Stormy weather coming

Nachdem sich gestern in Hamburg nach sehr vielen heißen Wochen ein kräftiges Gewitter ausgetobt hat und das Thermometer deutlich gefallen ist, habe ich mit der Herzdame sofort etwas ausprobiert. Ein Regenspiel. Keines, mit dem man Kinder in verregneten Ferien beschäftigen könnte, sondern eines für Erwachsene. Es erfordert etwas Phantasie, einen Partner, ein offenes Fenster, zwei sehr kalte Getränke und ein Bett, das dürfte alles in jedem gepflegten Haushalt zu finden sein. Allerdings ist es hilfreich, wenn man ein Fenster hat, in das nicht zahlreiche Nachbarn hineinsehen können.

Man zieht sich zu Spielbeginn komplett aus und stellt sich an das Fenster, welches man weit zu öffnen hat, ungeachtet der Tatsache, daß es dann vielleicht auf den Teppich regnet. Der trocknet schon wieder. Locker nebeneinander stehen, aber ohne jede Berührung. Still stehen, unbedingt dabei so nahe am Fenster wie es geht. Vielleicht treffen einen Tropfen von draußen, um so besser. Wenn man eine Weile so gestanden und dem Regen zugeguckt hat, wenn einen viele Tropfen getroffen haben und vielleicht sogar der Wind günstig steht, merkt man ein seltsames Gefühl am ganzen Körper. Es scheint von der Haut auszugehen und erinnert an frühere Zeiten. Es ist eigentlich nur ein mäßiges Nichtwarmsein, aber im Spiel nennen wir es Frieren. Die Frierphase nimmt man mindestens bis zur ersten Ganzkörpergänsehaut mit. Dann trinkt man ein Kaltgetränk, je mehr desto besser, möglichst auf ex. Der Alkoholgehalt spielt keine Rolle, nur die Temperatur zählt. Nach dem Trinken fühlt man eine Weile nach, wie sich die Kälte im Bauch ausbreitet. Die leere und noch eisige Flasche oder das Glas kann man hinterher noch eine Weile an die Schlagader am Handgelenk halten, oder auch an die Stirn. Und dann! Dann rennt man schnell ins Bett, wirft sich hinein und kuschelt sich sofort sowohl aneinander als auch unter eine Decke und drückt sich etwas. Hauptgewinn! Zum ersten Mal seit langen und zu heißen Wochen ist es schön, richtig schön, sich zu umarmen und zu wärmen. Unglaubliche Erfahrung.

Hält nur etwa zwei Minuten, dann merkt man doch die Restwärme in der Wohnung und wirft den Partner lieber wieder aus dem Bett (oder doch zumindest die Decke), aber zwei Minuten Spaß sind nach einem Tag im Büro gar nicht schlecht. Zur Nachahmung dringend empfohlen – wer weiß, bis zum Herbst ist es noch weit.

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