August, 2007 Archives

18
Aug

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

16
Aug

Spielplatzweisheit

by Maximilian Buddenbohm in

Ich verbringe viel Zeit auf dem Spielplatz vor unserer Haustür, der für mich gewissermaßen ein Trainingslager ist. Da ich in meinem bisherigen Leben mit Kindern sehr wenig zu tun hatte, wurde es als Vorbereitung auf den eigenen Nachwuchs höchste Zeit, mich etwas an den Umgang mit diesen sonderbaren Wesen zu gewöhnen. So sitze ich nach der Arbeit neben der schönen Nachbarin auf der Bank, sehe ihrer kleinen Tochter und den anderen Kindern beim Spielen zu und lerne. Im Wippen und Schaukelanschubsen zum Beispiel bin ich nach Aussage der kleinen Experten schon ziemlich gut.

Zu den Lieblingsbeschäftigungen der Tochter zählt es gerade, die Rutsche hochzulaufen – auf der glatten Seite, versteht sich, denn sie ist schon drei Jahre alt. Das gelingt ihr auch recht gut, ab einer gewissen Erschöpfung aber bleibt sie doch mal in der Mitte hängen, krallt sich in das Geländer und ruft nach der Mutter. Diese schiebt das Kind dann ein wenig an und spricht, wie es eine weise Mutter tut, pädagogisch wertvoll und motivierend: „Immer dahin sehen, wo du hinwillst, mein Kind, und wenn du nicht mehr kannst, leg dich auf den Bauch.“

Ein bemerkenswerter Satz. Klingt es nicht fast wie eine jener Sprachperlen, die der Dalai Lama gerade so überreichlich in Hamburg verstreut hat?

16
Aug

Stillsprache

by Maximilian Buddenbohm in

Es gibt keine einzige Veröffentlichung über das Stillen, sei es gedruckt, online oder auch als Film, die darauf verzichten könnte irgendwann darauf hinzuweisen, daß ein Baby beim Nuckeln “einen guten Mund voll Brust” nehmen sollte. Hört man es zum ersten Mal, klingt es noch seltsam, dann gewöhnt man sich schnell daran, weil die Phrase im Geburtsvorbereitungskurs, in Büchern etc. permanent gebraucht wird. Ich nehme an, es handelt sich um einen Satz, den man, aus welchen Gründen auch immer, zwingend geschrieben oder gesprochen haben muß, wenn man sich dem Thema widmet. Ganz so wie etwa an die Wortfolge “nichts ist unmöglich” zwanghaft eine Automarke angehängt wird oder bei der Erwähnung von Grünkohl immer jemand sagt, daß er Frost gehabt haben muß, das sind so Zusammenhänge, auf die man jeden beliebigen Betrag wetten kann. Sagt man also “Stillen”, muß man auch das mit dem guten Mund sagen. Immer. Die Herzdame und ich sind zwar noch gar nicht beim Stillen angekommen, aber ich hake diesen Satz mit diesem Eintrag schon einmal vorgreifend ab, damit ich ihn los bin.

Wenn man übrigens Blogger ist und daher abends im Bett vor sich hin überlegt, was man über diesen seltsamen und so faszinierend regelmäßig wiederkehrenden Satz mal Heiteres schreiben könnte und wenn man dabei unwillkürlich anfängt laut zu überlegen und dann nebenbei mehrmals leise probehalber “einen guten Mund voll Brust, einen guten Mund voll Brust” vor sich her murmelt – dann kann es schon sein, daß einen die Frau daneben, die nicht wissen kann, was einen gerade beschäftigt, etwas beunruhigt ansieht und die Hände vorsorglich schützend vor das Dekolleté hebt.

12
Aug

Mach mir das Känguruh

by Maximilian Buddenbohm in

Wenn man sich online etwas nach Babyartikeln umsieht, findet man mitunter auch sehr, sehr seltsame Sachen.

10
Aug

Neulich am Strand

by Maximilian Buddenbohm in

Die Lübecker Bucht – auch bekannt für das attraktive Kulturprogramm.

9
Aug

Gewichtige Erscheinungen

by Maximilian Buddenbohm in

Ich hatte bisher immer gedacht, daß sich Kleinkinder erst mit etwa drei Jahren schädlich auf das Mobiliar auswirken. In den Jahren davor sind sie einfach noch zu klein, um etwas kaputt zu machen, glaubte ich. Gestern habe ich diese Meinung aber aus gutem Grund geändert und weiß jetzt, Kinder können sogar in sehr, sehr frühem Stadium Möbel demolieren. Denn wenn eine nagelneue Liege unter dem Gewicht der schwangeren Herzdame zusammenbricht, wird es doch wohl am Kind liegen, nehme ich an.

Eine bedenkliche Sache. Ich muß ganz dringend noch mal die maximale Nutzlast des Fahrstuhls nachsehen.

8
Aug

Man kennt sich aus

by Maximilian Buddenbohm in

Vielleicht liegt es an der steigenden Geburtenrate, vielleicht war es aber auch schon immer so, ich weiß es nicht, aber eines ist klar: Der Deutsche an sich kennt sich aus, was die Schwangerschaft betrifft. Männer und Frauen aller Altersgruppen sind da ganz erstaunlich kundig und auskunftsfreudig. Insbesondere das Geschlecht und den Geburtstermin betreffend ist man hier umgeben von ungeheuer kompetenten Menschen, die meinungsstark und wohlmeinend ihr Wissen teilen möchten. Beim Strandspaziergang am Wochenende in der Lübecker Bucht wurden wir etwa alle fünf Meter von wildfremden Menschen angesprochen:

“Oha, der Bauch ist aber schon weit unten. Kann losgehen!”

