März, 2006 Archives

30
Mrz

Wir geben ein Beispiel

by Maximilian Buddenbohm in

Eine stumpfe Flechte ist nicht, wie man vielleicht denken könnte, ein Hauterkrankung, nein, es ist eine Drehfigur aus zwölf Schritten im Langsamen Walzer. An dieser haben die Herzdame und ich gestern abend des längeren geprobt. Es war erfreulicherweise einer der seltenen Abende, an denen ich durch sofortiges und fortwährendes Gelingen aller Drehungen und Wendungen meine Seelenverwandtschaft mit Fred Astaire wieder sehr deutlich merkte, denn meine Füße machten die Schritte wie von selbst, kaum daß ich überhaupt nachdenken oder auch nur dem Trainer zusehen mußte. Ein klein wenig könnte das auch daran gelegen haben, daß wir, wie mir im Laufe der Stunde dämmerte, ebendiese Figur im letzten Jahr schon einmal gelernt hatten.

Meine Stimmung stieg ob meiner glänzenden Leistungen beträchtlich, ich machte mich gerader, ich führte die Herzdame deutlicher als je zuvor, ich ließ sie förmlich durch das Lied schweben, was sie zu der mich überraschenden Frage brachte, ob ich ihr die Schulter brechen wolle. Kaum konnte ich nach einer kleinen Pause den Beginn des nächsten Liedes erwarten und stürmte zurück auf die Tanzfläche, die Herzdame ebenfalls, nur in eine andere Richtung. So standen wir in zwei Ecken des Saales, jeder auf einer vermeintlich idealen Startposition für die nächste Runde. Da beim Tanzen nun aber der Mann zu führen und die Frau zu folgen hat, wartete ich ab, ob die Herzdame nicht vielleicht zu mir kommen wollte, nachdem sie sich, sicher irrtümlich, verlaufen hatte. Sie stand aber weiter dort und verschränkte die Arme, nachdem sie mir mit den Händen deutliche Zeichen gegeben hatte, die in Sprache übersetzt etwa gelautet hätten: “Lauf da nicht rum wie ein überdrehter Gockel und stell dich gefälligst hier neben mich.” Wenn man sich lange genug kennt, kann man solche Handzeichen sehr wörtlich übersetzen. Ich verfolgte gleichzeitig sehr ähnliche Gedanken, vielleicht eher an aufgeplusterte Hennen als an Gockel denkend, aber doch auf derselben Ebene. Außerdem war ich in einem fortgeschrittenen Führungsrausch, also verschränkte ich auch die Arme und wartete ab.

Die Musik begann, um uns herum bastelten die anderen Paare unsicher an der neuen Figur, man sortierte allgemein Füße und wunderte sich über Drehrichtungen und Positionen im Raum. Menschen gifteten sich an, weil der jeweilige Partner nicht begriff, welches Bein was machen sollte, Paare stießen zusammen und blieben grummelnd stehen. Man war sich allerseits uneins über die Schritte, man schob Schuld hin und her und gestikulierte, auf Beine und Wände zeigend, man zählte demonstrativ den Takt an drei Fingern ab und blieb in merkwürdigen Posen auf der letzten Zahl stehen, den unwilligen Partner zurechtrückend. Kein schönes Bild.

Nur die Herzdame und ich, wir standen in perfekt gleicher Körperhaltung, sogar die gleichen Sätze denkend, getrennt und doch einander zugewandt, voll auf den anderen konzentriert, angemessen angespannt und einig im Streben. Wir standen und gaben ein Beispiel.

Für Harmonie in der Partnerschaft.

27
Mrz

Der Leicafritze

by Maximilian Buddenbohm in

Auf dem Weg zu einer literarischen Veranstaltung lief ich noch ein wenig durch den mir eher unbekannten Hamburger Stadtteil Hasselbrook. Ich hatte eine gerade erworbene Kamera um den Hals und sah mich nach Motiven um, als mich ein älterer Mann ansprach. Ich habe bisher immer gedacht, daß man in Hamburg nur von Fremden angesprochen wird, wenn man einen Hund (“Süß!”) dabeihat, der nicht gerade irgendwo hinmacht, oder auch ein Kleinkind (“Süß!”), das nicht gerade schreit. Seit kurzer Zeit weiß ich, daß man auch angesprochen wird, wenn man eine Kamera dabei hat, die ein wenig so aussieht, als wäre sie ein Profigerät (was sie allerdings in Wahrheit durchaus nicht ist). Seltsam oft kommen Fremde auf mich zu und fragen nach den technischen Daten der Kamera oder nach der aktuellen Motivwahl, nach dem Preis und nach Markenvergleichen. Ich kann die Fragen nicht beantworten, da ich mir solche Daten nie merke, abgesehen vom Preis, aber man kommt doch ins Gespräch. Die Stadt ist anscheinend voller Hobbyphotographen mit Austauschbedürfnis. Alleinstehende sollten sich eine möglichst große Kamera kaufen und suchend gucken. Der Rest ergibt sich, nehme ich an.

