Woanders – Mit den Peanuts, unwitzigen Tweets, Werbung und anderem

Wie Franklin zu den Peanuts kam.

André Spiegel hat eine neue Ausgabe von “Keiner davon ist witzig”. Immer lesenswert.

Ich freue mich übrigens sehr, wenn hier noch ein paar für mich abstimmen – oder für eine der Damen natürlich. Es ist wie bei allen Wahlen, so etwas lebt vom Mitmachen.

In Hamburg soll es auch einen Unverpackt-Laden geben. Finde ich gut.

Über Werbung in Blogs. Es bleibt kompliziert. In diesem Blog wird Werbung weiterhin ab und zu stattfinden, wobei mich bei Testaktionen die Produkte schon ausdrücklich interessieren müssen – oder ein anderes Familienmitglied.  Davon abgesehen ist das hier natürlich quasi eine Dauerwerbesendung für die GLS Bank, und dazu kann ich nach wie vor mit Begeisterung stehen.

Zur Büchernot blinder oder schwer sehbehinderter Menschen.

Ein Interview mit dem Autor Peter Härtling.

Das hier gekocht, was überraschenderweise wirklich saugut schmeckte. Das klingt vielleicht gar nicht so, wenn man die Überschrift liest – aber das lohnt sich.

Auch sehr schön: Peter Kümmel über Matthias Brandt über Sautet und Piccoli/Schneider. Es gab ja tatsächlich eine Zeit, der Herr Brandt ist nur ein paar Jahre älter als ich, da haben wir damals als jugendliche und vollverpickelte Möchtegernintellektuelle diese französischen Filme gesehen und gedacht, dass wir auch einmal so werden, bald sogar, dass wir genau diese Art Erwachsene sein werden: mit der unvermeidlichen Zigarette im Mund und dem Glas in der Hand  abends geistreich mit Freunden über Liebe redend, beruflich womit auch immer ungeheuer erfolgreich und stets neben einer berauschend schönen Frau, deren Tiefe und Geheimnis man nie ganz auf die Spur kommt, aber das macht dann nichts, das ist dann eben die eigentliche Geschichte, das ist dieses gewisse schmerzhafte Element, ohne dass alles zu leicht und zu flach ist, wir sind ja nicht in Hollywood, es darf schon etwas geistreicher sein. So ging das doch, diese Vorstellung. Und das mit den Zigaretten und dem Alkohol, das hat eine Weile auch ganz gut geklappt, das war sogar ziemlich einfach. Mit dem Rest war es dann deutlich komplizierter.

Menschen, die begeistert traurige Musik hören, sind einfühlsamer, schöner, intelligenter, eloquenter und auch einfach netter als andere, sie können außerdem wesentlich besser kochen, tanzen und vermutlich auch angeben. (der Schreiber dieser Zeilen dreht entschlossen Element of Crime lauter)

Und für alle, die sich momentan etwas hängenlassen:

Wer noch nicht ganz so tief unten ist und dennoch etwas Herzeleid pflegt: Dem Wetterbericht nach zu urteilen ist heute vermutlich der perfekte Tag für dieses Lied:

Und die Herzdame und ich hatten gestern den immerhin zwölften Hochzeitstag, wozu Bernd Begemann, mit seinen Songs ein Begleiter unserer Beziehung vom ersten Tag an, das Ständchen mit dem passenden Text bringt. Zwölf Jahre verheiratet, sechzehn Jahre zusammen. Wir kommentieren das liebestrunken in norddeutscher Begeisterung: “Läuft.”

Die Herzdame testet: den Swopper (Werbung)

Ein Test Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, nicht mehr ganz so jung, von Rückenschmerzen geplagt

Wie Ihr wisst, gibt es gelegentlich Reklame hier im Blog, die entsprechend gekennzeichnet werden muss, das hier ist so ein Fall.

Herzdame an Swopper

Das Letzte, was ich jemals in meinem Leben wollte, ist schreiben. Ich kann nämlich nicht schreiben. Ich brauche Stunden für einen geraden Satz, der mich dann auch noch zufrieden stellt. Außerdem denke ich immer, das interessiert sowie niemanden. Deshalb schreibe ich manchmal tagelang nichts bei Facebook oder Twitter. Und seit neuestem poste ich nur noch Instagrambilder von meinen Yogi-Tee-Sprüchen, damit nicht auffällt, dass ich eigentlich nichts zu sagen habe.

Blöd also, dass ich ganz laut „hier“ gerufen habe, als der Gatte fragte, ob wir einen Swopper testen wollen. Jetzt habe ich die Chose und Schuld ist mein Rückenleiden.  Im Frühjahr habe ich mir einen Lendenwirbel ausgerenkt. Der kam nach ein paar Wochen wieder ins Lot, als ich nachts beim Befüllen einer Wärmflasche in der Küche bewusstlos wurde und mit dem Kopf auf den Fußboden geknallt bin, dabei habe ich ihn wieder eingerenkt. Eine seltsame Methode, so etwas zu kurieren, aber es hat funktioniert. Bis jetzt habe ich aber immer noch mit den Folgen zu tun. Die Gehirnerschütterung war Gott sei Dank nach einer Woche wieder gut. Auch bei den Jungs wirkt der Vorfall noch nach, die haben mich nämlich auf dem Fußboden gefunden. Und immer, wenn jetzt etwas in der Wohnung klingt wie ein umgefallener Kartoffelsack, kommen alle aufgeregt angerannt, um nach mir zu sehen. Sweet, oder?

