Ganz kleine Randbemerkung zur Elektromobilität

Ich komme gerade aus dem Lachen nicht mehr raus, weil ich ein bestimmtes Bild einfach nicht mehr loswerde, es ist ein wirklich grandioses Zukunftsbild, ich finde es so dermaßen erheiternd, es amüsiert mich sogar nachdrücklich trotz des verblüffend umfassenden Brexit-Elends, das will etwas heißen. Und damit andere auch etwas Erheiterung in schweren Zeiten haben, teile ich das Bild natürlich gerne, es ist ein Zukunftsbild der besonderen Art.

Wozu wir uns bitte einmal kurz etwas vorstellen, was so unwahrscheinlich und undenkbar gar nicht mehr ist, dass es nämlich gar keine Verbrennungsmotoren mehr gibt. Es ist auf unseren Straßen alles nur noch Elektro, Pedale, Solar, Wasserstoff, Atom, Gott bewahre, was auch immer, jedenfalls brennt und knattert da nichts mehr. Kann man sich vorstellen, ja? Einfach kurz mal geistig ins Jahr 2025, viel weiter muss man da wohl gar nicht.

Und dann! Und dann! Und dann stellen wir uns bitte die Hamburger Harley-Days 2026 vor – wie sich da so ein gestandener Altmöchtegernrocker in Rabaukenlederoutfit betont lässig auf seinen wilden, wilden Hobel schwingt, das Visier des Helms runterklappt, den Schlüssel dreht – und es macht ganz dezent: “summmmmmm”. Und dann gleitet er nahezu geräuschlos in den Sonnenuntergang, wozu er sich vergnügt “Born to be wild” pfeift.  

Ist das nicht zu und zu schön? Ich kann es gar nicht erwarten. Die Zukunft kann schon auch lustig werden, so ist es ja nicht.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es geht in dieser und vermutlich auch in der nächsten Woche um unsere Lebensräume, um Städte und um Landflucht. Im ersten Text kommt das Thema noch gar nicht so prominent vor, er ist dennoch hochinteressant und gleich an manchen Stellen zitierfähig mit tiefgründigen Sätzen zu unserer Gesellschaft und zu unserem Zusammenleben. In der Stadt und auch anderswo. “Wir können den ganzen Tag darüber reden, dass die Welt nicht funktioniert, aber sie kümmert sich überhaupt nicht darum. Keine ganz leichte Lektüre, aber es ist vermutlich doch lohnend, dem Interview zu folgen.

Einige Aspekte aus dem Interview werden in einem Projekt aufgegriffen, dass in Hamburg gerade testweise eingesetzt wurde. “City Scope” ist ein Instrument der Stadtplanung, vielleicht auch der Demokratisierung. Auf jeden Fall scheint es ein Instrument zu sein, das Stadtmenschen kreativ mit ihrer Umgebung umgehen lässt.

Ein anderes Stichwort, das man heute beim Thema Stadtplanung im Smalltalk wohl kennen sollte, ist “Slow Urbanism”, das wird hier am Beispiel von Antwerpen erklärt.

Wobei es natürlich nicht so ist, dass man nur in der Stadt kreativ mit dem Umfeld umgehen könnte. Auch in kleineren Gemeinden gibt es interessante Ideen. Und man kann auf weitere, auch auf drastischere Ideen kommen, um der Landflucht zu begegnen oder  ihr vorzubeugen. In der SZ werden Beispiele gesammelt. In der gleichen Zeitung übrigens auch ein nicht ganz so optimistisches Special zum Thema.

Apropos kreativ und apropos Siedlungen – man muss auch zur Kentnis nehmen, dass man Häuser mittlerweile drucken kann (englischer Text). Das hat gar nicht groß für Schlagzeilen gesorgt, ist es nicht seltsam? Ändert das nicht sehr viel, wenn man sich das etwas weiter ausmalt?

Und ist es nicht immer wieder faszinierend, wie die Städte auf die Menschen und die Menschen auf die Städte wirken, wie Änderungen in der Stadtplanung für viele, viele Änderungen sorgen, man sehe sich hier etwa ein Beispiel aus Kolumbien an. Oder hier, Barcelona, da geht es um Verkehr und Straßenraum (englischer Text) und um einen Ansatz, von dem man immer mehr liest, nämlich den BürgerInnen die Straße wiederzugeben. Die übrigens, das gehört auch dazu, die Straßen oft auf ihre eigene und eigentlich nicht vorgesehene Art verzieren.