Der alte Mann, der jetzt vor mir stand und mit dem Finger auf meine Kamera zeigte, war vielleicht siebzig Jahre alt. Er war betont ordentlich angezogen, mit Anzug, Krawatte und sehr sauberen Schuhen. Er guckte auf die Kamera, sah sich dann um und sagte: “Na junger Mann, was wollen sie hier denn einfangen, hier ist doch nichts.” Ich antwortete, daß mir der Gedanke auch schon gekommen sei und ich mich daher einfach nur ziellos umsehen würde.

“Ich hab früher auch sehr viel photographiert, wissen sie” sagte der alte Mann. “Ich war ein Leicafritze, immer die besten Kameras, immer Leica natürlich und jede freie Minute unterwegs, immer draußen. Man findet ja doch immer irgendwas, man braucht nur Geduld. Habe früher auch Ausstellungen gehabt und Preise gewonnen und alles. Na, ist schon eine Weile her jetzt, daß ich da richtig was gemacht habe”.

Ich fragte ihn, ob er heute nicht mehr photographieren würde, er sah mich an, er sah auf den Boden und dann fing er vollkommen unvermittelt an zu weinen, Tränen liefen aus den Augen und tropften an ihm herunter, er wischte sie nicht weg, er wurde sehr rot und dann sagte er schnell und leise:

“Nee, ich mach gar nichts mehr. Seit drei Monaten. Wisse sie, meine Frau ist im Krankenhaus, sie hat was im Kopf und die Ärzte sagen – also die sagen es wird nichts mehr. Das war’s dann wohl. Da bin ich jetzt allein zu Hause, dauernd, seit drei Monaten, ganz allein. Und da merke ich, ich kann das gar nicht. Das ist ein Ding, so etwas zu merken, ich dachte immer, ich wäre ein ganz strammer Kerl. Und jetzt lauf ich so rum und kann gar nichts mehr. Ich lauf hier auch einfach nur so in der Gegend rum, ich hab gar kein Ziel, einfach so rum, ich mag nicht in der Wohnung sein und dahinten ist die Klinik, da liegt sie. Da war ich heute morgen. Haben sie eine Frau?”

Ja, sagte ich, das habe ich.

“Dann seien sie mal froh, daß sie eine haben. Ich wünsch ihnen was. ” Damit ging er hastig weiter.

25
Mrz

Die Frühlingslesung

by Maximilian Buddenbohm in

 

Normalerweise hat man als kinderloser Mensch ja nicht unbedingt Übung im Vorlesen. Welch glücklicher Umstand also, daß ich der Herzdame regelmäßig abends Märchen vorlese (wir berichteten), da fange ich beim Üben für diese öffentliche Lesung (danke für die Einladung an die beiden Organisatoren!) nicht ganz bei Null an. Schwierig wird es aber dennoch, schwant mir, vielleicht sogar sehr schwierig, vor allem wegen meiner Füße.

Ich bin nämlich ein überzeugter Gewohnheitsmensch und werde leicht verunsichert, wenn Dinge nicht so ablaufen, wie ich es gewohnt bin, derlei bringt mich dann schnell aus dem Takt. So bin ich es zum Beispiel gewohnt, daß die Herzdame mir die Füße massiert, während ich ihr vorlese. Das tut sie nicht aus lauter Liebe, recht verstanden, das tut sie DAMIT ich vorlese, mit anderen Worten, das ist die Geschäftsgrundlage der abendlichen Märchenstunde. Unsere Ehe ähnelt überhaupt in mancherlei Hinsicht einer erfolgreichen Handelsbeziehung, denn wozu etwas verschenken, wenn man dafür auch etwas bekommen kann. Während mir also die Herzdame die Füße massiert, lese ich mit ruhiger, abendtauglicher Stimme und in entspanntester Haltung und klarem Geist Märchen vor, was nichts anderes heißt, als daß ich fehlerfrei und ohne unnötige Aufregung lese, sofern sie mir diese Behandlung angedeihen läßt. Ob ich das allerdings auch kann, wenn sie das nicht tut, ist leider vollkommen unbewiesen und von daher höchst fragwürdig.

Als intimer Kenner des Charakters der Herzdame bezweifele ich aber leider stark, daß sie bereit sein könnte, mir auch während einer öffentlichen Lesung die Füße zu massieren, obwohl das ganz zweifellos stark beruhigend und absichernd auf mich wirken würde. Wobei ich aber auch einsehe, daß es ein etwas unangemessen jesusmäßiges Element hätte, während eines öffentlichen Vortrages gesalbt zu werden, und das, wo ich als Jesusdarsteller schon wegen meiner Stoppelfrisur gänzlich ungeeignet wäre.

Es kann daher wohl nur eine Schlußfolgerung geben: Ich werde üben müssen. Sehr viel üben. In Schuhen.

