April, 2007 Archives

29
Apr

Mek und Merlix lesen im Süden

by Maximilian Buddenbohm in

Lesung 18.05.2007 im Südbalkon>

Im Süden von Hamburg zumindest. Raus aus Nordelbien, hinein ins wilde Wilhemsburg. Mek und ich lesen im Südbalkon, einem kleinen, ambitionierten Stadtteilclub in der Veringstraße. In Wilhelsmburg!? Ja, in Wilhemsburg. Für die Nichthamburger: Es gibt so Stadtteile in Großstädten, da fragt man schon mal nach. Dies ist so ein Stadtteil. Eine Gegend, die von den Medien allmählich “hochgeschrieben” wird, damit hier in naher Zukunft ein trendiges Revier in der Nähe der neuen Hafencity entsteht, noch ist davon allerdings wenig zu spüren. Ein Problemstadtteil, sagen viele. Eine unterschätzte Gegend, sagen die Künstler, die dort gerade die billigen Lofts in den ehemaligen Fabriken mieten. Eine interessante Gegend, sagen die Studenten, die aufgrund eines Förderprogramms des Hamburger Senats scharenweise dort hinziehen.

Wilhelmsburg ist die größte bewohnte Flußinsel Europas. Sagen jedenfalls die Einwohner dort. Wir sind uns nicht sicher, ob es stimmt, es klingt aber allemal interessant. Sicher ist jedenfalls, daß die Lesung keinen Eintritt kostet und ab 21 Uhr Einlaß ist.

Eine Wegbeschreibung folgt.

29
Apr

Neues von der Wohnungssuche: Alles ganz anders

by Maximilian Buddenbohm in

Ich habe mich gründlich geirrt und vieles falsch gemacht. Ich hab eine sehr lange Zeit gedacht, man müßte zum Zwecke der Wohnungssuche Anzeigen in Zeitungen studieren, Onlineimmobiliensuchdienste abonnieren, Zettel an Laternen lesen und stehlen und dauernd unfreundliche Makler oder desinteressierte Verwaltungen anrufen, Hausmeister charmieren und jeden Menschen, den man kennt, gelegentlich beiläufig fragen, ob er nicht vielleicht bald mal umziehen wolle. Ich habe mit anderen Worten versucht, ein eher anstrengendes Programm zu absolvieren, um irgendwann dabei auf eine Wunderwohnung zu stoßen, für die sich nicht über hundert andere Menschen gleichzeitig interessieren. Dabei geht es doch ganz anders und viel einfacher.

Nämlich so: Man setze sich mit einer sehr, sehr guten Freundin, die auch gerade umziehen möchte, auf einen lauschigen Spielplatz in idealer Lage im Lieblingsstadtteil. Dann sehe man sich um, zeige auf ein nett gelegenes Haus und spreche: Da, das wäre doch nett. Da müßten jetzt bitte gerade zwei Wohnungen frei sein, eine für uns, eine für Euch. Dann sehe man genauer hin und stelle fest, daß mindestens eine der Wohnungen in dem Haus irgendwie leerstehend aussieht.

Klingt doch ganz einfach – und war es auch. Die sehr, sehr gute und gelegentlich wunderwirkende Freundin hat herausgefunden, welche Gesellschaft das Haus verwaltet, dort angerufen und erfahren, daß zwei Wohnungen gerade frei werden. Und die haben wir einfach gemietet. Man muß den Göttern manchmal nur eine gute Gelegenheit geben und klar sagen, was man sich wünscht, dann bekommt man vielleicht ausreichend Gelegenheit zur Dankbarkeit.

Die sehr, sehr gute Freundin wird hier künftig als schöne Nachbarin vorkommen und die Herzdame und ich werden, nachdem wir jahrelang im fünften Stock ohne Fahrstuhl gewohnt haben, beim Einzug in das neue Haus vermutlich vor Begeisterung den Boden des Fahrstuhls küssen. Auch Hanseaten wie ich sind zu solch extremer Ausgelassenheit fähig. Manchmal.

28
Apr

Schönes Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Paar an der Alster

Die Herzdame und ich empfehlen für das Wochenende sportliche Bechäftigungen wie auf diesem Bildbeispiel (Leistungsentspannen an der Alster), eine ähnlich geeignete Szenerie wird sich ja auch in Städten finden, die nicht Hamburg heißen. Das scheint bei dem Wetter als Programm völlig ausreichend und man sollte es, wenn man in Hamburg wohnt, überhaupt nur für diese Veranstaltung unterbrechen.