Natürlich habe ich Krankengymnastik gemacht und zwinge mich auch regelmäßig auf die Turnmatte, aber ganz weg ist es noch immer nicht.

Ich weiß auch schon länger, dass mein geerbter Arbeitsstuhl nicht so ganz optimal ist…

Erbsessel

Aber schön ist er! Das kann man nicht anders sagen, finde ich.

Deshalb habe ich seinerzeit ein bisschen recherchiert und bin da schon mehrfach auf den Swopper gestoßen. Ich fand ihn aber mit durchschnittlich 500€ bis 600€ nicht gerade günstig und hatte schon drüber nachgedacht, ein Konkurrenzprodukt für einen kleineren Preis zu kaufen. Schwierige Entscheidung! Aber manchmal hilft ja auch einfach aussitzen (übrigens eine Strategie, die die restliche Familie hier perfekt beherrscht) und so kam der Aktiv-Stuhl, wie er auch so schön genannt wird, dann doch noch zu mir.

Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass dieser Produkttest wie immer im Hause Buddenbohm gehandhabt wird und wie das auch die Söhne machen: Vaddern diktieren, wie sie das Produkt finden. Der macht das schon.

Aber dann war der Swopper im Haus und der Ehemann fing an nachzukobern, (ein Wort, das ich übrigens vom Gatten gelernt habe): Wenn ich den Stuhl will, muss ich auch darüber schreiben.

Jetzt zum eigentlichen Produkttest:

Es gibt unzählige Varianten, Farben und Bezüge für den Swopper. Mit Rollen oder Gleitern. Wenn man mag, kann man ihn auch mit Lehne bestellen. Es gibt 2 Federn zur Auswahl, die sich nach dem Gewicht richten. Wenn ich richtig gesehen habe, gibt es sogar einen extra Kinderstuhl.

Ich durfte mir den Swopper selbst konfigurieren und habe mich für einen klassischen in schwarz mit Mikrofaser-Sitzbezug und Rollen entschieden. Eigentlich wollte ich auch eine Rückenlehne, weil ich mehrfach gelesen habe, dass man zwischendurch auch immer wieder den Rücken entlasten soll. Da aber angeblich die meisten Swopper-Mitarbeiter im Büro dort ebenfalls ohne Lehne arbeiten, habe ich mich überzeugen lassen, es erst einmal so zu probieren.

Ich will hier gar nicht alles runterbeten, was der Stuhl Tolles kann, das findet man auch beim Hersteller:

http://www.aeris.de/swopper/
http://www.aeris.de/3d-ergonomie/

Das Wichtigste ist, er wackelt in alle Richtungen, horizontal, vertikal, so dass man sich wirklich viel beim Sitzen bewegt. Außerdem ist der Sitz so geformt, dass man deutlich aufrechter sitzt als bei einem normalen Stuhl.  Je nachdem, wie viel man beim Sitzen zappeln mag, kann man den Swopper mit wenigen Handgriffen einstellen.

Zur Einstimmung habe ich mir die Youtube-Videos des Herstellers angeschaut, die den Stuhl als Wunderwaffe für Rücken, Herzkreislauf und Kalorienverbrennung preisen.

Man kann sich sogar eine App runterladen, das mache ich mal, wenn ich ganz viel Zeit habe (also nie). Eigentlich wollte ich nur weniger Rückenschmerzen, aber wenn ich jetzt auch noch durchs Sitzen schlank werde – perfekt! Vielleicht klappt es dann doch noch mit der Modelkarriere.

Der Hersteller schreibt, dass es anfangs ungewohnt ist, so zu sitzen und empfiehlt, den Aktiv-Stuhl erstmal nur kurz zu benutzen und langsam zu steigern. Und er hat vollkommen Recht.

Herzdame an Swopper

Keine Ahnung, ob das Einbildung war, aber mindestens den Rücken betreffend hatte ich schon in den ersten Tagen den Eindruck, einen deutlichen Effekt zu verspüren und statt der gewohnten Rückenschmerzen zur Abwechslung mal Muskelkater zu haben. Aber Muskelkater ist ja auch immer ein schöner Schmerz, da weiß man, was man getan hat. Finde ich.

Ein weiteres Highlight des Stuhls ist die Funktion als Spielzeug für die Söhne. Ich kann zwar manchmal stundenlang nicht drauf, weil sie sich mit dem Bauch drauflegen, im Kreis drehen und ihr Gesicht an den wunderbar weichen Mikrofaser-Bezug schmiegen, aber dann kann ich es mir wenigstens mal wieder in meinem alten Lieblingsstuhl bequem machen, zuschauen und entspannen.