 

24
Mrz

Verbindungslos

by Maximilian Buddenbohm in

Wenn man morgens Zeitung liest, nebenbei den Computer hochfährt und dann etwa fünfzehn Minuten lang immer wieder irritiert auf einen unverändert fast komplett weißen Bildschirm starrt, statt das bunte Internet begucken zu können, dann kann das die Qualität des Morgens schon etwas beeinträchtigen. Wenn man sich dann schwarz ärgert, weil es anscheinend gerade keine Onlineverbindung gibt, da, wer weiß, der Internetprovider technisch zusammengebrochen ist, irgendein blöder Bagger wieder ein wichtiges Kabel gekappt hat, die Software sich verheddert hat oder das Notebook nun doch endgültig vergreist ist, dann kann einem das sogar gewaltig die Stimmung verderben, sogar bis zu dem Punkt, an dem man mit stumpfen Gegenständen auf die nutzlose Hardware einprügeln möchte, insbesondere dann, wenn man gerade sehr, sehr dringend an eine Email möchte.

Man könnte aber auch genauer hinsehen und gleich darauf kommen, daß man auf eine leere Wordseite guckt, nicht auf den Browser.

22
Mrz

Im Frequenznirwana

by Maximilian Buddenbohm in

Ich habe vor einiger Zeit bei einem sehr großen Elektronikkaufhaus einen billigen Radiowecker mit CD-Teil erworben. Da ich das Gerät in die Küche stellen und beim Kochen nebenbei benutzen wollte, kaufte ich das billigste Ding aus dem überreichlichen Angebot, einen befremdlich gestalteten Silberkasten, er sah aus wie ein Bordgerät des Raumschiffs Orion. Der erste Test zuhause ergab leider, daß es nicht möglich war, einen Sender einzustellen, ohne daß der Suchmechanismus aus ganz eigenem Antrieb nach einigen Minuten beschloß, auf Wanderschaft ins Frequenznirwana zu gehen, woraufhin endloses Rauschen ertönte. Eine CD abzuspielen ging auch nicht recht, denn offensichtlich war der CD-Teller nicht ganz eben, weswegen jede CD vor sich hin hoppelte und dabei einen nicht vorgesehenen, aber recht lauten Percussioneffekt abspielte. “Klack.”

Am nächsten Tag brachte ich den Radiowecker zurück und stellte mich eine halbe Stunde an der Information des Marktes an, um zu erfahren, wie der Umtausch stattfinden könne. Man schickte mich nach dem Ausfüllen einiger Formulare direkt in die Fachabteilung, wo ich eine weitere halbe Stunde auf einen Verkäufer wartete. Ein endlich frei gewordener Verkäufer nahm das Gerät deutlich genervt in Empfang, hörte sich meine Schilderung an und erklärte mir dann: “Sie haben ja auch das billigste Ding gekauft. Da können sie doch gar nichts erwarten.” Ich antwortete, daß ich schon erwarten würde, daß das Gerät funktioniert, vielleicht nicht in bester Qualität, aber doch im Prinzip. Er schüttelte den Kopf: “Also bei dem Preis…- das kann ja nicht gehen” Meine Frage, warum sie denn wohl bekanntermaßen nicht funktionierende Geräte verkaufen würden, wollte er nicht recht beantworten. Ich nahm ein zehn Euro teureres Produkt und ging.

Zuhause stellte sich beim Auspacken heraus, daß es sich um ein typengleiches Gerät handelte, wie jenes, welches ich gerade getauscht hatte, es klebte lediglich ein anderer Herstellername auf der Verkleidung. Ohne weitere Funktionsversuche habe ich es unter Opferung von weiteren anderthalb Stunden Freizeit wieder getauscht, noch einmal zehn Euro dazubezahlt und ein anderes Produkt ausprobiert. Allerdings ließen sich auch darauf keine CDs abspielen, zu hören war diesmal nur gehackter Ton, etwa zehn Sekunden Musik, zehn Sekunden Stille, zehn Sekunden Musik usw.. Es scheint sehr schwer und anspruchsvoll zu sein, solche Geräte fehlerfrei herzustellen.

Für einen weiteren Aufpreis nahm ich am nächsten Tag ein wirklich funktionsfähiges Gerät mit nach Hause – und es spielt tatsächlich CDs tadellos ab. Allerdings haben weder die Herzdame noch ich die Anleitung ganz verstanden, da jeder Knopf xfach belegt ist und seine Bedeutung wandelt, sobald man einen der anderen Knöpfe, alle nur mit kryptischen Piktogrammen erklärt, parallel drückt, weswegen wir weder die Uhr noch den Wecker benutzen und auch den Radiosender lieber nicht mehr verstellen. Mittlerweile ist mir allerdings die Lust vergangen, jeden Tag in den Elektronikmarkt zu gehen, daher steht auf der Küchenfensterbank nunmehr eine ungenutzte Technikruine und blinkt unentwegt hektisch und um Aufmerksamkeit bittend vor sich hin, weil die Uhrzeit nicht gestellt ist.

