Mondbetrachtungen
Auf dem Monitor sieht man die Rückseite des Mondes, eine schwarzweiße Landschaft voller Krater und Täler, man erkennt eigentlich eher gar nichts, beim besten Willen nichts, außer Grauabstufungen, aber die Frauenärztin sagt: “Gucken sie mal, und hier das Gesicht, da die Augenbrauen”. Ah ja.
Dann einer der wenigen Fälle, bei denen Schulwissen mal nützlich ist, der Unterarm besteht aus Elle und Speiche und die erkennt man, ganz deutlich, ein Arm, ein Arm, ich weiß was, ich weiß was. Die Frauenärztin lacht, weil das Kind anscheinend den Kopf in beide Hände stützt, während wir es betrachten, zumindest sieht es so aus – und die Herzdame lacht jetzt auch, weil ich gerade genau so sitze und gebannt auf den Monitor starre.
Ein schwarzer Klecks, der volle Magen, Beinchen, Füße, Pobacken. Das war’s. Bis zum nächsten Mal.
Die Herzdame sieht mich an, ich sehe die Herzdame an, zwischen uns bildet sich ein großes Fragezeichen, das langsam zur Decke schwebt. Und, fragt die Herzdame schließlich, kann man denn sehen, was es wird? Weiß ich nicht, sagt die Ärztin und rollt das Ultraschallgerät schon mal weg, sie waren doch das Paar, das auf keinen Fall wissen wollte, was es wird? Oder nicht? Waren sie das nicht? Nein, sage ich, das waren wir nicht. Wir wollen es wissen. Jetzt. Die Ärztin ist irritiert, sie hat extra an der entscheidenden Stelle etwas schneller gemacht, um uns keinen genauen Anblick zu bieten, aber sie macht das Gerät wieder an. Das Kind zieht die Beine an und gibt sich defensiv. “Na komm, mach mal die Beine breit”, sagt die Ärztin und die Beinchen öffnen sich umgehend, so ein wohlerzogenes Kind. jetzt schon, es ist eine Freude. “Ich glaube, da hängt was”, sagte die Ärztin und guckte ganz genau hin.
Wenn unsere sicherlich überaus geschmackvolle, phantasiereiche und stilbewußte Leserschaft freundlicherweise noch ein paar Jungennamen einreichen würde, wären wir wirklich sehr dankbar.






Wie heissen denn eure Väter oder Grossväter? Zumindestens könnte man einen der Namen als zweiten Vornamen wählen, wenn man nicht gerade von einem der herren enterbt, entrechtet oder sonst wie gegängelt wurde. Oder wenn die nicht gerade Hans-Jürgen, Karl-Heinz oder so heissen …
Statt einer Namensliste verweise ich auf meinen dringenden Appell, keine Namen auf “-vin” zu verwenden: http://barmblognord.com/?p=25
Bin ja persönlich ein Fan von zeitlosen Namen. Bestimmt gibt es in zwanzig Jahren Interessensverbände und Selbsthilfegruppen von Lukas, Leons und Pauls, die verzeifelt ihre Identität suchen und schließlich Sammelklagen gegen ihre Eltern einreichen.
Tja, Namen finden, das ist schwer. Ich liebte damals STefan Askenase. Also hieß unser Sohne dann ….. genau. Merlix geht ja nicht, der ist ja schon vergeben. Was haben die den auf dem Dorf der Herzdame für Namen?
Nachtrag: Einen guten Namen muss man … (1) Vom Balkon rufen können (“xxx, Essen ist fertig!”), (2) In den meisten zivilisierten Ländern am Telefon verstehen können ohne ihn buchstabieren zu müssen (“F bitte mit Ph und am Ende noch ein E”).
nun, wenn der kleine mann jetzt schon so versonnen wie vor einer großen entscheidung, den kopf in beide hände gestützt, dort sitzt oder derzeit eher schwebt, dann empfehle ich die klassische variante “alexander” oder “richard” – auch wenn die herzdame jetzt evt. entsetzt den kopf schüttelt :-)
Ich finde Jonas schön. Und Jonathan. Und Noah. Bastian. Erik. Und Peter. Jawohl :)
Ein guter Name muss einigermaßen zeitlos sein, “Opa Dennis” oder “Opa Kevin” hört sich nicht gut an.
Finn.
Paul.
Das sind meine Favouriten. Kurz und schmerzlos.
Justus mag ich auch sehr gerne.
Oder Benjamin.
Hach…ich bin ganz aufgeregt wie es bei euch weitergeht. :)
Julius!