Nach zwei Wochen Swoppen merke ich jedenfalls, dass ich mir um die Sache mit dem Sitzen eigentlich nie wirklich viele Gedanken gemacht habe, bzw. sie komplett verdrängt habe. Im Prinzip weiß man, wie wichtig eine ergonomische Arbeitsumgebung ist, dass man gerade sitzen soll, Beine…, Arme…, blablabla, Ihr kennt das. Aber das kostet auch alles Geld, sieht meistens doof aus und viel Platz haben wir in unserer kleinen Dreizimmerdachwohnung auch nicht.

Wenn ich jetzt auf dem Swopper sitze, fällt mir nun viel schneller auf, wenn ich wieder in mich zusammenfalle. Man kann sich einfach nicht gut fläzen, denn das ist  auf dem Swopper unbequemer als gerade zu sitzen, aber das ist ja irgendwie auch der Sinn der Sache. Ich sitze jetzt also nicht mehr einfach so rum, sondern viel bewusster als vorher. Wie sich das langfristig auf meinen Rücken auswirkt, wird man dann sehen, aber meine vorläufige Erkenntnis ist erst einmal: Sitzen ist Arbeit.

Ein bisschen schwieriger wiederum ist die Erkenntnis, dass mein schöner alter Schulschreibtisch für den Swopper jetzt zu niedrig ist. Auch wenn der Hocker höhenverstellbar ist, niedrigere Tische eignen sich nicht gut. Das ist tatsächlich mal ein Nachteil. Also lieber erst messen, dann kaufen. Deshalb sitze ich zum Arbeiten neuerdings am höheren Esstisch, während der Schreibtisch als Papierablage und Lego-Werkbank verkommt. Weil aber hier niemand Lust hat, vor den Mahlzeiten erst aufzuräumen, quetschen wir uns nun beim Abendbrot zu viert an unseren sehr kleinen Küchentisch. So wird jetzt wenigstens wieder mehr gekuschelt in der Familie.

Auch Wäsche zusammenlegen ist jetzt viel schöner als vorher. Da rolle ich mir den Swopper an den Esstisch, drapiere die Wäschekörbe auf den Stühlen um mich herum, gucke Tatort und swoppe beim Wäsche machen so vor mich hin. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten des Swoppens ich noch so entdecke.

Swopper

Alles in allem kann ich sagen, ich gebe meinen Swopper bestimmt nicht mehr her und werde ihn auch gegen den Rest der Familie mit allen (fairen und unfairen) Mitteln verteidigen.

Was für ein Zufall ist es doch (echt jetzt), dass die Firma aeris gerade 20-jähriges Jubiläum hat und noch bis Ende September 20 Aktiv-Stühle verlost. Wenn Ihr mitmachen wollt, ich halte Euch die Daumen!

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe für alle, die irgendwo wohnen. Oder irgendwo anders wohnen möchten, das soll ja auch erstens weit verbreitet und zweitens mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Da sieht die Schlagzeile “Zwei Millionen Wohnungen in Deutschland stehen leer” auf den ersten Blick seltsam aus. Bis einem wieder einfällt, dass jemand, der im Prenzlauer Berg oder in Eimsbüttel oder im Westend etwas sucht, sich kaum über ein günstiges Angebot aus dem Vogtlandkreis freuen wird. Obwohl man da sicher nicht lange suchen müsste, obwohl es da wirklich günstige Angebote gibt, obwohl da MaklerInnen womöglich ungeahnt freundlich auftreten. Für den Smalltalk zum Thema kann man sich die Begriffe “Schwarmstädte” oder Ankerstädte” merken, da werden dann immerhin auch Städte wie Kiel oder Darmstadt plötzlich interessant.

Verschiedentlich las man in der letzten Zeit von der Rückbewegung aufs Land, das ist etwas verwirrend, was stimmt denn nun? Alle rein, alle raus? Beim Spiegel liest sich dieses “Raus aufs Land” eher so, als ginge es um eine Erweiterung der Metropolregion, um das Haus am Waldrand mit S-Bahn-Anschluss. Das ist dann aber nicht Land, das ist Suburbia. Das Dorf, das Land, das ist eher bei Lüchow, um mal ein Beispiel mit sehr viel Engagement zu nennen.

In Berlin, Hamburg und so weiter, in den Städten also, in die es gerade alle zieht, fällt die Wohnungssuche wörtlich ins Wasser, da ist man dann beim Hausboot. Und wenn man wissen will, wie das weitergeht, dann sollte man in dem Artikel bis zur Passage über London lesen, das sämtlichen deutschen Städten in Fragen der Gentrifizierung dezent voraus ist. Wenn man eher an Gemeinwohl, sozialverträglicher Stadtentwicklung und verwandten Themen interessiert ist, wird man vermutlich eher an dieser Liste von Möglichkeiten im Freitag Gefallen finden. Eine weitere Idee kann man in der Sächsischen Zeitung nachlesen, da verbindet sich das Thema Wohnen mit dem Thema Flucht, es geht um ein Haus, das von den künftigen BewohnerInnen zumindest teilweise selbst vollendet wird.