Sobald das CD-Laufwerk kaputt geht, was sicher nicht lange dauern wird, singe ich wieder selber beim Kochen. Die Herzdame ist in der Hinsicht Kummer gewohnt.

Nachtrag: Dieser Text erschien auch in dem Magazin “mindestens haltbar”.

21
Mrz

Zitronenschnittchen

by Maximilian Buddenbohm in

Bei einer Kaffeetafel für die Nachbarn im Heimatdorf der Herzdame wurden verblüffende Mengen an Torten und Kuchen aufgetragen. Erstaunlich auch, wieviel davon die älteren Herrschaften aus dem Dorf essen konnten: “Ein Zitronenschnittchen geht immer noch”. Ich bedaure bei solchen Gelegenheiten sehr, daß weder die Herzdame noch ich je eine Neigung zum Backen entwickelt haben, es ist ja doch ein Stück Heimat im sonntäglichen Kaffeetrinken mit Torte. Wundervoll die plattdeutschen Gespräche der anwesenden älteren Damen über Rezeptvarianten bereits verstorbener Nachbarinnen zu Frankfurter Kranz und anderen Klassikern Der Kuchen schmeckt noch einmal so gut, wenn einem dabei die lange Geschichte der Rezeptfindung erzählt wird.

Einer der Senioren nahm sich gerade ein Stück Kirschtorte, als die Nachbarin zu seiner Rechten sich hinter seinem Rücken zu seiner Frau beugte, die zu seiner Linken saß: “Hat ihr Mann nicht Diabetes?”, was die Ehefrau mit einem strafenden Blick auf die Torte, die ihr Mann gerade auf seinen Teller bugsierte, bejahte. “Hatte meiner ja auch”, fuhr die Nachbarin vielsagend fort, wobei der Kuchenesser sie in skeptischer Ahnung von der Seite ansah und den Teller näher an sich heranrückte. “Und”, fragte die Ehefrau, “Was ist aus dem geworden?”. Die Antwort, mit einem unmißverständlichen Blick auf die Torte: “Ist dann an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.”

“Ja”, sagte die Ehefrau, “Das kann wohl schon mal davon kommen” und stieß ihrem Mann dabei den Ellbogen in die Rippen. Ihr Mann schob seinen Stuhl etwas zurück, nahm den Teller auf seinen Schoß, um aus der Schußlinie dieses Gesprächs zu kommen und beschränkte seine Teilnahme an der Diskussion auf einen einzigen kategorischen Satz: “Mi geiht dat good!” Woraufhin er sich auf seine Schwerhörigkeit besann und es vorzog, dem weiteren Austausch der beiden Damen über Krankengeschichten nicht mehr zu folgen.

Das dürfte wohl die plattdeutsche, seniorentaugliche Version von “You gotta fight for your right to party” sein.

20
Mrz

Prinzessin Lili Weiwei

by Maximilian Buddenbohm in

Nach der im letzten Eintrag bereits erwähnten Trauung am letzten Wochenende gingen wir mit der Hochzeitsgesellschaft in einem chinesischen Restaurant essen, dem Lieblingslokal der Braut. Als wir die Getränke bestellt hatten und die Biere, das Wasser, die Säfte auf dem Tisch standen, wurden erste Reden gehalten, ungerührt und rücksichtslos unterbrochen durch eine ältere, etwas gebückte Chinesin, die mit einem Glaskrug in der Hand jeden weiblichen Gast mit der rätselhaften Frage ansprach: “Lili Weiwei?”

Natürlich gibt es für diese etwas unverständliche Frage eine Erklärung. Zum Beispiel diese: Vor einigen hundert Jahren wurde einmal am chinesischen Hof eine Prinzessin namens Lili Weiwei entführt, die einzige Tochter des damaligen Kaiser von China. Lili Weiwei heißt in unserer Sprache “Schimmer des Morgensterns” und tatsächlich war es eine überaus schöne Tochter, sie galt als schönstes Mädchen im ganzen Reich. Da der Kaiser die Tochter über alles liebte, ließ er sie im ganzen Reich suchen, in allen Himmelsrichtungen, in jeder Stadt, in jedem Dorf, sogar in den vereinzelten Höfen in den letzten Bergtälern und auch auf den kleinsten Inseln vor der Küste des Landes, aber keiner fand je eine Spur von ihr. Der Kaiser verzweifelte mit jedem Tag mehr, er beschäftigte bald seine ganze, unvorstellbar große Armee mit der Suche und er versprach demjenigen, der die Tochter finden würde, riesige Reichtümer und sogar den Thron. Die Tochter wurde jedoch nie gefunden, man nahm allgemein an, sie wäre verzaubert worden und der Kaiser starb nach einiger Zeit vor Trauer. Seit dieser Zeit ist es bei Chinesen Brauch, junge unbekannte Frauen zu fragen, ob sie nicht vielleicht Lili Weiwei seien, denn wenn doch einmal eine Frau diese Frage wahrheitsgemäß bejahen sollte, ersteht das Kaiserreich wieder auf und es beginnt eine sehr glückliche und lange neue Epoche für das chinesische Volk.

