Der Duft der Limetten im Sommer

Jun 29th, 2006 von Maximilian Buddenbohm

World CupAn dem sambadurchtosten Stand der Brasilianer auf dem Fan-Fest zur WM in Hamburg werden zur Cocktailerzeugung Unmengen von Limetten verwertet. Die Limettenstückchen aus den leergetrunkenen Gläsern landen in großen Mülltonnen, von wo sie unter starker Sonneneinwirkung nach kurzer Zeit ganz erstaunlich heftig und weit riechen. Gärende Limettenreste riechen, wie ich als ehemaliger Landbewohner sofort erkenne, ganz eindeutig nach Gülle, in diesem Fall mit einem süßlichen Einschlag. Deutsche Besucher, die an den Mülltonnen entlangflanieren, halten ihre Nasen erfreut in den Gülleduft und ergreifen nicht etwa die Flucht sondern rufen entzückt: “Oh lecker, Caipirinha!”.

Das gehört für mich zu den großen Sommerrätseln, gleichauf mit der Frage, wieso es toll sein soll, in Beachclubs sandige Füße zu bekommen oder irgendwo in der prallen Sonne herumzuliegen. Vollkommen unbegreiflich.

4 Kommentare

  • Halt doch mal den Kpf in die Tonne, vielleicht passiert ja was…
    Bei gegohrenen Äpfeln ist dies ja der Fall.
    Schiller fand das übrigens Grandios, denn meistens hatte er eine Kiste gegohrener Äpfel unter seinem Schreibtisch stehen.

    Caipirinha ist allerdings eher Geschmackssache.

  • Aber Schiller hat ohnehin zu einer eher stinkigen Zeit gelebt. Da waren Äpfel -ob gegoren oder nicht- eine besserer Duft.

    Also mich erinnert Lometten-Duft ja immer an billiges Spülmittel. Und das ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei.

    Aber in Sachen Gerüche hat wohl jeder seine eigenen Vorlieben :-)

  • Als ich auf dem Fanfest in Hamburg war, waren die Caipirinhas fast überall ausverkauft. Offenbar hat man seitdem dazu gelernt. Oder ist man etwa nur dazu übergegangen, die Gülle-Limetten zu recyclen?

  • @Saintphalle: Ich nehme an, bei den Fan-Festen zur WM sind die Weltlimettenvorräte mittlerweile komplett aufgebraucht worden.