so:

“Es war einmal ein Kaufmann, der war so reich, daß er die ganze Straße und fast noch eine kleine Gasse dazu hätte mit Silbergeld pflastern können; aber das tat er nicht, er wußte sein Geld anders anzuwenden. Gab er einen Groschen aus, so nahm er einen Taler wieder ein; so ein kluger Kaufmann war er – bis er starb.

Der Sohn bekam nun all dieses Geld, und er lebte lustig, ging jede Nacht auf den Maskenball, machte Papierdrachen von Talerscheinen und spielte Wasserhüpfen an der See mit Goldstücken anstatt mit Steinen.”

16
Dez

Wenn der Postmann zweimal klingelt

by Maximilian Buddenbohm in

Ich war ja schon ein wenig überrascht, als ich letzte Woche merkte, daß die Herzdame mit dem Paketboten per Du ist. Andererseits dachte ich, warum nicht, es ist ja auch ein sehr netter Mensch. Noch überraschter war ich aber, als der Paketbote am Sonnabendmorgen klingelte und “Dein persönlicher Weckservice!” in die Gegensprechanlage säuselte, als die Herzdame fragte, wer da sei.

Fast könnte man da auf Gedanken kommen, wenn man sich das ein wenig durch den Kopf gehen läßt. Aber, soviel ist doch sicher, der Paketbote kann ganz unmöglich ihr Typ sein. Er sieht schließlich überhaupt nicht aus wie ich.

16
Dez

Kalt draußen. Na und?

by Maximilian Buddenbohm in

 

14
Dez

Neu auf dem Nachttisch

by Maximilian Buddenbohm in

Wie herrlich, wenn man Urlaub hat und endlich mal ein paar Bücher nacheinander weglesen kann. Nach dem Stevenson gleich weiter mit “Oberst Chabert” von Honoré de Balzac, übersetzt von Ernst Weiß, ein Band mit Erzählungen. Die erste beginnt so:

“Seht nur! Da kommt wieder einmal unser alter Militärfilz!” Dieser Ruf entschlüpfte dem Munde eines Schreibers, der zur Art derer gehörte, die man in den Anwaltsstuben Hans Dampf in allen Gassen nennt, und der im Augenblick damit beschäftigt war, mit mächtigem Appetit in ein Stück Brot hineinzubeißen. Nun brach er ein Stück Krume ab, rollte es zu einem Kügelchen, das er in heiterster Laune durch das Fenster schleuderte, auf dessen Rahmen er sich stützte. Wohl gezielt, schnellte das Kügelchen wieder zur Höhe des Fensters empor, nicht ohne den Hut eines Unbekannten getroffen zu haben, der gerade über den Hof des Hauses schritt. Es war ein Gebäude in der Rue Vivienne, hier wohnte Derville, der Rechtsanwalt.

14
Dez

Update

by Maximilian Buddenbohm in

Das neue Wochenhoroskop ist online.

14
Dez

Sicherheit und Ordnung

by Maximilian Buddenbohm in

In Hamburg gibt es jetzt Waffenverbotszonen, die mit solchen Schildern gekennzeichnet sind. Eine dieser Zonen ist die bekannte Reeperbahn, eine andere der nicht ganz so bekannte Hansaplatz, der gleich bei uns um die Ecke ist. Wenn die Herzdame oder ich zum Einkaufen über diesen Platz gehen, können wir jetzt nicht mehr erschossen oder erstochen werden, weil die Unholde, die dort herumzulungern pflegen, das dazu notwendige Tatwerkzeug ja nicht mehr bei sich führen dürfen.

Eine einfache, aber brillante Idee – und so ausbaufähig. Wie man hört, sollen zum Beispiel in den Hamburger Elbvororten, wo die zahlreichen Millionäre wohnen, bald Schilder aufgestellt werden, die das Mitführen von Einbruchswerkzeug kategorisch verbieten.

Alles wird gut, es ist nur eine Frage der richtigen Beschilderung.

13
Dez

Neu auf dem Nachttisch

by Maximilian Buddenbohm in

Robert Louis Stevenson: Meistererzählungen. Aus dem Englischen von Marguerite und Curt Thesing. Die erste Erzählung, “Die krumme Janet”, beginnt so:

“Reverend Murdoch Soulis war seit vielen Jahren Pastor der Gemeinde Balweary, eines im Tale des Dule gelegenen Heidedorfes. Ein strenger, freudlos blickender, alter Mann, der Schrecken seiner Hörer, hauste er während der letzten Jahre seines Lebens in dem kleinen, einsamen Pfarrhause am Fuße des Hanging Shaw, ohne Verwandte, Diener oder irgendwelche menschliche Gesellschaft. Trotz der eisernen Gesetztheit seiner Züge war sein Blick wild, unsicher und voller Furcht; und wenn er in privater Ermahnung die Zukunft des unbußfertigen Sünders schilderte, schien sein Auge die Stürme der Zeit zu durchdringen und die Schrecken der Ewigkeit zu schauen.”