Vielleicht ist es aber auch einfach so, daß die kellnernde Chinesin so gut wie gar kein Deutsch konnte und “Lili Weiwei” schlicht die Lautkombination war, die für sie am ehesten nach “Lieblicher Weißwein?” klang – denn das war es, was in dem Glaskrug war und dafür suchte sie die Frau, die ihn bestellt hatte.

Wie auch immer, wir hatten eh keine chinesische Prinzessin dabei.

18
Mrz

Wir ruinieren Rathäuser

by Maximilian Buddenbohm in

Die Herzdame und ich sind über das Wochenende in ihr Heimatdorf gefahren, wo es gestern die Hochzeit der Schwester der Herzdame zu feiern gab. Die Ehe wurde im Rathaus der nahegelegenen Stadt Minden geschlossen, einem Bau, der von außen noch etwas nach vergangener Pracht einer einst erfolgreichen Handelsstadt aussieht, von innen jedoch nur noch nach akuter kommunaler Verarmung. Da wir mit der Hochzeitsgesellschaft viel zu früh da waren, mussten wir sehr lange Zeit im Vorraum des Trausaals warten. Ein eher trüber Raum, so dass uns nach einer Weile nicht unerheblich langweilig wurde.

Die Herzdame kam beim Umherschlendern auf die Idee, sich mit Schwung auf eine der breiten Marmorfensterbänke zu setzen, das hat in der Kindheit schließlich auch zur Überbrückung solcher endlosen Wartezeiten beigetragen, wenn man etwas auf dem Mobiliar herumalbern konnte.

Wir wissen daher jetzt, dass Marmorfensterbänke ganz erstaunlich leise brechen, mit einem wirklich bescheiden zu nennenden Geräusch. Marmor krümelt auch nur ein wenig, wenn er bei starker Belastung bricht, gar kein Vergleich zu Glassscherben etwa. War gar nicht schwer, die Trümmer dezent unter die Heizung zu schieben. Der Bruch in der Fensterbank passt eigentlich auch gar nicht schlecht zur ohnehin heruntergekommenen Ausstrahlung des Rathauses.

Man sollte aber wohl doch das kindgemäße Herumtollen in einem bestimmten Alter einstellen und eher Strickzeug dabeihaben. Zumindest in denkmalgeschützten Gebäuden. 

16
Mrz

Jo…

by Maximilian Buddenbohm in

Wenn sich zwei Menschen in Hamburg voneinander verabschieden, könnte einer zum Beispiel “Tschüss dann” sagen, woraufhin der andere schlicht entgegnen könnte: “Ja, tschüss”. Dann könnten sie sich voneinander abwenden, jeweils in eine S-Bahn springen, das Auto starten oder über eine Straße rennen und sie hätten für den Abschied in etwa fünf Sekunden gebraucht.

Im Heimatdorf der Herzdame, im abgeschiedenen Nordostwestfalen, vollzieht sich so ein Abschiedsritual ganz anders. Treffen sich dort zwei Menschen, etwa an einem Ackerrand, und unterhalten sich eine Weile, so steht ihnen am Ende des Gesprächs eine zeitraubende Prozedur bevor, ein kompliziertes Ritual, das für Gäste wie mich äußerst faszinierend ist. Ich versuche im Folgenden in etwa wiederzugeben, wie sich ein typisch ostwestfälischer Abschiedsdialog abspielt. Man muß sich dabei allerdings, um es richtig nachvollziehen zu könne, ziemlich lange Pausen zwischen den einzelnen Beiträgen vorstellen. Weit ausgedehnte Pausen, in denen die beiden Sprecher in den Himmel gucken, sich Dreck von den Schuhen klopfen, ihre Hunde streicheln oder einfach etwas mit den Füßen scharren und mit den Fingern spielerisch Getreidehalme abknicken. Für hektische Großstadtmenschen, denen solche Szenen vollkommen fremd sind: Stellen Sie sich die Pausen einfach etwas länger vor, als sie es für möglich und erträglich halten. Es stehen also zwei Menschen am Ackerrand, es ist zwischen ihnen gesagt, was zu sagen war, sie fangen an, sich zu verabschieden:

Mensch A “Jo…”

Mensch B “Nech…”

Mensch A “Denn…”

Mensch B “Denn will ick mol.”

Mensch A “Jo…”

Mensch B “So is dat.”

Mensch A ” Also…”

Mensch B “Jo…”

Mensch A “Jo denn…”

Mensch B “Denn man to.”

Mensch A “Nech…”

Mensch B “Ich geh denn mal.”