Schließlich noch ein Artikel zur Frage, warum jede Stadt anders tickt und warum sich jemand vielleicht in Frankfurt am Main wohlfühlt, in Berlin aber nicht. Oder umgekehrt. Haben Städte denn tatsächlich einen wahrnehmbaren Charakter, der über die Bausubstanz hinaus nachweisbar ist? Was ist dran, wenn uns Städte unerklärlich unsympathisch sind?

In der nächsten Woche u.a. Etwas zum Thema Urban Gardening, das dürfte dann zu dem passen, was auf einigen Balkonen gerade erntereif wird.

Für dem Freundeskreis Fahrrad zum Ende aber noch eine Meldung, bei der schon die Überschrift interessant ist, alleine schon die Tatsache, dass man darüber überhaupt nachdenkt – über die grüne Welle für Radfahrer.

GLS Bank mit Sinn

Kurz und klein

Woanders – Mit Integration, Island, Lokaljournalismus und anderem

Mennory über Integration und Italiener und Müll und Deutschland. Sehr einleuchtend, das alles. Und sowieso lesenswertes Blog.

Und dann eine immer lesenswerte Kolumne, diese Sammlung nicht witziger Tweets beim Herrn Spiegel.

Im Landlebenblog wird eine Slideshow versucht – und zwar sehr erfolgreich, toll umgesetzt.

Pia Ziefle über Schrauben und Menschen und Lackluft.

Das aktuelle Scheitern zweier lokaljournalistischer Projekte in Hamburg kann einen auch zur der Frage bringen, wieso es eigentlich immer nur ums Geld geht.

Lena Gorelik über Island, wo man irgendwann auch mal hin muss, nicht wahr.

Auf Kwerfeldein ein Artikel über FotografInnen auf Snapchat. Im Text wird Pramudiya erwähnt, den finde ich auch interessant und ziemlich einmalig in der Art der Nutzung.

Außerdem war, ich was wirklich selten vorkommt, zum Essen verabredet, so abends, wie bei normalen Menschen. Da war ich in dieser Trattoria und möchte das kurz für den Freundeskreis Pizza erwähnen – sehr gute, sehr große Pizza, verblüffend günstig.

Und nun noch ein zusammenhangsloser Vogel.

Zwischendurch ein Dank …

… an Michael H. , der den Söhnen Superbruno von Håkon Øvreås geschickt hat – aus dem Norwegischen von Angelika Kutsch, illustriert von Øyvind Torseter. Wir haben noch nicht angefangen, aber es sieht vielversprechend aus und hatte sehr gute Besprechungen. Hier die Verlagsseite zum Buch. Herzlichen Dank!

Woanders – der Wirtschaftsteil

Übers Wetter haben Menschen schon immer geredet, über das Klima reden wir erst seit einiger Zeit – dafür aber immer häufiger. Wenn man die Medien beobachtet, wie wir das hier tun, kann man sagen: es erscheinen seit etwa einem Jahr signifikant mehr Artikel zum Thema Klima, in seltsamen Unwetterperioden wie in den letzten Wochen natürlich noch viel mehr. Der Deutsche Wetterdienst hat in der letzten Gewitterphase 3.000 Warnungen herausgegeben – nicht nur das Wetter ist extrem, auch solche Zahlen sind es. Hier eine wissenschaftliche Einschätzung der aktuellen Situation in Nordeuropa.

Etwas polemischer macht das natürlich mehr Spaß, das finden wir hier. Aber polemisch hin oder her, in den Beitrag ist ein Film eingebettet, und den sollte man ruhig mal bis zum Ende ansehen, das sind 11 gut investierte Minuten, dann versteht man wieder ein wenig mehr vom Thema. Im Text wird ein eher schmaler Temperaturkorridor erwähnt, in dem wir uns wohlfühlen. Dazu bitte auch diese Meldung aus Indien zur Kenntnis nehmen, das hat dann mit Wohlfühlen nämlich rein gar nichts mehr zu tun.