Tiny Houses, die vom Freundeskreis Minimalismus gerne als Lösung für das Wohnproblem gesehen werden, verspottet die NZZ hier. Auf den naheliegenden Gedanken, dass so ein Tiny House vielleicht gut zu bestimmten Lebensphasen passt und gar keine Dauerlösung sein muss, kommt man in dem Text allerdings nicht.Wesentlich mehr Verständnis bringt da die FAZ auf. Ob man mit klaustrophobischer Beklemmung oder mit minimalistischer Freude reagiert, es hängt eben sehr von der Lebenssituation der Betrachter ab. Nebenbei registrieren wir übrigens, dass neue Ikeakataloge keineswegs nur in Deutschland für längere Abhandlungen in den Medien gut sind. In der Zeit wurde, viele werden es gesehen haben, die Multikulti-Ausprägung des Katalogs bemängelt, hier geht es um die Enge der Möbel-Arrangements. Die einen sehen all das beim Durchblättern, die anderen nicht.

Aber egal, wie man das mit den kleinen und kleinsten Häusern sieht – es ist immerhin ein Thema, bei dem man noch auf Ideen kommen kann, das ist doch so schlecht nicht.

Und manchmal, das sollte man auch und gerade im beginnenden Herbst nicht vergessen, ist sehr wenig Platz wohl immer noch besser als gar kein Platz. Besonders in kalten Nächten.
GLS Bank mit Sinn

Spiele und die Folgen

Da gab es doch wieder Diskussionen über böse Spiele, die von der Jugend auf dem Computer, dem Handy oder worauf auch immer gespielt werden. Spiele, die unseren Nachwuchs entweder komplett verblöden oder aber aggressiv machen, zumindest gerüchtehalber, Stichwort Killerspiele, Sie kennen das. Darüber denke ich nach, weil mich das Thema etwas verunsichert. Aber nicht als Vater, wie man zunächst denken könnte, nein, eher als erwachsener Durchschnittsbürger. Denn es ist doch so: wir haben ja auch einmal gespielt. Wir alle. Und wenn es tatsächlich so ist, dass die heutigen Spiele die Kinder dermaßen beeinflussen, dass sie dabei ihre Intelligenz einbüßen oder sonstwie durchdrehen – müssen wir uns dann nicht fairerweise fragen, was die Spiele unserer Kindheit mit uns gemacht haben? Erklärt das nicht auch etwas? Warum sollte es denn so sein, dass unsere Spiele sich nicht auf uns ausgewirkt haben, das ergibt doch keinen Sinn. Spiel ist Spiel, ob nun digital oder mit handgeschnitzten Holzfiguren, alle Kinder spielen zu allen Zeiten hochkonzentriert, hingegeben, begeistert, engagiert, die Zeit vergessend. Mit was auch immer.

Vermutlich müssen wir also nur einmal überlegen, was wir gespielt haben, und uns dann fragen, wie wir sind, vielleicht hilft das tatsächlich weiter. Ich z.B. habe damals, ich bin noch Generation Brettspiel, stundenlang Mensch ärgere dich nicht und Malefiz gespielt. Das klingt so nett und harmlos, aber was heißt das bei näherer Betrachtung? Ich habe als Kind intensiv gelernt, andere komplett in den Wahnsinn zu treiben und ihnen Steine in den Weg zu legen. Ich müsste wohl meine heutigen Kollegen fragen, ob sich das tatsächlich bis heute spürbar auswirkt – aber die reden nicht so gerne mit mir. Komisch eigentlich.

(Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten)

Woanders – Mit der Onleihe, Toni Erdmann, Buchcovern und anderem

Sven schreibt über die Online-Ausleihe der Hamburger Bücherhallen und erweist sich als einigermaßen leidensfähig. Meinetwegen könnte er übrigens gerne hauptberuflich über Technikkram schreiben, ich mag das sehr.

Pia Ziefle über Bildungskosten. Eine winzige Ergänzung dazu: Dass man hier am Anfang des Schuljahres 25 Euro in die Klassenkasse zu zahlen hat, das fand ich z.B. auch recht flott und ich habe mir das “Wir hatten ja nichts, nicht einmal eine Klassenkasse” nur knapp verkniffen.

Ich war mit Isa im Kino und sie hat drüber geschrieben. Das ist schön, wenn man mit BloggerInnen befreundet ist, manchmal muss man dann nicht einmal mehr selber bloggen. Im Zusammenhang mit dem Film noch dieser Link, es geht um europäische Kostüme, die bei der Geister- oder Wintervertreibung eingesetzt werden, eines davon kommt im Film vor.  

Nur ein paar Meter von uns entfernt, von vielen Vorbeigehenden noch nie wahrgenommen. Das KIDS, eine wichtige Sache, die zu verschwinden droht. Aber es wird wirklich gebraucht.

Johanna kommt ins Heim, einfach ist das nicht.

Buchcover und Länder. Mit sinniger Ergänzung hier.