27
Apr

Merlix testet Gebärstellungen

by Maximilian Buddenbohm in

Es heißt, die Menschheit wäre schon ausgestorben, wenn die Männer die Kinder bekommen müßten. Nur Frauen, so sagt man, sind in der Lage, diesen Vorgang durchzustehen, Männer sind – siehe Erkältungen – einfach nicht für extreme Belastungen gemacht. Ich sag es ungern, aber da ist offensichtlich etwas dran.

Gestern abend kam die Herzdame von einem Schwangerschaftskurs, in dem auch schon die besondere Gymnastik der Gebärstellungen vermittelt wurde, und zwar solcher Stellungen, die sich nicht mit Hilfe von geeigneten Möbeln ausführen lassen, sondern sozusagen Bodenturnvarianten sind. Es handelt sich um Haltungen, die man leicht hinbekommt, wenn man einigermaßen gelenkig ist. Ich gehöre nun leider nicht in die Gattung Mensch, die man als einigermaßen gelenkig bezeichnen kann, meine Gelenke sind vielmehr teilweise so verkorkst, daß demnächst daran herumoperiert wird. Dennoch wollte ich als interessierter und solidarischer Partner von der Herzdame natürlich sehr gerne wissen, was sie gelernt hatte. Da wir bei diesem Gespräch gerade in der Küche standen, bat sie mich, zur Demonstration auf dem gekachelten Küchenboden Platz zu nehmen. Ich ging in die Hocke, wobei ich mich mit dem linken Arm am Herd abstützte, ohne recht zu bedenken, daß dieser Arm momentan aufgrund der erwähnten Schwierigkeiten zum Abstützen hochgradig ungeeignet ist. Entsprechend gelang das Abstützen nicht, vielmehr gab der Arm schmerzbedingt nach, wodurch ich mich ungewollt beschleunigt dem Küchenfußboden näherte, welchen ich mit dem Steißbein voran erreichte. Da dies eine überaus unangenehme Erfahrung war, wollte ich schnell wieder aufspringen, um ein wenig unter Wehgeschrei herumzuhüpfen, was in solchen Situationen ja meist als hilfreich empfunden wird, bedachte dabei aber nicht, daß sich mein Kopf gerade in ungünstiger Position unter der Arbeitsplatte befand. Entsprechend knallte es unerwartet auf meinem Weg in die Höhe und leuchtend bunte Sternchen in ansprechender Vielfalt tanzten eine Weile lang vor meinen Augen. Danach war meine Lust am teilnehmenden Erfahren von Gebärpositionen einen Augenblick lang deutlich gemindert.

Die Herzdame sah mich sinnend an und murmelte dann etwas davon, daß sie jetzt verstehen würde, warum Väter früher gar nicht erst in den Kreißsaal durften.

25
Apr

Die Herzdame und Yoga – Welten treffen aufeinander

by Maximilian Buddenbohm in

Die Herzdame war in der zweiten Stunde Schwangerschaftsyoga. Wahrscheinlich fliegt sie demnächst aus dem Kurs, denn sie ist die einzige, die bei dem Satz “Wir atmen jetzt mal um die Scheide herum” zu lachen anfängt und für den Rest der Stunde nicht mehr aufhören kann. Sie ist auch die einzige, die die Aufforderung “Wir singen jetzt mal ein schönes Mantra” in einem geradezu djangomäßigen Tonfall mit einem klaren “ich bestimmt nicht” beantwortet.

Demnächst probiert sie einen anderen Kurs, “mit ohne Gesang”. Ich bin gespannt.

25
Apr

Wildwuchs der Wölbungen (2)

by Maximilian Buddenbohm in

Nachdem ich neulich schon durch kompetenten Kindermund auf das Wachstum meines Bauchansatzes hingewiesen wurde, fand diese Szene jetzt eine überraschende Fortsetzung im Büro. Dort kniff mich in der Teeküche eine Kollegin unerwartet beherzt in das Fleisch unterhalb der Rippen und sprach: “Na mein Lieber, da sammelt sich aber auch schon reichlich Speck, was?”

Kurz in Erwägung gezogen, Figurveränderungen bei Kolleginnen künftig ebenso ungezwungen und jovial zu kommentieren. Den Gedanken dann wieder verworfen.