Polemik erreicht die Rezipienten auf einer anderen Ebene als die Logik, und wie man beim Thema Klimawandel wen erreicht, das ist eine Frage, die auch nicht ganz unwichtig ist. Denn wir reagieren ja einfach nicht (englischer Text). In dem SZ-Text ist auch die Rede von der Trauer um das Zeitalter der fossilen Energie, was vermutlich ein Satz ist, der nur auf den ersten Blick wie ein Scherz klingt. Wenn man direkt dahinter diese Meldung über Norwegen liest (englischer Text), wird das vielleicht etwas deutlicher, es ist eben ein Zeitenswechsel, da endet also auch etwas. Da wird z.B. der Wandel im Verkehr, dessen Geschwindigkeit unsere jetzige Vorstellungskraft wohl noch etwas überfordert, plötzlich ziemlich deutlich. Eine ganz ähnliche Meldung gab es übrigens neulich aus Holland, beide Länder sind nicht allzu weit weg von uns, sollte man meinen. Es geht aber auch noch näher – Berlin.

Ein Punkt, der immer noch oft untergeht, ist die Tatsache, dass der Klimawandel die ärmeren Länder härter trifft (englischer Text).In diesem Zusammenhang auch die etwas saloppe Frage, ob das vorhin schon erwähnte Indien die Kurve kriegt.

Den Perspektivwechsel, den wir in dieser Kolumne oft versuchen, etwas einmal von ganz oben, dann wieder aus der nächsten Nähe zu betrachten, den bekommt man beim Klimawandel ganz besonders gut hin. Wir sehen erst einmal global auf diese in den sozialen Netzwerken ungeheuer erfolgreiche Grafik oder, warum auch nicht, auf die Sichtweise der katholischen Kirche – und direkt danach vor unsere unsereHaustür, bzw. vor unsere Deiche. Wobei die Redewendung “vor unserer Haustür” auch durchaus angebracht ist. Und noch einmal apropos Häuser, es geht auch oft unter, dass Menschen bereits jetzt wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen. Nicht erst in irgendeiner nur vielleicht halbwegs nahen Zukunft, es ist die Gegenwart, in der das passiert.

Der Mensch kommt in solchen Situationen auf Ideen, denn der Mensch will dauernd etwas machen.  Dass die Lösung wohl darin liegt, etwas nicht zu machen, Verzicht zu üben, Ansprüche zurückzuschrauben, darin liegt wohl eine der Hauptschwierigkeiten für uns. Etwas nicht zu machen, das fühlt sich einfach nicht wie eine gute Tat an, das ist nichts für Macher wie uns, da müssen wir unser Selbstbild wohl grundlegend renovieren. Aber warum sollten wir das nicht können? Renovieren … da macht man doch schon wieder was.

GLS Bank mit Sinn

Ein anderer Spiegel

Sohn II hat, das kann man nicht übersehen, eine gewisse Ähnlichkeit mit mir. Also nicht unbedingt mit meinem jetzigen Ich, aber doch mit der sechsjährigen Ausgabe von mir, die es einmal gab. Ich habe nicht viele Kinderbilder von mir, aber im Moment sieht Sohn II dem Kind auf diesen wenigen Bildern so dermaßen ähnlich, dass es äußerst seltsame Effekte hat, wenn ich ihn ansehe. Denn manchmal ist der Sohn auch so angezogen, dass die Gegenwart sich modisch nicht in den Vordergrund drängt. Und manchmal ist da auch nichts an Deko oder Zubehör neben oder hinter ihm, was zwingend nach 2016 aussieht. Manchmal läuft er einfach nur über irgendeinen zeitlosen Rasen oder springt in Pfützen oder balanciert über Mauern und sieht zwischendurch zu mir und lacht und ruft irgendwas und bekommt gar nicht mit, dass ich vermutlich ziemlich eigenartig gucke.