12
Dez

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Seestern in Haffkrug, Schleswig-Holstein. Nein, natürlich ist noch gar kein Wochenende, zumindest nicht für alle, ich weiß. Wenn man aber in den Urlaub geht, fühlt es sich irgendwie ja auch wie ein ganz, ganz langes Wochenende an.

11
Dez

Kindermund

by Maximilian Buddenbohm in

Unser Sohn beschränkt sich sprachlich noch weitgehend auf den alles aussagenden  Begriff „Huba“. Das ist, wenn ich mich recht erinnere, auch das Wort, mit dem sich die Comicfigur Marsupilami vollkommen ausreichend verständlich machen konnte. Es handelt sich sozusagen um einen Sprachdremel – paßt immer, kann alles, multifunktional bis zur Perfektion. Zwischen einem leise und zärtlich geflüsterten „huba“ und einem mit verfinstertem Blick gebrüllten, energischen  „HUBA!“ liegen wirklich Welten, man staunt, wie weit man mit nur einem Wort kommen kann.

Die Tochter der schönen Nachbarin ist schon fast vier Jahre alt und kann natürlich richtig sprechen, was den Vorteil hat, daß sie Menschen, die ihr begegnen, direkt auf körperlich interessante Merkmale hinweisen kann, also etwa auf dicke Bäuche, große Ohren, Pickel und andere Details, die man sich gerne von dem interessierten Kind beschreiben läßt („Du hast da was“). Es härtet ungemein ab. Wenn man oft genug gehört hat, wie man von Drei- oder Vierjährigen beschrieben wird, lebt man vermutlich gänzlich illusionsfrei weiter.

Die Mutter der Kleinen war trotz intensiven Trainings aber doch unangenehm überrascht, als ihre Tochter ihr gestern nach kritischer Betrachtung offenbarte: „Mama, du bist verblüht“.

Man muß dann als Mutter schon sehr schnell und geistesgegenwärtig sein, um noch knapp vor dem endgültigen Dahinscheiden des Selbstbewußtseins zu merken, daß die Tochter gerade eine Gießkanne in der Hand hat und alles im Wohnzimmer, belebt oder unbelebt, als vertrocknet und verblüht deklariert – sonst gäbe es ja dummerweise keinen Grund etwas zu gießen. Logisch.

Und nachdem die schöne Nachbarin die Geschichte etwa dreimal erzählt hat, findet sie den Satz allmählich auch schon etwas lustig. Ein ganz klein wenig.

10
Dez

Gucken Sie mal

by Maximilian Buddenbohm in

Bei Mek, wie man sich als Brautführer im wilden Süden so durchschlägt. Es gibt noch richtige Abenteuer!

8
Dez

Schwere Geschmacksverirrung

by Maximilian Buddenbohm in

Sieben Jahre hat die Herzdame geschwiegen. Sieben Jahre lang hat sie es für sich behalten und auf den richtigen Moment gewartet. Erst jetzt, wo wir ein Kind haben und ich daher nicht mehr einfach meine Sachen packen und verschwinden kann, hat sie es mir schließlich gesagt: Sie mag billiges Marzipan irgendwelcher beliebiger, unbekannter Firmen lieber als das einzig wahre Produkt aus Lübeck.

Liebe Leser in meiner Heimatstadt, ich kann nur wahrheitsgemäß sagen: Ich hatte ja keine Ahnung.

7
Dez

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Im Hamburger Hafen.

7
Dez

Update

by Maximilian Buddenbohm in

Das neue Wochenhoroskop ist online. Löwen und Jungfrauen können sich jetzt bitte wieder beruhigen und aufhören, mir nörgelige Mails zu schicken.

6
Dez

Da sind wir wieder – ein Wort zur Technik

by Maximilian Buddenbohm in

Es ist erstaunlich, aber für Spammer lohnt es sich anscheinend auch, so ein kleines Blog wie dieses hier zu hacken. Ein Leser hat uns freundlicherweise darauf hingewiesen, daß über dem Titelbild seltsame Textlinks erschienen sind, die die meisten Leser gar nicht bemerkt haben werden, da sie nur unter bestimmten technischen Voraussetzungen angezeigt wurden. Jemand hat sich in unser Blogsystem gebohrt und dort seltsame Dinge veranstaltet, die nicht der feinen englischen Art entsprechen.

Technikaffine Leser können hier beim Werbeblogger in den Kommentaren nachlesen, was passiert ist, es war bei uns ein ganz ähnlicher Hack.

Die Herzdame hat sich ihren Arbeitsoverall angezogen, sich unter den Motor geworfen und die ganze Maschine einmal neu zusammengebaut und mit Percanat gespült. Wir hoffen, jetzt wieder klar Schiff zu haben. Sollte aber jemand etwas Eigenartiges bemerken, bitten wir dringend um sofortige Nachricht. Im Safari-Browser könnte es hier und da noch ein paar grafische Unstimmigkeiten geben, aber das haben wir hoffentlich auch demnächst wieder im Griff.

Dieses Blog läuft jetzt unter der neuesten WordPress-Version – man sollte eben doch immer rechtzeitig updaten.

Und damit genug der Technik.

Dank an Percanta, Isa und Lu für die Blog-Asyl-Angebote!