22
Apr

Mondbetrachtungen

by Maximilian Buddenbohm in

Auf dem Monitor sieht man die Rückseite des Mondes, eine schwarzweiße Landschaft voller Krater und Täler, man erkennt eigentlich eher gar nichts, beim besten Willen nichts, außer Grauabstufungen, aber die Frauenärztin sagt: “Gucken sie mal, und hier das Gesicht, da die Augenbrauen”. Ah ja.

Dann einer der wenigen Fälle, bei denen Schulwissen mal nützlich ist, der Unterarm besteht aus Elle und Speiche und die erkennt man, ganz deutlich, ein Arm, ein Arm, ich weiß was, ich weiß was. Die Frauenärztin lacht, weil das Kind anscheinend den Kopf in beide Hände stützt, während wir es betrachten, zumindest sieht es so aus – und die Herzdame lacht jetzt auch, weil ich gerade genau so sitze und gebannt auf den Monitor starre.

Ein schwarzer Klecks, der volle Magen, Beinchen, Füße, Pobacken. Das war’s. Bis zum nächsten Mal.

Die Herzdame sieht mich an, ich sehe die Herzdame an, zwischen uns bildet sich ein großes Fragezeichen, das langsam zur Decke schwebt. Und, fragt die Herzdame schließlich, kann man denn sehen, was es wird? Weiß ich nicht, sagt die Ärztin und rollt das Ultraschallgerät schon mal weg, sie waren doch das Paar, das auf keinen Fall wissen wollte, was es wird? Oder nicht? Waren sie das nicht? Nein, sage ich, das waren wir nicht. Wir wollen es wissen. Jetzt. Die Ärztin ist irritiert, sie hat extra an der entscheidenden Stelle etwas schneller gemacht, um uns keinen genauen Anblick zu bieten, aber sie macht das Gerät wieder an. Das Kind zieht die Beine an und gibt sich defensiv. “Na komm, mach mal die Beine breit”, sagt die Ärztin und die Beinchen öffnen sich umgehend, so ein wohlerzogenes Kind. jetzt schon, es ist eine Freude. “Ich glaube, da hängt was”, sagte die Ärztin und guckte ganz genau hin.

Wenn unsere sicherlich überaus geschmackvolle, phantasiereiche und stilbewußte Leserschaft freundlicherweise noch ein paar Jungennamen einreichen würde, wären wir wirklich sehr dankbar.

20
Apr

Sprachyoga

by Maximilian Buddenbohm in

Die Herzdame hat eine Probestunde Schwangerschaftsyoga hinter sich, nach der sie kichernd nach Hause kam. Etwas befremdlich, denn als Comedyprogramm war mir Yoga bisher gar nicht geläufig. Es war aber auch gar nicht der Kursinhalt so erheiternd, sondern die Sprache der Yogalehrerin. Die Ernsthaftigkeit der Stunde war für die Herzdame schon nach einer Minute dahin, denn der Vortrag der Kursleiterin begann mit dem schönen und völlig ernst gemeinten Satz: “Als erstes setzen wir uns in den Schneiderinnensitz.”

Und die Herzdame war die einzige, die das erheiternd fand. Wir haben jetzt beschlossen, daß sie nicht schwanger ist, sondern schwangerin. Bestimmt besser so.

18
Apr

Physik für werdende Eltern

by Maximilian Buddenbohm in

Ich habe in den naturwissenschaftlichen Fächern zu Schulzeiten mangels Interesse eher gar nichts verstanden. An Physik zum Beispiel fand ich stets nur spannend, daß unserem Lehrer im krassen Gegensatz zu allen bekannten Naturgesetzen jedes nur denkbare und lehrbuchgemäße Experiment fehlschlug, aber dieses eher humororientierte Interesse bildete mich natürlich nicht weiter. Entsprechend könnte ich heute keinen einzigen physikalischen Begriff vernünftig definieren.

Aber den Satz “Von einer Unwucht spricht man bei rotierenden Körpern, deren Masse nicht rotationssymmetrisch verteilt ist” (Quelle) – den versteht man doch plötzlich ganz gut, wenn man mit einer Schwangeren einen betont flotten Quickstep tanzt. Und auch, daß Unwuchten, wie es in der Definition weiter heißt, zu “erhöhtem Verschleiß” führen, kann ich seit dem heutigen Abend absolut nachvollziehen. Ich glaube, allzu lange gehen wir nicht mehr tanzen.

