Talentförderung
Sie wissen bestimmt, wie es aussieht, wenn ein kleines Baby auf dem Rücken unter einem hölzernen Trapez liegt, an dem Figürchen, Glöckchen und Ringe an Schnüren so hängen, daß es mit seinen wedelnden Händchen gerade eben ankommen kann? Normalerweise rotieren die Babyhände dabei so in der Luft herum, daß früher oder später irgendwas von den Fingern getroffen wird, dadurch leicht herumschaukelt und das fröhlich staunende Baby begeistert aufjauchzt.
Unser Kind dagegen – man erinnert sich vielleicht noch an die Sache mit der Mücke – liegt minutenlang reglos mit starrem Blick unter dem Trapez und schlägt dann unerwartet blitzartig und entschlossen so zu, als wäre es der Hauptdarsteller von Karate-Kid in einer Rückblende auf die sehr frühe Kindheit. Die mit erstaunlicher Kraft getroffene Figur wickelt sich zweimal bis zur Bewegungsunfähigkeit um das Gestänge, die links und rechts benachbarten Glöckchen beläuten leise ihren Abgang aus der Spielzone. Das Kind bewahrt eine djangomäßige Ruhe im Gesicht und fixiert lange die nächste Figur. Ihr Schicksal ist schon besiegelt.
Mit neun Wochen ist es aber wohl noch etwas zu früh, um den Kleinen beim Kampfsport anzumelden, nehme ich an.






Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sie scheinen da ein richtig süßes Exemplar der Gattung Baby zu Hause zu haben. ;)
Super! *nachluftschnapp* Ganz großes Kopfkino! Ich hab schon Gesichtsmuskelkater!
Gehe mir jetzt n sauerstoffzelt besorgen…
Klasse geschrieben, ich sah es direkt vor mir und musste sehr breit grinsen.
Das ist absolut ausbaufähig: demnächst sollte das kleine Talent mit dem gezielten Werfen von Gegenständen beginnen.
Mit 3 Jahren bekommt er dann sein erstes Hawaii-Hemd und einer glanzvollen Karriere als Dart-Profi steht dann nichts mehr im Wege *g*.
Aber mit dem Kauf von Mini-Kampfhandschuhen kann man nicht früh genug dran sein! Vielleicht anfangs gleich eine Nummer größer, damit er nicht so schnell rauswächst.
… es ist nie zu früh.
Es gibt ja auch Babyschwimmen – warum setzen Sie nicht einen Trend und gründen eine Kampfsportschule mit klingendem Namen für Kleinkinder ? :-)
Jo!!! Talent erkannt!! ;) Noch ein paar Jahre abwarten, aber dann….!! :)
Eltern sollten im Eigeninteresse nicht alle Talente allzu früh fördern!
Zu bedenken sind z.B. Situationen wie diese:
Das Kleinkind hat Schnupfen und soll Nasentropfen verabreicht bekommen. Nun ist der Erhalt von Nasentropfen nicht eben ein besonderes Hobby des Kleinkindes und es erklärt diese Tatsache unter Gebrüll und heftiger Abwehr.
Es ist schon schlimm genug einem motorisch und kräftemäßig normal entwickelten Kleinkind diese vermaledeiten Tropfen zu verpassen.
Man stelle sich nun die Situation mit einem 3jährigen Judoka vor….
Vielleicht wäre es besser, Sie und Ihre Frau belegten rechtzeitig einen solchen Kurs?
Da sagen Sie was.
Womöglich eine sehr frühe Form von Killerinstinkt. Unser zweijähriger Perserkater zeigt ein ähnliches Verhalten. :-)