September 14th, 2007 Archives
Sep
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War einmal ein Revoluzzer
by Maximilian Buddenbohm in
Ich tue mich ja ein wenig schwer mit der Lehre von der Wiedergeburt, ich hatte da schon im letzten Leben so meine Zweifel – aber manchmal ist sie natürlich eine wunderschöne Erklärung für gewisse Verhaltensweisen. Unser Sohn zum Beispiel pflegt vor dem Stillen die linke Hand zur Faust zu ballen und wütend gen Himmel zu recken, wozu er lange und energisch, aber komplett unverständlich herumbrüllt, bis er endlich an das Leben in Saus und Braus herankommt. Danach ist ihm der revolutionäre Impuls schlagartig wieder egal und er schläft schmatzend und friedlich in seiner Schlaraffenlandnische ein, eine Hand an die Stirn gelegt, als würde er schwer nachdenken, eine Hand am kugeligen Bäuchlein, in dem es träge umherschwappt. Der Genosse Julius.
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Der relative Riese
by Maximilian Buddenbohm in
Julius ist ein ziemlich großer, vor allem aber ziemlich langer Neugeborener. Es gibt zwar viele, die noch wesentlich schwerer und größer zur Welt kommen, aber er war schon sehr deutlich über den Durchschnittswerten. Auf der Kinderstation, in der er die erste Woche zugebracht hat, lag er neben filigranen, klitzekleinen Frühchen, ein sehr merkwürdiges Bild. Eine Reihe von winzigen Geschöpfen mit streichholzdünnen Ärmchen, dann unser Kind, welches figürlich in dieser Umgebung stark an einen etwas verfetteten Rambo erinnerte, zumal der Gesichtsausdruck auch durchaus oft in die Richtung geht. Wenn die Frühchen gefüttert wurden und hinterher zart den Rücken beklopft bekamen, perlte leise etwas Luft aus ihnen heraus. Wenn man Julius nach dem Trinken auf den Rücken klopft, erinnert das dadurch provozierte Geräusch dagegen stark an den sicher allseits bekannten Rülpser in “Dinner for one”.
“Nordostwestfalen”, murmelte ich mit Kennermiene, als ich das beeindruckende Geräusch zum ersten Mal hörte. “Deine Gene”, antwortete die Herzdame pikiert. Das wird noch ein wenig zu diskutieren sein.




