Deutsch für moderne Menschen
Eine der interessanteren Google-Anfragen der letzten Tage, über die diese Seiten hier gefunden wurden, lautete wörtlich: “Sind Hausmeister auch Menschen?”
Je nach Mietwohnungserfahrung im Laufe des Lebens kann man sich die Geschichten ausmalen, die zu solchen Fragen führen. Wahrscheinlich und hoffentlich hat der oder die Suchende sogar eine Antwort gefunden, nämlich in dieser Geschichte von mir: Selbstverständlich sind Hausmeister auch Menschen. Aber, und es ist ein großes ABER, das hier einzuwerfen ist: Es gibt gar keine Hausmeister mehr. Sie heißen heute, wie man spätestens merkt, wenn man umzieht und spaßigen Briefwechsel mit Verwaltungsgesellschaften hat, nicht mehr Hausmeister, nein, sie heißen jetzt korrekt “Objekttechniker”. Das Wort Hausmeister darf auf keinen Fall mehr benutzt werden, es wirkt anscheinend herabsetzend, entwürdigend und geradezu beleidigend.
Der Hausmeister als solcher ist sozusagen der begriffliche Negerkuß der Immobilienbranche. Ein Pfui-Wort. Nur daß er leider nicht so lustig modern heißen darf wie die Süßigkeit, etwa Schokoschmatz oder Dickmann, was analog vielleicht etwas wie Graukittelchen oder Schraubmann wäre, sondern nur sachlich nüchtern: Objekttechniker.
Vorauseilend könnte man jetzt zum Beispiel auch Bademeister in Naßtechniker und japanische Zenmeister in Erleuchtungstechniker umbenennen, wenn man schon dabei ist. Und “Die Meistersinger” könnte man sicher auch unter “Die Gesangstechniker” aufführen.
Man muß mit der Zeit gehen, auch sprachlich.







In unserer Firma heißt der “Facility Manager”, glaube ich. Dafür haben wir “Vegetationstechniker”. Kein Witz. Die schneien ein-zwei Mal im Jahr und düngen unsere Büropflanzen.
Also der Hausmeister in unserem Bürogebäude nennt sich Facility Manager, einen eigenen Parkplatz hat er aber trotzdem nicht.
Bei Subway arbeiten übrigens Sandwichdesigner… na ja, Stullenschmierer sklingt auch irgendwie “altmodisch”
Früher hieß sowas ‘Halbkreisingenieur’, was auf die Bewegungen des breiten Wischmop anspielte. Und DAS war wenigstens herabwürdigend GEMEINT.
Umgekehrt wird somit dann das Haus oder der Komplex, in dem die ehemals unflätigerweise als Hausmeister titulierten Objekttechniker ihrem Tagwerk nachgehen dann zum (Objekt)Technikerobjekt, nehme ich an?! Sehr schön. :)
“Gebäudemanager” wird er manchmal auch genannt.
Ach was. Bei unserer Hausverwaltung ist ein Hausmeister angestellt. Basta.
Oder ob das der tiefere Grund dafür ist, dass ich seit drei Monaten mit nur einem Schlüssel herumhantiere und keinen Ersatz bekomme? Ob wohl die Hausverwaltung beleidigt ist, dass ich sie in meinem Bettelbrief als Hausverwaltung, nicht als Facilitymanagment, anspreche?
Nun, auch wenn der ein oder andere Begriff vielleicht doch etwas fremd erscheint, wichtig ist doch (jedenfalls bei uns), dass der Objekttechniker/Facility Manager/ Hausmeister etc. seine Arbeit ordentlich macht…;-)
Ich habe auch n paar Kollegen, die wollen Facility Manager genannt werden. Hausmeister finde ich ist eine gute Bezeichnung und sollte auch so behalten werden,
Und wie oben schon genannt, kommt es drauf an, wie man arbeitet, und nicht wie man heisst ;)
Grüße