Wir schalten kurz zum Sport
Drüben bei Lyssa wurde in den Kommentaren ein Text zum Thema Fußball bestellt. Ich interessiere mich nun leider überhaupt nicht für Fußball. Ich habe aber natürlich auch nichts gegen Fußball, ich möchte es keinem ausreden, sich damit zu beschäftigen. Ich halte mich auch nicht für etwas Besseres oder erleuchtet, nur weil ich mich nicht für Fußball interessiere. Mit anderen Worten, mein Desinteresse ist natürlich vollkommen harmlos und unaufdringlich. Sollen doch bitte alle machen, was sie wollen, und sei es so albern, wie etwa mit Bällen zu spielen, bitte sehr. Daher eine kleine Frage an die himmlischen Mächte – warum um alles in der Welt fangen Frauen aus meinem näheren Umfeld irgendwann alle an, sich vehement für Fußball zu interessieren? Gebe ich irgend etwas Ansteckendes weiter? Erinnere ich die Damen unterbewußt an den frühen Littbarski oder den späteren wen auch immer? Frauen, mit denen ich Zeit verbringe, machen meist schon nach einigen Monaten der Freundschaft seltsame Dinge. Sie treten in den HSV ein, kaufen sich merkwürdige Accessoires, gehen zu Bundesligaspielen und kennen die Listenplätze der Regionalliga auswendig. Eine habe ich sogar im Verdacht, Bayern-München-Bettwäsche zu besitzen. Selbst Lyssa, die ich für vollkommen immun hielt, hat jetzt mit Fußball zu tun. Wenigstens dauerte es bei ihr Jahre, bis der Effekt eintrat. Die befragten himmlischen Mächte erweisen sich aber wieder, wie so oft, als nicht antwortbereit. Der Effekt bleibt daher unergründlich und ich kann alleine sehen, wie ich daran etwas Positives finden kann.
Zum Beispiel: An meinem letzten Abend in weiblicher Begleitung entglitt der Dame sichtlich die Stimmung, nachdem sie eine SMS bekommen hatte. Jemand, der für sie ein Spiel sah, schrieb ihr zwischendurch nur die Worte “Lehmann rot”, was eine beeindruckende Stirnfaltenbildung bei der Dame auslöste und sie längere Zeit ausgesprochen finster in ihr Glas sehen ließ. Das Gespräch erlahmte durch diese Ablenkung etwas und sie sah auf ihre Uhr. Das sieht man gemeinhin als Gesprächspartner nicht gerne. Bestimmt überlegte sie aber nur gerade, wie lange das Spiel, nun ohne Lehmann, noch dauerte, dachte ich mir.
Und das hat doch auch etwas Schönes für mich. Es gab nämlich Zeiten in meinem Leben, da habe ich solche bedenklichen Reaktionen bei Damen zuverlässig allein durch meine Balzversuche hervorgerufen. Heute aber ist es nur eine kleine SMS von irgendwoher, die so etwas auslöst, und die mit mir rein gar nichts zu tun hat.
Überaus angenehm, wie die Dinge sich manchmal entwickeln. Zu wissen, man selbst ist für den guten Teil des Abend zuständig, und ein Herr Lehmann für den schlechten, dafür soll mir Fußball dann doch absolut recht sein.






Du hältst Dich deshalb nicht für was Besseres? Und da wundert sich der Leichtmatrose noch, warum ich gehässig kichernd auf den Rechner zeige. Nachdem ich ihm den Text gezeigt habe, hat er sich dem Kichern angeschlossen.
Nur, dass Sie hinterher nicht sagen, es hätte Sie niemand gewarnt: Wenn Deutschland rausfliegt, gibt es keinen guten Teil des Abends mehr. Es wird auch eine gewisse Zeit lang nicht mal mehr irgendwelche Abende geben, die gut sein könnten. Es gibt dann nur noch ein geschröpftes Land und seine Trauer. Aber dann schreiben Sie schnell, wie scheiße Sie das finden, und dann geht das allen gleich ein wenig besser. Bestimmt auch den Damen.
Lieber Merlix, jetzt bin ich Dir bis hierhin gefolgt und stelle sofort wieder die Aufgabe: Schreib doch bitte mal so aus komplett männlich unfußballerer Sicht. Bitte.
Gruß S.
Oh. Vergaß ich zu erwähnen, dass ich ansonsten a) schwer enttäuscht und b) ziemlich beleidigt bin?
@Susanne: Wie meinen?
*hintergründig lächel* Genau so.
@Susanne: Mir erschließt sich dennoch nicht, was für einen Text Du meinst.
Die Listenplätze der Regionalliga?!? ;)
@Hans-Dirk: Ja sicher. Wegen Pauli.
Die Frage war vielmehr: Was ist ein “Listenplatz”?
Ach so. Dann heißt es wohl Tabellenplatz, was weiß ich. Nicht mein Metier, pardon. Wenn ich darüber nachdenke – Tabellenplatz klingt viel plausibler.