Die Herzdame rollt

Die Herzdame war als Kind für eine Feriensaison im Kinderzirkus, eine anscheinend prägende Erfahrung. Sie neigt auch heute noch zu durchaus artistischen Freizeitbeschäftigungen, wie etwa dem Rhönradturnen. Das habe ich mir heute zum ersten Mal angesehen und war beeindruckt. Wenn man auf diesem seltsamen Gerät etwas kann, ist es wirklich sehr schön anzusehen, die Bewegungen wirken schwebend, schwerelos und elegant. Die Übungen im Bild festzuhalten war aber naturgemäß schwierig, denn die dauernde Drehung stört beim Zielen doch ungemein. Ich habe daher in bester DDR-Trainer-Manier die Herzdame angehalten, wieder und wieder durch die Halle zu kreisen, bis endlich ein brauchbares Bild gelungen war: „Du sollst da nicht rumstehen, du sollst rollen“.

Herzdame im RhönradDie Menschen, die solche Bilder beruflich herstellen, müssen entweder eine Engelsgeduld haben oder eine gnadenlose Kommandohaltung, denn freiwillig positioniert sich anscheinend kein Sportler in die ideale, bildgerechte Haltung und bleibt ausreichend lange so. Man lebt übrigens auch verblüffend gefährlich, wenn man solchen Bildern hinterherläuft. Das Gefühl, jeden Moment von dem Rhönrad eines anderen Turners zermalmt werden zu können, empfand ich eindeutig als hinderlich bei den Bemühungen um die Motivwahl. Auch die Schmerzensschreie anderer junger Damen, die aus ihren Rädern fielen und über herumliegende eigene Körperteile fuhren, waren nicht eben konzentrationsfördernd. Alles in allem eine bereichernde, aber anstrengende Erfahrung für mich.

Es war mir daher schon etwas unangenehm, als wir zu Hause feststellten, daß die Herzdame sich für die Bilder blutige Füße geturnt hatte. Daher wird das beste Bild hier auch selbstverständlich sofort dokumentiert, damit die Schäden einen Sinn haben.

Mehr Bilder hier.

2 comments

  1. Carola

    So schön schaurig hatte ich mir das Rhönradturnen gar nicht vorgestellt ;). Die anderen Bilder sind auch ausnehmend ansehnlich geworden! Hutzieh. Gute Besserung an die Herzdame!

Kommentar verfassen