16
Apr

Familienplanungsfachsprache

by Maximilian Buddenbohm in

Eine schwangere Frau sorgt offensichtlich in ihrem gesamten Umfeld für eine stark intensivierte Diskussion des Nachwuchsthemas. Auch die Freundinnen der Herzdame beschäftigen sich natürlich verstärkt mit dem Thema und so geht es des öfteren bei Treffen um Möglichkeiten, Zeiten, Wohnsituationen, passende Jobs, passende Partner und so weiter. Da die Damen natürlich nicht vorhaben, aufgrund des Nachwuchses zum küchenzentrierten Heimchen zu werden – der einzige Mensch in meinem Bekanntenkreis, der gerne Hausfrau wäre, bin tatsächlich ich -, muß man ja schon etwas überlegen, zwischen welche Karriereschritte man eine Schwangerschaft am besten placiert; bei der Herzdame und mir war es nicht anders.

Ein sprachlicher Höhepunkt der Familienmoderne war für mich gestern abend erreicht, als eine Freundin, die gerade mit uns ihre Berufs-, Beziehungs- und Familienplanung der näheren Zukunft durchging, ihr Vorhaben für den Herbst so formulierte: “Wir haben da einen Zeugungshorizont von September bis Oktober”.

16
Apr

Schluckauf

by Maximilian Buddenbohm in

Die letzte Verabredung mit meiner Freundin Birgit wurde empfindlich dadurch gestört, daß die Dame nach dem Essen Schluckauf bekam. Nicht nur ein wenig und dezent, sondern deutlich ausgeprägt und auch überraschend lang anhaltend. Ich fand es eigentlich eher erheiternd als störend, aber Birgit wirkte nach einiger Zeit zusehends unzufrieden mit ihrem Zustand. Nicht ganz unverständlich, denn wir waren gerade bei ernsteren Themen und da wirken durch “Hicks” gestörte Beiträge unangemessen komisch, außerdem sahen sich auch die anderen Gäste der Kneipe zusehends oft und immer amüsierter nach uns um. Der Wirt sah wiederholt Birgit an und warf mir dann fragende Blicke zu, wahrscheinlich wollte er wissen, ob ich meine vermeintlich angeschickerte Begleitung rechtzeitig entsorgen würde. Ich nickte ihm beruhigend zu.

Birgit hielt die Luft an, schaffte es aber nicht ganz, meinem gutgemeinten Vorschlag zu folgen, dabei bis Dreitausend zu zählen. Nach einer Weile saß sie japsend, hicksend und verblüffend rot im Gesicht neben mir, was keine deutliche Verbesserung der Situation war. Ich erinnerte mich undeutlich, daß ein Glas Wasser, über Kopf getrunken, bei Schluckauf hilfreich sein soll und bot meine Assistenz bei der Übung an, aber die Methode war ihr in der Öffentlichkeit doch ein wenig zu auffällig.

Schließlich verschwand sie auf der Toilette und kam nach einer ziemlich langen Weile vergnügt und geheilt zurück. Auf meine Frage, welche Methode nun geholfen hatte, erfuhr ich: “Ich habe mir ganz fest vorgestellt, ich wäre die Leiche aus dem letzten Sonntagstatort. Leichen bewegen sich nicht, da rührt sich auch kein Zwerchfell. Logisch. Und dann war es weg”.

Immerhin erfreulich, daß sie nach dieser beeindruckenden Leistung der Vorstellungskraft überhaupt weiter geatmet hat, wenn man es recht bedenkt.

15
Apr

Wildwuchs der Wölbungen

by Maximilian Buddenbohm in

Das ist schon sehr rührend, wenn eine Dreijährige ihre kleine Hand auf den schwellenden Bauch legt und sehr interessiert nachfragt, wann das Baby denn endlich kommt. Allerdings etwas irritierend, daß sie dabei meinen Bauch anfaßt und nicht den der Herzdame.