Die Väter und Vorfahren heißen sehr oft Wilhelm, Friedrich, August, Carl, Hermann. Daß Paul gerade so häufig vergeben wird, ist allerdings eine Sauerei ersten Grades, da er wirklich schön ist, wie auch bei meinem eigenen Vornamen, eine Frechheit. Daß der Name vom Balkon rufbar sein muß, sehe ich auch so, ebenso muß er vernünftig abkürzbar sein. Justus klingt leider nach den Drei ???, sagt die Herzdame. Und Namensbücher zu lesen macht einen irgendwann krümelig im Kopf, merken wir gerade. Schwierig, schwierig.
Ich neige ja zu Namen, die selten, aber verständlich sind. Zur Zeit würde ich Leander vorschlagen. Mit M fällt mir derzeit keiner ein.
Ah, der große Bruder, wie nett, von Dir zu hören. Nein, mit M wird es sicher nichts werden, soviel steht fest, da ist nichts dabei. Zumindest nicht als Erstname. Leander klingt mir noch ein wenig zu angestrengt. Solltest Du noch akzeptable männliche Vorfahrennamen der Lübecker Seite wissen, immer her damit.
Bin ja nun dreifacher Vater. Wir hatten in der Küche eine kleine schwarze Schultafel auf der wir Namen, die uns gefielen, sofort im Wechsel aufschrieben. Der andere wischte sie dann jeweils wieder ab. Am Ende blieb jeweils ein Name übrig. Der Vorteil war natürlich, dass wir nie zusammen über Namen brüten mussten.
Dann sei noch erwähnt, dass egal welchen Namen ihr aussucht, man sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt und dass er “unveränderlicher” Teil des Kinds wird. Also, so gesehen ist es vollkommen egal, welchen Namen ihr vergibt. Es wird es überleben.
So! Und nun Schluss mit Klugscheissen. Ihr macht das irgendwie schon.
Toll, das mit der Tafel ist mal eine gute Idee, war uns noch nicht nicht eingefallen.
Merlix…ich gestehe. Mein Liebster ist ??? Fan und ich habe mich mittlerweile an den Gedanken gewöhnt, dass es ein Justus wird, wenn wir denn einen Jungen fabrizieren sollten.
Die Herzdame ist auch ein großer Fan dieser Reihe (ich muß ja nicht alles verstehen), sie meint aber, daß Justus nach einem dicken Kind klingt.
In Bloggerkreisen wird ja Günther ventiliert. Wär doch auch toll, so in zwanzig Jahren: “Wie heißt du?” – “Günther.” – “Ach, sind Deine Eltern auch Blogger?”
Ich finde man sollte die Suche nach einem Namen der mit “M” beginnt nicht vorzeitig abbrechen.
Mein Vorschlag: Moritz
Jetzt komme ich Leise-Mit-Leserin auch mal dazu einen Kommentar zu schreiben :o) Ich finde Tom, Tim und /oder Ben sehr schön – kurz und schmerzlos wie schon ein Vor-Kommentator schrieb ;o)
Vor anderthalb Jahren habe ich mich ja hier:
http://babynamewizard.com/namevoyager/lnv0105.html
viel herumgetrieben.
Ziemlich interessant, auch wenn’s natürlich nur die amerikanische Statistik ist…
Konstantin
Wolf
also falls ihr Willi nicht wollt, dann hätte ich da noch Bengt.
Noch ist alles sehr offen und auch für Willi gibt es gute Gründe, Väter, Onkel, Ahnen. Die Auswahl wird schon kleiner, aber es bleibt spannend.
Lambert, Lester, Laurens, Lauritz, Malwin, Marlon, Meeno, Nepomuk – ich lass´es lieber. Cem hat Recht. Der Name wird irgendwie Bestandteil der Person und gegen Ende der Schwangerschaft ist die Person einem auch bekannt genug, um ihren Namen preiszugeben.
Ich muss es gestehen: für unsere Töchter haben wir Namen gewählt, die in das dreisilbige Vokalschema von Vatter und Mutter passen. Für die dritte Tochter kamen wir an die Grenzen der Möglichkeiten und mussten eine vierte Silbe dazunehmen.
Schwer, einen neutralen Namen zu finden – wo keiner der Elternteile einen solchen kennt, der irgendwie unsympathisch ist oder war. Die Assoziationen unterscheiden sich da sehr stark :)
Ich finde David ok, Gerald sehr nett, Felix hübsch, Finn zu häufig. Wer hat denn zum Geburtstermin Namenstag?