Mensch A “Mok dat.”

Mensch B “Jo…”

Mensch A “Ick dann ook, nech.”

Mensch B “Jo…”

Mensch A: Also…”

Mensch B “Denn man los…”

Mensch A “Sieh zu.”

Mensch B “Bis denn.”

Mensch A “Jo, bis die Dage.”

Mensch B “Man sieht sich.”

Mensch A “Wird man wohl.”

Mensch B “Jo…”

Die Sprecher verwenden im Laufe des Dialoges so viele Satzanfänge, die über drei Pünktchen am Ende ins Leere verlaufen, daß dem zugereisten Zuhörer aus der Großstadt davon ganz krümelig im Kopf wird. Irgendwann im Laufe der nächsten Minuten kommt vielleicht ein Moment, an dem beide genau zeitgleich “Jo” sagen. Dann drehen sie sich um und gehen langsam auseinander. Sie könnten aber auch, bevor sie diesen Punkt erreichen, die gesamte Gesprächsschleife noch einmal durchlaufen. Oder auch zweimal.. Man hat Zeit. Ringsherum wächst währenddessen das Getreide. Es wird langsam dunkel. Jo…

14
Mrz

Reifeprozesse

by Maximilian Buddenbohm in

Nach schier endlosen Diskussionen und dem Durchforsten tausender (nun ja, gefühlter Wert) Onlineangebote haben die Herzdame und ich die Entscheidung über den Sommerurlaub getroffen. Jetzt trifft auf mich eine Bezeichnung zu, die ich früher ganz sicher nur als Schimpfwort für andere verwendet hätte: “Österreichfrühbucher”.

Ich fühle mich allerdings durch meinen im Sommer bevorstehenden vierzigsten Geburtstag voll legitimiert. Vierzig klingt ganz so, als dürfe man geradezu hemmungslos uncool werden. Sehr befreiend.

13
Mrz

Wir basteln uns eine fröhliche Woche

by Maximilian Buddenbohm in

Nachdem die letzte Woche denkbar schlecht begann (wir berichteten), haben wir an diesem Montagmorgen ganz andere Saiten aufgezogen. Wir haben zunächst angesichts der Morgensonne gemeinsam “Frühling läßt sein blaues Band…” aufgesagt, eines der wenigen Gedichte, die wir beide auswendig können. “Süße, wohlbekannte Düfte” lassen sich bei minus fünfzehn Grad zwar noch nicht recht ausmachen, aber das ist sicher alles nur eine Frage der Überzeugungskraft. Die Herzdame und ich werden auf diese Art bis zum nächsten Wochenende den Frühling erfolgreich beschworen haben, so viel steht fest

Um uns aufzuwärmen haben wir daraufhin noch vor dem Frühstück Jivefiguren geübt, aus Rücksicht auf die Nachbarn zwar barfuß und ohne Musik, aber doch voller Enthusiasmus. Die Herzdame war sogar weitsichtig genug, mich ungeachtet meiner reichlich ratlosen und halbherzigen Drehungen für meine Tanzkünste überschwenglich zu loben.

Man muß dieser winterlichen Bedrückung nur massiv und einfallsreich genug entgegenwirken, dann wird es schon werden. Wir sind zu allem entschlossen.

13
Mrz

In einem ehrenwerten Haus

by Maximilian Buddenbohm in

Die Herzdame und ich leben in einem Mietshaus, in dem wir keinen unserer Nachbarn näher kennen, also ganz so, wie es in Hamburg nicht ganz unüblich ist. Man grüßt im Treppenhaus, mehr nicht. Bei einer Wohnungsbesichtigung am Wochenende in Eppendorf wurden wir jetzt aber auf die besonderen Freuden einer Hausgemeinschaft hingewiesen, auf all die Vorteile, die man hat, wenn man wirklich aufeinander achtet und wenn man weiß, was der Nachbar so macht. Natürlich ist so etwas leider nicht einfach so herzustellen, so eine prima Gemeinschaft, nein, dazu gehört schon etwas. Besonders gehört dazu ein Vermieter, der nicht an Sozialhilfeempfänger, Russen oder Polen vermietet, also eigentlich eher an gar keine Ausländer, auch nicht an Türken und andere komische Menschen. Höchstens mal an einen Franzosen oder Italiener, wobei letztere, na ja, aber ein Franzose, das geht schon mal.

Die Wohnung hat uns dann doch nicht weiter interessiert.