Auf Youtube gibt es – wieso habe ich das denn nicht gekannt? – eine Originlaufnahme der Astern von Benn, gesprochen von ihm selbst. Nanu.

Hier verreißt jemand einen ersten Satz. Ich finde den zwar auch nicht gut, halte den Kult um erste Sätze aber ansonsten für stark übertrieben. Man kann auch einfach mit einem okayen Satz anfangen, wenn der erste Absatz genug hergibt. Oder die erste Seite. Ich lege beim Lesen eines neuen Buches jedenfalls nicht das Buch nach dem vorsichtig schlürfend genossenen ersten Satz wieder aus der Hand und schmecke darauf herum wie ein Kenner bei der Weinprobe, Stirn in Falten, verträumter Blick, irgendwas im Abgang suchend, Anklänge von Tannenzapfen und Brombeeren, was weiß ich. Neben mir liegt zufällig gerade Yasmin Reza, “Glücklich die Glücklichen”,, das fängt an mit “Wir waren bei den Wochenendeinkäufen im Supermarkt.” Das finde ich vollkommen in Ordnung.

Damals. Mit Erwähnung dieses unsäglichen Artikels über den Ikea-Katalog, der eigentlich gar nicht satisfaktionsfähig ist.

Bei den Krautreportern geht es um Trollringe. Klingt so nett nach Tolkien, ist aber nicht nett, ist grauenvoll.

Und dann noch etwas zu Bautzen, aus etwas anderer Perspektive.

Ich habe mit Sohn I etwas über das Programmieren diskutiert, die Arbeit am Wirtschaftsteil wirkt sich eben auf das Familienleben aus. Und ich finde, das passt auch bei Neunjährigen. Ich habe das etwas mit diesem Spiel untermauert. Das kann man gut machen, fanden wir, das ist einleuchtend aufgebaut und um überhaupt verständlich zu machen, wie logisch und unberbittlich geradeaus ein Programm nach Befehlen vorgeht, wie Schleifen funktionieren etc., dafür ist das gut geeignet. Wir sind noch am Anfang, aber damit machen wir weiter, es geht nur um elf Befehle, das ist angenehm übersichtlich. Anweisungslogik und Loops kann man aber auch lässig nebenbei erklären, etwa im Bad – der Vater sagt so oft “Jetzt Zähneputzen”, bis beide Söhne es getan haben. Ein ganz einfaches Programm, mäßig effektiv, aber immer wieder eingesetzt und seit -zig Elterngenerationen aufwärtskompatibel, ganz egal, wie oft “Kind” upgedatet wird. Und da kann man eigentlich auch gleich Prozessentwicklung anschließen und mit den Kindern gemeinsam überlegen: Kann man das Programm vielleicht irgendwie verkürzen? Kann man etwas streichen, ersetzen, optimieren? Und was sind in diesem Fall eigentlich die variablen Werte im Programmablauf? Na, und so weiter.

Und dann noch etwas Musik. Nick Lowe, auch interessant. War mit der Tochter von Johnny und June verheiratet, guck an. Die Sache mit Welt/Dorf gibt es also auch in den Playlists.

Kippwoche

Der Stadtsommer war wie eine schlechte und langweilige Party, die erst in der letzten Stunde, kurz bevor man wirklich, wirklich gehen muss, um den letzten Zug gerade noch zu bekommen, unerwartet Fahrt aufnimmt – und wie. Plötzlich Bombenstimmung, plötzlich alles richtig, plötzlich Spaß und dieses selten schöne Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zu sein, weder zu betrunken noch zu nüchtern. Und man weiß, es hört gleich auf, noch zwei Bier, noch eines, vorbei, jetzt los. Genau so dieser Spätsommer, noch drei Tage, noch zwei Tage, noch einen Tag. Die Regenfront, von der der Wetterbericht seit Tagen raunt, sie kommt am Donnerstag, am Freitag, am Sonnabend, sie kommt, sie wird schon kommen, aus Südwest wird sie kommen. Und danach ist dann Herbst. Aber jetzt ist die Stadt noch heiß und die Abende sind sattwarm wie in den großen Städten des Südens. Die Menschen sitzen vor den Cafés und Bars, und je später am Abend man vor die Tür geht, desto mehr Menschen sitzen da, es werden immer noch mehr. Sie sitzen nicht nur auf den Stühlen, sie sitzen auch in den Hauseingängen und auf den Mauern, Treppen, Stromkästen und auf den Spielplatzschaukeln, sie sitzen einfach irgendwo und überall.

