Merlix rennt

Jul 29th, 2007 von Maximilian Buddenbohm

Man sollte sich für die letzten Wochen der Schwangerschaft gewisse Kommunikationsregeln zulegen. Finde ich. Die Herzdame findet das nicht. Sie findet nichts dabei, mir eine Mail ins Büro zu schicken, mit dem Hinweis, sie hätte ungewöhnliche Kreislaufbeschwerden und außerdem Schmerzen, es könnten wohl auch durchaus Wehen sein – und sie findet es auch in Ordnung, direkt nach dieser Mail den Computer auszumachen und nicht mehr ans Telefon zu gehen, nicht ans Handy, nicht ans Festnetz. Nein, sie geht, weil es ihr urplötzlich doch wieder besser ist, mal eben einkaufen.

Und wundert sich, als sie wiederkommt, sehr über den schwer atmenden Ehemann vor der Haustür, der jetzt aber immerhin genau weiß, wieviel Minuten er in eiligen Fällen von der Arbeit bis nach Hause braucht.

10 Kommentare

  • Das Spiel kenne ich. Als es dann wirklich ernst war und die Fruchtblase geplatzt war, hatte ich es nicht mehr ernst genommen. Das wird mir bis heute, viele viele Jahre später, in besonderen Situationen immer noch vorgehalten. Also, renn einfach jedesmal los und denk darüber nicht nach…

  • Ich war noch nie so dankbar für meinen sehr kurzen Arbeitsweg wie jetzt gerade :-)

  • Ich möchte in dem Zusammenhang gerne noch mal auf die “schwitzenden und röchelnden” Jogger verweisen und mit belustigter Befriedigung feststellen, dass selbige zumindest für solche Einsätze gut trainiert sind und sicherlich über einen “kurzen” Lauf oder Sprint nicht “schweratmend” daherkommen :-)
    Ansonsten noch viel Vergnügen und herzliche Grüsse an den ungewollten Trainer !

  • Drachennachbarin

    Beschleunigter Gang wird erst ab schwimmendem Unterleib oder deutlichen “alle 5 Minuten Wehen” interessant. Man kann auch durchaus noch die begonnene Exceltabelle fertigstellen und wird trotzdem noch schöne, intensive und unvergessliche 12-24 Stunden miteinander verbringen. Aber solange Du nicht versuchst, “heisses Wasser” mit nach Hause zu tragen, ist ja alles in Ordnung ;-)) 35 days to go und Merlix rennt… na das kann ja noch heiter werden

  • Genau. Heißes Wasser, ganz viel heißes Wasser! (In irgendeinem Hollywoodfilm habe ich mal gelernt, daß zur Entbindung auch eine frische Zeitung ausreichend keimfrei ist – falls Sie beim Laufen noch an einem Kiosk vorbeikommen.)

    Ich nehme an, danach waren Sie wach ;-)

  • Die Zeitung war nicht vielleicht doch für die Wartezeit des werdenden Vaters bestimmt? “Holt heißes Wasser” ist mir aus zahllosen Filmen irgendwie vertrauter. Vielleicht gebe ich das ja im Kreißsaal reflexmäßig von mir, alles eine Frage der Konditionierung.

  • Ich glaube, die Zeitung wird (statt Decke oder Tuch) in “Was diese Frau so alles treibt” mit James Garner und Doris Day benutzt. Und die muss es wissen.

  • Ich glaube, den Film hole ich mir mal aus der Videothek. Lange nicht mehr gesehen und scheint ja unter Weiterbildung zu fallen.

  • Dreimal war ich im Kreissaal als Vater dabei. Jedesmal war ich am Ende froh, dass das überstanden war. Aber “heisses Wasser” ist mir da nie begegnet… Das ist ein Western-Klischee. “Wasser! Schnell! Heisses Wasser! Mary-Ellen, John-Boy, Jim-Bob, setzt noch mehr Wasser”… Schnell? Eine Geburt dauert Stunden und Tage… Heisses Wasser? Höchstens für den Tee der Hebamme.

  • Alter Medizinertrick. Man beschäftigt die Umstehenden, um freie Hand und später vielleicht tatsächlich Wasser für einen Tee zu haben ;-) Fitzgerald erwähnt das schon, in irgendeiner seiner “Pat Hobby”-Hollywood-Stories.