12
Mrz

Frau Dahlberg

by Maximilian Buddenbohm in

Vor vielen Jahren wohnte ich am Rand einer kleinen Stadt östlich von Hamburg, einer sehr langweiligen, gar nicht schönen, unspektakulären Stadt hinter dem Sachsenwald. Dort hatte ich eine Wohnung in einem Mietblock aus den dreißiger Jahren, einem langgestreckten Gebäude mit nur zwei Etagen, dunkelroter Backstein, Haus gewordene Ödnis. In den Gängen im Keller gab es noch Mengen von leeren Einweckgläsern und viel verrostetes Gartengerät, der Rasen vor dem Haus war früher jahrelang als Gemüsegarten genutzt worden, wie mir erzählt wurde. Die üblichen Hinweisschilder in den Treppenhäusern, man möge bitte die Türen verschlossen halten, das Licht wieder löschen und die richtige Wäscheleine benutzen waren noch mit schwarzer Schrift auf weißer Emaille ausgeführt. Als ich einzog und meine Sachen hochtrug, öffnete sich die Tür der Nachbarwohnung einen Spalt breit und ich sah undeutlich, wie jemand mich durch den Spalt beobachtete. Ich grüßte, die Tür wurde sofort energisch wieder geschlossen. In den folgenden Tagen sah ich die Nachbarin aus dieser Wohnung gelegentlich im Treppenhaus und grüßte jedesmal, was aber nur sehr kurz angebunden und unwillig beantwortet wurde. Ein kleine alte Frau mit kurzen grauen Haaren, die immer sehr adrett saßen, mit Unmengen von Haarspray in Form und Wellen gebracht. Im Haus trug sie stets bunte Kittelschürzen und Hausschuhe und war in erstaunlicher Häufigkeit zwischen ihrer Wohnung, dem Dachboden und dem Keller unterwegs. Ihr Kinn stand ein wenig schief, wodurch der Ausdruck permanenter Mißbilligung in ihrem Gesicht festgefroren war. Sie sah einen immer erst eine Weile prüfenden Blickes an, bevor sie auf etwas antwortete, wobei sie das Kinn noch etwas schiefer zog.

Nach den ersten beiden Wochen wurde sie etwas freundlicher, sie hatte, wie mir später klar wurde, erst ergründen wollen, ob ich nachts nicht vielleicht wilde Partys feiern, Drogen im Hausflur verstreuen oder leere Flaschen vom Balkon werfen würde, denn das Chaos lauerte überall. Sie war sehr ernst und etwas ruppig, ihre Sätze waren gerade eben noch freundlich in der Wortwahl. Ich habe sie niemals mit einem Lächeln im Gesicht gesehen. Am dritten Sonnabend nach meinem Einzug klingelte sie morgens bei mir: “Wollte sie nur erinnern. Sie haben Treppenhausdienst, junger Mann. Nicht vergessen!” Ich war etwas entgeistert und fragte nach: “Ich habe was?”. “Sie haben Treppenhausdienst. Sie müssen das hier saubermachen, von da unten bis zum Dachboden. Ich habe letzte Woche, davor die von unten, jetzt sind sie dran, sie machen hier jetzt mal klar Schiff. Man los!” “Aha”, sagte ich, “wie denn genau?”

Sie sah mich mißtrauisch an, ob ich sie nicht vielleicht auf den Arm nehmen wolle und erst als ich nachfragte, ob es vielleicht mit Fegen getan wäre, dämmerte ihr, daß ich wirklich wissen wollte, was genau zu tun wäre. Daraufhin bekam ich eine längere Einweisung in das Dahlbergsche Prinzip der Treppenhausreinigung, eine umständliche Prozedur, zu der man Handfeger und Schaufel, einen großen Besen, einen Schrubber, einen Lappen, zwei Eimer und diverse Putzmittel brauchte. Da ich nichts davon hatte, fragte ich sie in, welchem Laden der Stadt man so etwas denn wohl am besten erstehen würde. Fortan war ich ihr sympathisch, soweit man überhaupt davon sprechen konnte, es äußerte sich vor allem darin, daß sie nach dem Grüssen jeweils noch einen Kommentar zum Wetter abgab. Ich habe stets auf meinen Treppenhausdienst geachtet und immer reichlich Lärm dabei gemacht, mit dem Schrubber gegen die Türen gehauen und die Eimer hörbar über den Boden geschoben, damit Frau Dahlberg hören konnte, daß ich bei der Arbeit war. Wenn ich fertig war und hinter mir meine Wohnungstür schloß, dauerte es ein paar Minuten, dann kam Frau Dahlberg aus ihrer Wohnung, ging im Treppenhaus umher, einmal bis zum Keller, einmal bis zum Dachboden und inspizierte das Ergebnis meiner Bemühungen. Sie hat sich nie beschwert, obwohl meine Art der Treppenhausreinigung hauptsächlich auf Geräuschentwicklung abgestellt war.