Niemand möchte drinnen sein, es sind nur noch drei Tage, es sind nur noch zwei Tage, es regnet bald, frischt der Wind nicht schon auf, es raschelt so in den Bäumen und einen trinken wir noch. Das drängende Gefühl, noch etwas Sommerliches tun zu müssen, heute noch, jetzt sofort, hier, was könnte man verpassen, man muss doch. Es ist so ein seltsam drängendes und unverständlich wehes Gefühl, es ist so ein Gefühl, als müsse man sehr viel in sehr kurzer Zeit erledigen, und dabei aber auf keinen Fall etwas tun. Es ist so warm, wir bleiben noch. Die Kinder wollen nicht ins Bett, die Kinder müssen nicht ins Bett, wer die Kinder ins Bett bringt, muss in die Wohnung, da kann man noch den ganzen Herbst über sein, wer jetzt ein Haus hat, will dort nicht hinein. Die Kinder spielen immer noch im Park, es ist schon spät, es ist dunkel, ein räudiges Stadtdunkel ist das, es hängt von Autoscheinwerfern zerzaust zwischen den Büschen im Park.

Der Wind frischt nicht auf, nichts ist frisch, gar nichts. Warm weht es durch die Straßen, ganz warm, umarmungswarm. Und ein wenig muffig ist es auch, was da weht. Diese Böe hat schon die halbe Stadt passiert und ist müde, diese Böe hebt nur noch ein paar Papierservietten auf den Tischen vor den Restaurants hoch und ein wenig auch den Rocksaum der Frau an der Bushaltestelle, die da eben einfach stehenblieb, obwohl doch der Bus kam, obwohl die Tür sich vor ihr öffnete und den Blick auf einen Busfahrer freigab, der sie kopfschüttelnd ansah und dann weiterfuhr. Sie steht da noch und lehnt am Fahrplanhalter und guckt ins Nichts und will vermutlich auch nicht nach Hause. Niemand will nach Hause, es ist noch schön, jetzt gerade ist es noch schön, gleich noch, ein wenig noch und so warm. Obwohl das Licht seltsam ist, ein fahler Filter über dem Straßenabend, die Spinnweben sehen in diesem Licht aus wie von Menschen an die Laternen und an die Ränder der hellen Schaufenster gesponnen, abgefahrene Herbstdeko überall und viel zu groß die Netze. Die jugendlichen Basketballspieler im Park stehen und spielen nicht, warum spielen die nicht, der eine hält den Ball im Arm. Die stehen da nur und einer zeigt zum Mond, der hängt groß und fast voll knapp über dem Dach der Schule, und das Flutlicht am Korb und das Mondlicht vermischen sich, dass die T-Shirts leuchten wie an einem falsch eingestellen Bildschirm. Es riecht nach Grill und nach Abgasen und Zigarettenrauch und Dope, aus allen Richtungen hört man Gemurmel und Gläserklingeln und Lachen.

Die Menschen bestellen noch eine Runde, denn es ist immer noch warm und es wird einfach nicht kühl, wann war es denn zuletzt kühl, es ist schon Tage her oder sind es Wochen, man weiß es gar nicht mehr genau. Der ganze Sommer war kühl, das weiß man noch. Das wird jetzt bis zur Neige wettgemacht und weggetrunken und die Menschen lachen und seufzen und lehnen sich zurück und sehen nach oben, wo man keine Sterne am Großstadthimmel sieht, keinen einzigen. Der Himmel ist bedeckt und vielleicht ist das schon der Regen, guck mal, da kommt doch was, da braut sich etwas zusammen. Vielleicht haben wir nur noch morgen, vielleicht noch zwei Tage und dann aber auf jeden Fall. Aus dem Park hört man das Auftippen des Balls, auf den Bänken am Rand sitzen Paare und halten Hände und küssen Schultern und flüstern und hoffen. Es ist so warm, da könnte man doch. Zu ihren Füßen das Herbstlaub, es raschelt, wenn sie die Beine bewegen. Ein Hund schnüffelt vorbei und überhört jemanden zwischen den Bäumen, der ihn immer wieder ruft. Mitten auf dem Rasen schläft einer, der sieht nicht aus, als hätte er keine Bleibe.

Morgen ist ein Werktag, aber dieser Abend ist ein Urlaubsabend, das Gefühl kann kaum täuschen, genau so geht Urlaub doch, so warm und so leicht und so egal, wann man was macht. Erst einmal wird noch etwas bestellt, das kann nicht falsch sein, man sitzt so gut, man braucht keine Jacke, man braucht überhaupt nichts, noch stundenlang könnte man so sitzen und man macht es auch. Es wird immer noch nicht kühler, wann es in dieser Nacht wohl kühler wird. Vielleicht in the wee small hours, vielleicht auch erst am Morgen, und kurz darauf führt die Sonne dann doch noch einmal den Hochsommer auf, wegen des großen Erfolges, dann aber endgültig letzter Vorhang und last order. Die Stadt wird noch einmal glühen, und alles wird viel langsamer sein als sonst. Wenn man sich nur wenig und nur zögerlich bewegt, geht die Woche vielleicht nicht so schnell vorbei. Morgen Abend kommen alle wieder. Wenn es nicht regnet. Sie sehen zum Himmel und riechen die Luft und nicken. Einmal noch.

Ganz sacht ist er, der Wind aus Südwest, ganz sacht.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Algorithmen werden in den Medien gerne in tendenziell unheilvollen Meldungen thematisiert, was vermutlich auch wegen einer kollektiv tief verwurzelten Aversion gegen die Mathematik gut läuft. Wir listen dennoch einige Meldungen zu Algorithmen und moderner Technik, vielleicht ist auch für Mathe-Allergiker etwas dabei.