12
Apr

Neues von der Wohnungssuche

by Maximilian Buddenbohm in

Man weiß gar nicht, was man mehr hassen soll, professionelle Makler oder private Vermieter, die offensichtlich einen an der Waffel haben. So wie der alte Mann gestern, der mich grußlos eine Sekunde nach Betreten der zu besichtigenden Wohnung in militärischem Ton fragte: “Und? Ham sie eine Frau?” Und, als ich das bejahte, hinzufügte: “Gut, finde ich gut. Sie finden es vielleicht gar nicht gut, aber ich.” Dann zeigte er mir die Wohnung, wobei er mir permanent seinen Zeigefinger in die Rippen bohrte, um mich von Zimmer zu Zimmer schieben, denn ein Blick von maximal einer Sekunde schien nach seiner Meinung absolut ausreichend zu sein, um einen Raum zu begutachten.

“Was machen sie beruflich?” Die nächste Standardfrage. Ich nannte meinen Beruf und sein Gesicht verfinsterte sich: “Das war ich auch jahrelang. War eine verdammt schreckliche Zeit!” Er guckte jetzt etwas kritischer. “Warum tragen sie einen schwarzen Anzug – wollen sie noch jemanden beerdigen heute?” “Nein”, sagte ich, “das ist mein normaler Büroanzug”. Er knurrte etwas vor sich hin und befand dann aber abschließend: “Na egal, besser als kurze Hosen, jedenfalls.”
Die Wohnung, um die bei der Besichtigung ging, war fast ideal, größer als unsere, billiger als unsere, perfekt geschnitten, besser gelegen als unsere, in unserem geliebten Stadtteil – und man hätte, ein wenig Anlauf vorausgesetzt, das Kind später einmal aus dem Fenster direkt in den benachbarten Kindergarten werfen können.

Unterhalb der Wohnung leider ein Club für muskulöse Jungs mit einer Vorliebe für Leder, Uniformen und heitere Schlammparties, was prinzipiell noch nicht einmal gestört hätte, wäre nicht deren sicher reichlich frequentierter Darkroom durch ein Lüftungsrohr mit der Toilette der Wohnung verbunden gewesen, was, Achtung prima Wortwitz, besonders zu Stoßzeiten zu einer interessanten Geräuschkulisse in der Wohnung führte, wie die jetzige Mieterin mir erklärte. In Verbindung mit den herumwuselnden Kakerlaken schien uns dies dann doch ein wenig ungeeignet für ein Kleinkind.

Sehr schade. Die Suche geht weiter. Und dabei klingt “Drei Zimmer, Sankt Georg, mit Vollbad” gar nicht mal so unlösbar, sollte man meinen.

11
Apr

Vermutung 2

by Maximilian Buddenbohm in

Unser Nachwuchs hat sich in den letzten Tagen zum ersten Mal durch spürbare Bewegungen bemerkbar gemacht. Allerdings tat er das nicht, wie es in der Fachliteratur so schön heißt, durch “ein Gefühl wie vom Flügelschlagen eines Schmetterlings”, sondern etwas robuster durch einen kräftigen Tritt. Die dörfliche Abstammung wird da wohl nicht zu leugnen sein, nehme ich an. Beim ersten Kick war ich gerade nicht zuhause und konnte daher nicht sofort meine Hand auf den Bauch der Herzdame legen. Seitdem halte ich meine Hände zwar nahezu permanent an die richtige Stelle, wenn ich nicht gerade arbeiten muß, aber irgendeine deutliche Bewegung gibt es dort hartnäckig nur, sobald ich wieder loslasse.

Die Herzdame gibt hin und wieder ein verzücktes “jetzt” von sich, ich hechte zu ihr – aber dann gilt schon wieder “jetzt gerade nicht mehr”. Ich drehe mich um, ich gehe ins Wohnzimmer, vom anderen Ende des Flures höre ich ein leises, lockendes “Jetzt” – ich war nie gut im Sprint.

Für die Herzdame ist nun klar, daß es ein Mädchen wird. Das frühzeitige Einüben der Veralberung männlicher Familienmitglieder sei ein sehr deutlicher Hinweis auf die weibliche Linie des Stammbaums, sagt sie.

11
Apr

Vermutung

by Maximilian Buddenbohm in

Da ich nur sehr selten fernsehe, kenne ich viele Serien nur vom Hörensagen oder auch gar nicht. Ich kann daher manchmal nur vermuten und raten, was die Herzdame wohl meint, wenn sie auf Sendungen oder Personen aus der neueren Fernsehgeschichte anspielt. Ich werde zum Beispiel irgendwie den Verdacht nicht los, ihre oft wiederholte Meinung, ich wäre “so berechenbar wie Homer Simpson” könnte womöglich eine Beleidigung sein.