“Wann soll es kommen, heute oder morgen?”

“Vierzehn Tage, junge Frau, vierzehn Tage!”

“Ein Junge, was? Sehe ich. Ich sehe das immer.”

“Spitzer Bauch, Junge. Ganz klar.”

“Beim zweiten Kind ist der Bauch ja immer größer. Ach, es ist das Erste?”

“Zwillinge, was?”

“Zwei oder mehr?”

“Wenn es gleich losgeht, fahren sie am besten nach Lübeck.”

“Ein Jungenbauch. Aber wird noch viel tiefer rutschen.”

“Meine Güte, ist DAS groß!”

“Na, ein, zwei Tage noch?”

“Hat sich schon gesenkt oder?”

“Startklar. Das sehe ich. Ich sehe das immer.”

Wobei es wirklich verblüffend ist, daß man hier in Norddeutschland, wo man eigentlich eisern nicht miteinander spricht, wenn man nicht gerade seit vielen Jahren ein Büro teilt oder miteinander verwandt ist, plötzlich durch den dicken Bauch mit allen Menschen ringsum ins Gespräch kommt und die auch noch durchgehend sehr nett sind.

Ich bezweifele aber stark, daß dieser allgemein freundliche Zuspruch weiter anhält, wenn man erst ein schreiendes Baby auf dem Arm hat.

7
Aug

GVK 4

by Maximilian Buddenbohm in

Als ich gestern vor dem Krankenhaus auf die Herzdame wartete, um mit ihr die vierte Stunde des Geburtsvorbereitungskurses zu besuchen, ging neben mir ein junger Mann aus unserem Kurs in heller Aufregung auf und ab, gestikulierte wild und sprach lautstark in sein Handy. Alle paar Minuten wählte er eine neue Nummer. Die Gespräche schienen jeweils fast nur darauf zu bestehen, daß er in schneller Folge männliche Vornamen herunterrappelte – dann hörte er sehr kurz zu, was am anderen Ende der Leitung dazu gesagt wurde, dann wählte er schon wieder neu und sagte weitere Namen auf, wobei er einigermaßen verzweifelt und ratlos in die Gegend guckte. Als er später mit uns im Fahrstuhl stand, erzählte er, daß sein Sohn überraschend verfrüht und als erster des Kurses soeben zur Welt gekommen sei. “Streber!” stellte ich empört fest, was er vergnügt bejahte. Und gab uns den sehr gut gemeinten Rat, doch besser rechtzeitig vor der Entbindung einen Namen parat zu haben.

“Wie gut, daß wir uns bei dem Namen schon einig sind”, sagte ich zu der Herzdame. “Ach, sind wir das?” fragte sie zurück und guckte erstaunt.

Es war einen Versuch wert.

6
Aug

Geistige Herausforderungen

by Maximilian Buddenbohm in

Obwohl es anscheinend keine wissenschaftlich belegte Tatsache ist, scheint die sogenannte Schwangerschaftsdemenz ein weit verbreitetes und bekanntes Phänomen zu sein. Die schwangere Frau, so sagt man, leidet unter deutlich verminderten Leistungen des Gedächtnisses und stark eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit. Die Medizin ist sich nicht recht schlüssig, was die Symptome betrifft, aber Krankenkassen wissen ganz offensichtlich Bescheid. Die Herzdame bekam nämlich gerade eine dicke Broschüre über die letzten vier Wochen der Schwangerschaft zugeschickt, mit sehr vielen medizinischen Erklärungen, Ernährungstips und langen Schilderungen der Geburtsvorgänge. Ganz vorne in der Broschüre steht ein Hinweis:

“Sie können diese Broschüre von vorne bis hinten durchlesen – Sie können aber auch einfach nur die Bilder betrachten.”

5
Aug

Vorbereitung ist alles

by Maximilian Buddenbohm in

Heute den Weg zum Krankenhaus mit dem Auto gestestet. Schon bei der Übungsfahrt etwas übereifrig bei Rot über eine Ampel gefahren, während die Herzdame sehr passend “Tatütata” vor sich her sang.

Ein Taxi ist am Ende doch eine gute Idee.

5
Aug

Christopher Street Day (2)

by Maximilian Buddenbohm in

Man sieht es den Bildern auf den ersten Blick nicht an, aber eigentlich geht es beim CSD tatsächlich um eine ernste Sache.

4
Aug

Christopher Street Day

by Maximilian Buddenbohm in

In Hamburg, auf der Langen Reihe.

2
Aug

Völlig normal

by Maximilian Buddenbohm in

“Ob sie es glauben wollen oder nicht: Wir erleben gerade einen völlig normalen Sommer. Was die Temperaturen angeht, ist es sogar ganz geringfügig zu warm – wir stellen Abweichungen von ein bis zwei Zehntelgrad nach oben fest. Das gilt für ganz Deutschland, also auch für Hamburg.”

Der Meteorologe Thomas Schmidt vom Deutschen Wetterdienst im Stern vom 30. Juli 2007

1
Aug

Herzdamenhumor

by Maximilian Buddenbohm in

Man möchte es nicht für möglich halten, aber ich habe es auch nicht immer leicht. Und statt das lange zu begründen, erwähne ich nur eben, daß die Herzdame sich heute nachmittag mal eben bei einer Bekannten ein Neugeborenes für einen Moment ausgeliehen hat, sich mit dem Baby im Arm mittels Handy aufgenommen und mir dieses Bild dann per MMS ins Büro geschickt hat.

Bildunterschrift “Du hast was verpaßt”.