Peter Glaser denkt z.B. grundsätzlich darüber nach, ob der Mensch algorithmisiert werden kann. Da fallen schon einige Namen und historische Beispiele, wenn man das noch etwas vertiefen möchte, kann man hier etwas zu Ada Lovelace nachlesen, das gehört unbedingt zum Thema und müsste heute wohl allgemeines Schulwissensein sein, wenn es mit rechten Dingen zugeht. Apropos Schulwissen – da gibt es auch eine aktuelle Diskussion, die zum Thema passt, dazu hier ein paar vertiefende Gedanken.

Weil in den Artikeln vorhin anklang, dass Algorithmen den Menschen entlasten können, muss man übrigens zwischendurch auch dem Zweifel daran eine Chance geben. Und wenn man schon zweifelt, landet man vielleicht auch noch bei der Sinnfrage, die beim Thema Algorithmen völlig angemessen ist. Und da geht es durchaus nicht nur um den Sinn der Algorithmen, es geht auch um unsere Sinnfindung. “Die Krise der Arbeit als Chance sehen”, so heißt das bei Sascha Lobo, der über die alte Arbeiterpartei und die Arbeit an sich nachdenkt. Man beachte die Formulierung von der Arbeit als Ersatzreligion, auch nicht uninteressant.

Wer sein aktuelles Wissen zum Thema Algorithmen weiter ausbauen möchte, findet auf der Seite Algorithmwatch.org regelmäßig interessante Updates zum Thema. Das lohnt sich, denn, wie in der SZ erläutert wird, fehlt es oft an Tiefe und an Diskussionskultur, wenn wir über die digitale Zukunft reden oder über das, was wir für die Zukunft halten wollen.

Im Spiegel findet man noch einen Hinweis auf ein nicht gerade allgemein bekanntes Thema, nämlich auf die digitale Diskriminierung. Das dort dargestellte Beispiel mit Israel in der Suchmaschine ist ziemlich einleuchtend und genau solche Sachverhalte sind ein weiterer Grund, sich mit dem Thema Algorithmen zu befassen. Es geht nicht darum, sich vor dem Thema zu fürchten, es geht darum, das Thema zu verstehen und dann auch gestalten zu können.

Und wenn das alles jetzt doch viel zu technisch war, zu digital, dann wird es vielleicht Zeit, einfach mal ein Kissen zu besticken. Das passt schon und ist auch sinnvoll, gar keine Frage.

GLS Bank mit Sinn

Gelesen – J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land

Deutsch von Monika Köpfer.

Das Buch ist überall schon besprochen worden, ich sah gerade eben diese freundliche Rezension und möchte nur schnell etwas anfügen, nämlich ein dezentes “Husch, husch!”

Weil man sich etwas beeilen muss und dann gerade noch etwas hi  nbekommt, was sich vermutlich lohnt. Dem aktuellen Wetterbericht nach ist es noch etwa eine Woche lang Hochsommer, ist es nur noch ein paar Tage lang August im September. Und dieses Buch ist ein Augustbuch, ein ausgesprochenes Spätsommerbuch, im Park zu lesen, im Garten oder am Waldrand, zur Not auch auf einem Balkon mit ein paar Blumentöpfen.

Wenn der Sommer mit jedem Tag etwas mehr kippt, wenn die ganze Pracht schon gilbt und die Vögel längst ziehen, obwohl die Sonne noch brennt, wenn es abends manchmal schon strickjackenkühl wird und es morgens nach Herbst riecht, und wenn der Sommer bald nur noch erinnert wird, aber nicht mehr wärmt, dann ist dieses Buch aber so etwas von perfekt.

Ich bin ja ein großer Freund des situativ korrekten Lesens, und bei diesem Wetter, mit etwas Ruhe und zumindest ein wenig Grün – es ist ein ganz dünnes Buch, man schafft es leicht in den wenigen Tagen oder Stunden, die uns noch bleiben, bevor man im September schon den Oktober fühlt und dann reflexmäßig gleich den November mitdenkt und für ganz andere Bücher bereit ist. Das wollte ich doch schnell noch empfohlen haben.

Vorgelesen – Dave Shelton: Bär im Boot

Übersetzt, und zwar saugut übersetzt, wirklich fluffig übersetzt von Ingo Herzke. Ein höchst bemerkenwertes Kinderbuch, ich werde es ein wenig lobpreisen müssen.

Ein Junge steigt zu einem Bären in ein Boot, er möchte auf die andere Seite – und der Bär rudert los. Und herrlich kinderbuchuntypisch wird das nicht weiter erklärt. Man erfährt nicht, warum der Junge wohin will, was auf der anderen Seite ist, wovon das überhaupt die andere Seite ist, wieso der nicht sehr große Junge alleine unterwegs ist, warum es normal ist, dass der Bär reden kann, nichts, nichts, nichts wird erklärt. Der Junge setzt sich hin, der Bär rudert. Er rudert ein kleines, altes, nicht eben vorzeigbares Boot, die Harriet. Und bald ist links Meer, rechts Meer, hinten Meer, vorne Meer, unten Meer und obendrüber ein endloser blauer Himmel, und mehr ist da nicht, rein gar nichts.