Weil da etwas passiert, was ich so noch nie erlebt habe, sein großer Bruder war mir nicht annähernd so ähnlich. Weil mich ein jäher, wilder Schmerz durchfährt, wenn ich den Sohn so sehe, wie ich jahrelang mein eigenes Spiegelbild gesehen habe, mein damaliges Spiegelbild in Spiegeln, Fenstern, Pfützen, Saftgläsern und den Sonnenbrillen der Großen, überall, kindersommerlang und genau so. Mein eigenes Spiegelbild mit diesem Grinsen und den wirr ins Gesicht hängenden Haaren und dem Dreck auf den Wangen und der Frechheit in den Augen und der Zahnlücke und allem, das ist doch nicht er, das bin ich, tat tvam asi, ich bin ich, und der da draußen, das bin ich auch. Weil es in höchst irritierender Weise so ist, wirklich überzeugend so ist, als würde ich geradewegs durch die Zeit gucken, immerhin 44 Jahre zurück in irgendeinen Sommertag damals, Juni 1972, und ich gucke in einen gespiegelten Moment, in dem ich lachend über eine Mauer balanciere, nicht er, in dem ich auf einen Baum klettere, nicht er, in dem ich über den Rasen laufe, nicht er – und das ist verbunden mit einer Traurigkeit, über die ich erst einmal eine ganze Weile nachdenken musste, bevor ich sie verstanden habe. Weiterlesen

Woanders – Mit Greene, Reemtsma und anderem

Die FAZ über den Dritten Mann – wobei Greene sowieso immer wieder empfohlen werden muss, bevor er ganz in Vergessenheit gerät. Obwohl ich mit dem Katholizismus nichts im Sinn habe, sind auch seine Romane, die sich ausdrücklich um den Gottesbegriff drehen, wirklich lesenswert, etwa “Das Ende einer Affäre”.

Das Interview mit Reemtsma zum Thema Gewalt ist zwar schon überall verlinkt worden, das ist aber auch richtig so und wichtig.

Auf die Gefahr hin, dass ich der letzte WordPress-Blogger mit gelegentlicher Werbung im Blog bin, der es noch nicht kannte – mit diesem Plug-In kann man No-Follow-Links ganz simpel einbauen.

Ein Artikel über die gruseligen Folgen des Social Scorings.

Und noch eine Instagram-Follow-Empfehlung: Tsitsicos aus Griechenland.

Ab und zu finde ich noch Kolibris – ich berichtete -, die ich noch nicht fotografiert habe. So wie dieses bodennahe Exemplar vor der Turnhalle, in der die Söhne neuerdings Taekwondo lernen, weil sie gerne Bretter durchhauen möchten, was ja ein verständlicher Wunsch ist. Ich unterstütze das, habe jetzt aber auch unsere Frühstücksbrettchen unter verschärfter Beobachtung.

Gelesen: Gustav-Comics

Gustav von Haimo Kinzler und Leo Leowald

Nämlich “Gustav und Albo vom Aldebaran” und “Gustav und der Professor”, beide von Haimo Kinzler und Leo Lewald (Zeichnungen), erschienen im Stromboli-Verlag.

Gustav von Haimo Kinzler und Leo Leowald

Gelesen haben die Bände sowohl die Söhne als auch ich, zufrieden waren wir alle – und zwar sehr. Das sind herrlich abgefahrene Comics ohne jede lästige Kinderbuchüberzuckerung, sie sind eher schräg bis schrill, lässig humorvoll, mit wunderbaren Anspielungen auf Trash-Filme und mit einer Klassenlehrerin Frau Meier-Greulich, die so selbstverständlich fast über Superkräfte verfügt, wie es eben nur Grundschulklassenlehrerinnen können, junge LeserInnen verstehen das sofort. Das Kunststück, dass jüngere und ältere LeserInnen über verschiedene Ebenen des Textes lachen können, erlebt man leider viel zu selten, es scheint dann doch ziemlich hohe Kunst zu sein, so etwas in Kinderbüchern hinzubekommen. Hier hat es aber wieder geklappt, so etwas muss ich weiterempfehlen.

Gustav von Haimo Kinzler und Leo Leowald

Die Geschichten funktionieren ab etwa sechs Jahren, Jojo mit fast neun Jahren findet sie auch toll. Und ich, mit noch ein paar Jahren mehr, habe sie auch ausgesprochen gern gelesen, was ich nun wirklich nicht von allen Comics im Kinderzimmer behaupten kann.

Gustav von Haimo Kinzler und Leo Leowald

Falls man, vielleicht wegen noch jüngerer Kinder im Haushalt, gerade eine grässliche – und auf Dauer womöglich verdummende – Überdosis Leo Lausemaus etc. hat, diese Bücher hier sind prima Gegenmittel, quasi Kinderbuch-Detox, wie man heute wohl sagt.