Damian, Lorenz, Marius, Lukas, Hauke, Ole, Nils, Jan
Interessant, wie weit die Vorlieben doch auseinander gehen. Danke für die zahlreichen Vorschläge! Unsere Liste wird kleiner, wir nähern uns der Zielgeraden :-)
Als bislang stumme Mitleserin hier ein paar Vorschläge, die bei meinem Liebsten vor zwei Jahren leider durchgefallen sind: Aristide, Laurenz, Mauritz, Thore, Tjard, Rikelf.
Die Namenswahl für den ersten Zauberjungen war ein langwieriger und schwieriger Prozess, der jedoch als Nebenprodukt gleich den Namen für den zweiten Zauberjungen (ET 29.07.2007) hervorgebracht hat. Sowas nennt man dann wohl positive Synergien.
Ja, wir habe durch solche Synergien im Vorfeld reichlich Mädchennamen gestapelt, die wir vielleicht später mal benötigen. Während es bei Jungen ja schwierig ist, überhaupt einen Namen zu finden, ist es bei Mädchen nur schwierig, einen aus aus den hundert möglichen Namen auszuwählen.
Oder nehmt doch einfach das deutsche Buchstabieralphabet, wie es z.B. am Telefon verwendet wird. Anton, Berta, Cäsar, Dora, Emil, … Hab ich auch mal gemacht ;-)
Der Mann schlägt “Boje” vor. Macht sich gut in Kombination mit dem Nachnamen.
Super Sache hier…!
Ich lese deine Herzdamengeschichten mit immer größer werdender Begeisterung und weil’s so schön ist, möchte auch ich einen Beitrag zum Babyjungennamenbrainstorming leisten:
Luca, Daniel, Marius, Tobias …
Na, inspiriert!?
@Isabo: Der Mann heißt nicht umsonst der lustige Mann. Wobei natürlich Boje wirklich zum Nachnamen paßt. Womöglich mit Zweitnamen Bodo. Müßte dann aber zwingend Komiker werden, das Kind.
@Lotte: Danke!
@Cem: Das ist gar nicht mal so abwegig…
… und wieder einmal scheint sich der “Kühler” Mythos zu bestätigen . Seltsame Sache, das.
Ach, Namen dass ist sooo schwierig….
aber ich blubber mal vor mich hin:
Malte, Kyrill, Leander, Mats, Anton, Gabriel…
Ich bin ja ein Fan von Doppelnamen.
Wenn ich mal einen Sohn bekomme werde ich ihn
James Dean
nennen.
(falls es wen interressiert meine Tochter würde Grace Kelly heißen)
Henning Venske propagierte ja “Lassdas”. In Bloggerkreisen bietet sich auch “Don” an. “Linux” wird auch gern genommen heutzutage. Sollten Sie mehrere Kinder planen, könnte man sich auch rechtzeitig am Alphabet langhangeln.
Ja, der Name, der sich in Bloggerkreisen vermeintlich anbietet, wurde uns mittlerweile schon öfter von wohlmeinenden Mitmenschen vorgeschlagen. Zumal er unbestreitbar schön zum Nachnamen paßt, keine Frage. Aber dennoch – irgendwas in mir sagt nein :-)
Man könnte auch auf Altbewährtes zurückgreifen: gut und biblisch sind zum Beispiel Shadrach, Meshach oder Abednego. Auf dem Spielplatz gibt es jedenfalls keinerlei Identifizierungsprobleme, wenn man “Zebedaja, pack deine Sachen und komm her” in die Menge ruft. Mithin sind die Chroniken voll ungehobener Schätze.
@Jule: Das erinnert mich irgendwie an Jimi Blue Ochsenknecht und Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Söhne von Uwe. Was ist aber, wenn unsere Kinder keine Helden oder Schauspieler werden? Sondern Finanzbeamte, Lehrer oder Fahrkartenkontrolleure?
hatten wir Malte schon? das wäre was mit lokalem flair. obwohl, nee, wenn er dann zum schüleraustausch in england ist, wäre er ja quasi ein “Malzi”. auch blöd …
Bodo?
Bodo wird ja nun seit einem gewissen Lied unweigerlich mit “Bagger” assoziiert, oder?
Die große Verantwortung bei der Vergabe eines Namens liegt darin, selbigen stöhnbar zu wählen. Kinder bleiben nicht immer niedlich und unschuldig, und mit spätestens zwölf wird sich der ein oder andere Spross ärgern, dass sein Name, im Zustande orgastischer Erregung gehaucht oder geschrien, doch eher lächerlich klingt. (Oh Marvin! Oh Jaqueline!) Mein Vorschlag wäre ja Batho. Oder Hamlet. Damit gebe ich meine eigenen Favouriten preis, das möchte ich gewürdigt wissen.