Im Boot liegt nicht allzu viel herum, da sind auch keine reichlichen Vorräte, da ist nur eine verdächtig gleichmäßig blaue Seekarte mit einem unbestimmten Fleck darauf, und unter einer Sitzbank gibt es noch ein paar äußerst befremdlich belegte Sandwiches. Und ein wenig ruderboottypischer Kram, aber das ist nicht viel. Der Bär und der Junge sind sich zunächst nur mäßig sympathisch, aber da sind ja nur die beiden, also reden sie manchmal miteinander. Und bald müssen sie auch etwas mehr machen, als nur rudern und reden, denn sie kommen einfach nirgendwo an, obwohl der Bär äußerst empfindlich auf den Vorwurf reagiert, sich womöglich verirrt zu haben. Auch ein Bär hat eine Kapitänsehre.

Und weil im Boot nicht viel passiert, aber die Situation doch irgendwie bedrohlich ist, bekommt der Autor das einigermaßen spektakuläre Kunststück hin, die Handlung gleichzeitig ermüdend und spannend zu gestalten, was ich für eine starke Leistung halte. Für Jungs, die in Kürze einschlafen sollen, ist das die ideale Mischung, das schraubt einen durch die immer gleiche Szenerie in den Schlaf – und durch die unklare Aussicht auf das Ende in Träume von Möglichkeiten. Perfekt.

Und das Buch bekommt es außerdem ganz wunderbar und ohne jede Zeigefingerheberei hin, dass es schon bald nicht mehr um das Ankommen geht. Ganz wie im richtigen Leben, nicht wahr, man lebt ja in aller Regel nicht freudig dem Ende entgegen und ist begeistert, dort möglichst früh anzukommen (ja, es gibt Ausnahmen, schon klar, wir alle wissen das, aber wir reden hier von einem Kinderbuch). Man lebt so vor sich hin, man rudert so vor sich hin, man kümmert sich um das Essen und um seinen Schlafplatz, ob nun mit oder ohne einen Bären. Und wenn ein Bär dabei ist, dann lernt man den mit der Zeit eben besser kennen und kommt irgendwann schon darauf, warum das eine ziemliche gute Idee ist, das geht einer gewissen Bloggerin übrigens ganz ähnlich.

Das war ein Buch, mit dem wir plötzlich in einer erzähltheoretischen Diskussion landeten, weil die Söhne dann doch wissen wollten, wieso der das so erzählen kann, so ganz ohne etwas zu erklären, das ist doch ungeheuerlich. Als vorlesender Vater möchte man da leise lächelnd den Satzanfang “Als der kleine Junge eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte …” irgendwo einbauen, so schön ist das, über dergleichen mit den Kindern reden zu können. Was kann man erzählen, was darf man als ErzählerIn, wieso ist etwas spannend, das gar nicht klar ist und kann man Realität und Phantasie wirklich einfach beliebig mischen und immer wieder anders arrangieren, wo bleibt da die Logik und ist die eigentlich zwingend in Büchern – das Vorlesen war mir wirklich ein Fest, und zwar ein großes.

Wir haben bei Büchern jetzt ein neues Kriterium, wir bestimmen Anfänge nach “Das ist ein Bär-im-Boot-Anfang” oder eben nicht, und das ist eine sehr gute und weise Unterscheidung. Und ich freue mich noch im Nachhinein, dass mein aktuelles Manuskript so einen “Bär-im-Boot”-Anfang hat und die Hauptfigur außerdem von bärenhafter Figur ist, was allerdings reiner Zufall ist. Wenn man denn an Zufälle glaubt.

Das Buch ist für Kinder ab etwa acht Jahren. Und ganz ausdrücklich ist es auch für Mütter, Väter, Patentanten und -Onkel, Großeltern und andere Erwachsene mit oder ohne verfügbare Kinder.

Schulanfang [Werbung]

Ein Text von Johnny Buddenbohm, sieben Jahre alt

Ich habe von der Firma Viking ein Paket zur Einschulung bekommen. Da drin waren Stifte, Radiergummis, Anspitzer, eine Uhr, ein Whiteboard, eine Bananendose, eine Kühltasche, eine Uhr, ein Springseil, eine Trinkflasche und noch mehr, das war ein ziemlich großes Paket, darüber habe ich mich gefreut.

bananeAber besonders toll fand ich vor allem die Bananendose, die nehme ich jetzt jeden Tag mit, so etwas hatten wir bisher nicht. Und die hat auch sonst keiner in der Klasse. Eine kleine Kühltasche war auch drin, damit könnte ich Joghurt mit zur Schule nehmen, eine Milch oder Eis.

Die Firma hat mir das natürlich geschickt, damit ich drüber schreibe, das ist dann Werbung, und deswegen steht das auch da oben.