Gustav von Haimo Kinzler und Leo Leowald

12 von 12 im Juni

Ich setze “12 von 12” mittlerweile als bekannt voraus, die anderen Ausgaben der zahllosen beteiligten BloggerInnen finden sich (ab 17 Uhr) hier. Wenn jemand “12 von 12” doch noch nicht kennt, man versteht das dann schon, wenn man sich dort etwas umsieht.
Moor

Der Tag beginnt mit längerer Bildbearbeitung, da wir gestern im Großen Torfmoor bei Hille/Lübbecke bei Minden waren. Ein Ausflug, ein Ausflug, da gibt es natürlich ein paar Fotos. Das ist übrigens ein empfehlenswerter Ausflug, hier noch etwas mehr zum Moor und in diesem Blog gibt es vermutlich auch in Kürze noch etwas. Norddeutsche singen bei einem solchen Anblick natürlich reflexmäßig alte Torfrock-Hymnen nach und haben dann tagelang höchst seltsame Ohrwürmer, es ist wirklich schlimm.

Wir sind also, man könnte ja auch vorne anfangen, in Nordostwestfalen, das erklärt auch diesen ländlichen Kaffeebecher.

Während ich also Bilder bearbeite und dann den Anfang vom nächsten Wirtschaftsteil schreibe, hört Sohn I Hörbücher, bzw. -spiele. Zu dem Buch im Bild kann man man natürlich einiges sagen, da fällt sozusagen pädagogisch einiges an, ich lese erst einmal heimlich in der Wikipedia nach, um hinterher profunde Allgemeinbildung vortäuschen zu können, ich habe hier auch einen Ruf zu wahren.

Danach geht es direkt mit dem nächsten Klassiker weiter, da lese ich aber nichts nach, der ist mir noch halbwegs präsent. Wenn ich mich recht erinnere, ist es der Roman von Verne, der in Hamburg beginnt.

Draußen auf den Feldern wächst das Getreide, an den Feldwegen blüht das Gras in wildester Pracht, das macht mich allergiemäßig fertig. Ich nehme Medikamente, die mich unsagbar müde machen. Versuche, mich am Vormittag deswegen noch einmal etwas hinzulegen, scheitern daran, dass die Söhne auf diesem Instrument aus der Hölle Musik machen, ich bin aber zu lethargisch, um ihnen hinterherzujagen. Ich schlafe dann doch kurz ein und träume irgendwas von Slash, das Unterbewusstsein ist schon faszinierend.

In Schwiegervaters Kochbuchsammlung finde ich dieses faszinierende Heftchen, interessant daran auch der Preis: stolze 4,80 DM hat die Broschüre des Vereins für die Deutsch-Chinesische Freundschaft damals gekostet, was mir irrwitzig teuer vorkommt, aber da täuscht die Erinnerung mittlerweile auch massiv, das habe ich schon mehrfach festgestellt. Es war eben nicht alles spottbillig, damals vor dem Euro.

Die Söhne bauen draußen auf dem Hof an Baumhäusern und sonstigen Gebilden, sie machen eben das, was in Hamburg nicht geht – und so muss das ja auch sein.

Und wenn man da etwas zusieht, dann hat man ganz erstaunlich lebhafte Erinnerungen an eigene Bauleistungen in der Kindheit oder in der Jugend, ich zumindest fühle da sofort mit, bis hin zu den Splittern in den Fingern und dem Hammer auf dem Daumen.

Wenn der Großvater mit im Einsatz ist, dann kommen auch solche tollen Rolldinger zustande.

Und ganz egal, was man baut, immer braucht man irgendwann Wasser, das hat mit Logik nichts zu tun. Zweck egal, Wasser gehört dazu, wenn man draußen spielt. Aus dem Schlauch, aus dem Eimer, aus der Regentonne, egal. Wasser ist eben eines der besten Spielzeuge überhaupt.

Zum Schluss gibt es im Garten noch Schokoladenkuchen von Oma, der so schmeckt, dass die Herzdame ihn demnächst auch einmal fürs Blog backen wird. Wenn wir dazu kommen sollten.

Und damit ab nach Hamburg, der Rest des Tages ist Autobahn und Auspacken, wir schließen hier.