Frau Dahlberg war den ganzen Tag beschäftigt, sie putzte ihre Wohnung unermüdlich, kochte, buk, pflegte die Büsche vor dem Haus, streute im Winter die Wege und machte sich in ihrem Keller zu schaffen. Diesen Lattenverschlag hatte sie von innen komplett mit Zeitungspapier und Folie verklebt, so daß man nicht hineinsehen konnte. Sie öffnete die Tür dazu nur, wenn kein anderer Bewohner in der Nähe war. Sie bekam nie Besuch und es schien keine Verwandten zu geben, aber auf ihrer täglichen Einkaufsrunde in der Stadt, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm, führte sie lange Gespräche mit den älteren Verkäuferinnen beim Schlachter oder Bäcker, den Frauen an den Marktständen und den Hausmeistern der Wohnblöcke, an denen sie vorbeikam. Der Weg in die Stadt dauerte zu Fuß etwa eine halbe Stunde, sie ging ihn jeden Tag und bei jedem Wetter. Wenn in den umliegenden Wohnungen jemand aus der älteren Generation krank war, brachte sie Essen und Einkäufe vorbei. Ihre Geselligkeit bezog sich strikt auf Menschen ihres Alters. Ein jüngerer Nachbar, der in dem Block aufgewachsen war, erzählte, daß die Kinder früher schreckliche Angst vor ihr gehabt hätten, denn wenn man zu laut spielte oder zur falschen Zeit Lärm machte, gab es unvorstellbaren Ärger mit Frau Dahlberg. Auf dem Rasen genau vor ihrem Fenster stand noch eine Schaukel, die schon lange verrottet war, es gab zu meiner Zeit keine Kinder mehr in dem Block.

Ich wohnte sieben Jahre in der Wohnung neben ihr und im letzten Jahr kam es vor, daß Frau Dahlberg versuchte, meine Tür aufzuschließen, weil sie sich in der Wohnung irrte. Wenn ich dann von innen öffnete, hat sie sich jeweils fürchterlich erschreckt, weil sie mich für einen Einbrecher in ihrer eigenen Wohnung hielt. In ihrem Blick Entsetzen und panische Angst, ich redete dann beruhigend auf sie ein. Nach einer Weile fing sie sich wieder und entschuldigte sich grummelnd, schloß ihre eigene Wohnung auf und verschwand grußlos darin. Meine Treppenhausreinigung entfiel, weil Frau Dahlberg die Treppe jeden Sonnabend machte, wahrscheinlich wußte sie nicht mehr, wann sie an der Reihe war. Sie wurde etwas wunderlich, sprach häufig mit sich selbst oder stand mit nachdenklichem Gesicht im Treppenhaus, von irgend etwas abgekommen und nun hoffnungslos verloren zwischen zwei Handlungen, zwischen Dachboden und Keller.

Das Finale von Frau Dahlberg habe ich nicht selbst miterlebt, aber es wurde mir von meinen Nachbarn hinterher berichtet. Sie war wesentlich wunderlicher geworden, als wir ahnen konnten. Eines Nachts trug sie einen Stapel Altpapier in das Treppenhaus und zündete diesen an. Ein größerer Hausbrand wurde nur verhindert, weil der junge Nachbar aus dem Erdgeschoß zu sehr später Stunde nach Hause kam, als sie gerade mit dem Zündeln begonnen hatte. Sie wollte sich von dem brennenden Papier durchaus nicht trennen lassen, verwies vielmehr vehement auf den Kohlenmangel und daß man jetzt Licht und Wärme brauche, ganz dringend, wobei sie ihre Hände an dem Feuerchen wärmte. Sie wurde in der Nacht noch abgeholt und wir haben sie nie wieder gesehen. Noch im selben Jahr ist sie gestorben, wie wir von den älteren Nachbarinnen aus dem Block hörten.

In ihrem Keller war nichts als wandfüllende Regale voller Gläser mit selbstgemachter Marmelade. Unmengen davon, es hätte wahrscheinlich für die ganze Stadt gereicht.

Nachtrag: Sehr passend dazu heute auch ein Text von Isa.

10
Mrz

März

by Maximilian Buddenbohm in

maerz

Nach den langen Abenden in Heizungsluft und verrauchten Kneipen ist es sehr angenehm, daß es in Hamburg wieder möglich ist, nach einem langen Arbeitstag draußen zu sitzen. In unserer Strasse stehen bereits überall die Stühle und Tische vor den Cafés.

Allerdings kann die Freude über die Gelegenheit doch nicht ganz darüber hinwegtäuschen, daß es, wenn man eine Weile dort sitzt, doch noch empfindlich kühl werden kann. Fast fühlt es sich sogar noch etwas winterlich an.

10
Mrz

Wir denken voraus

by Maximilian Buddenbohm in

Bis zu unserem Urlaub im Sommer ist es zwar noch sehr lange hin, wir schlagen uns aber bereits jetzt die Nächte mit der Planung um die Ohren. Gestern abend saßen wir noch sehr spät zusammen und grübelten über Fahrstrecken und Zielgebiete, wobei unser Gespräch deutlich groteske Züge annahm – zumindest bis ich dahinterkam, daß die Herzdame müdigkeitsbedingt die Wörter Frankreich und Frankfurt verwechselt hatte. Nicht auszudenken, welche Folgen so etwas haben kann.