Zielgruppe verfehlt, alles richtig gemacht (1)

Manchmal schicken uns Verlage etwas zu, einfach so, ohne vorher zu fragen. Wenn mir das Produkt nicht passt, wird es gleich wieder verschenkt oder irgendwo ausgesetzt, wenn es toll ist, schreibe ich vielleicht auch etwas darüber.

Und weil das gerade überall Thema ist, noch einmal eine schnelle Anmerkung zum rechtlichen Aspekt. Ich schreibe in solchen Fällen ausdrücklich immer dazu, dass ich das Ding zugeschickt bekommen habe, ich nenne es im Falle von Rezensionsexemplaren aber nicht Werbung. Denn erstens sind sie von relativ geringem Wert, zweitens habe ich keine Verpflichtung, irgendwas zu schreiben, drittens ist es gerade bei Büchern vollkommen unüblich, so etwas als Werbung zu klassifizieren. Ich finde es aber auch deswegen abwegig, diese Nebenbeitexte als Werbung zu markieren, weil man sie dann von tatsächlicher und vertraglich bestellter Werbung, bei der man honoriert und einigermaßen aufwändig Inhalte für jemanden erstellt, nicht mehr unterscheiden könnte. Es ist wirklich etwas kompliziert.

Wie auch immer, zugesandt werden dabei manchmal auch Bücher oder andere Produkte, die an der hier im Haushalt vorhandenen Zielgruppe dezent oder auch drastisch vorbeigehen. Sie sind für zu kleine Kinder, für viel zu große Kinder, für Männer, die Fußball oder Grillen mögen, für Weintrinker usw. Das passt alles nicht, das kann weg. Aber ansehen, na klar, ansehen kann man sich das ja einmal. Und manchmal gibt es dabei überraschende Effekte.

So geschehen bei dem Hamburg-ABC von Karen Lindeskov Andersen aus dem Junius-Verlag, das sich eher an deutlich jüngere Kinder richtet. Ein Tier pro Buchstabe mit einer Hamburger Attraktion, das kann man nebenbei mal eben auswendig lernen, das geht ganz fix. Und man kann sich dann mit den Kindern darüber unterhalten, was denn bloß ein Nüdelkasten ist, was ein Tüdelband, was ein Peterwagen und wo eigentlich der Isemarkt ist oder das Millerntor.

Bilderbuchbild: Nashorn mit Nüdelkasten

 

Sohn II mag das sehr, das wird auch zum Lesenüben gerne genommen. Und deswegen wird es nicht weiterverschenkt, sondern liegt gerade dauernd neben seinem Bett, das lasse ich hier jetzt als Qualitätsmerkmal einfach so stehen.

Bilderbuchbild: Zebra mit Zampelbüdel

 

Ansonsten ein schönes Buch für Hamburger Eltern mit jüngeren Kindern.

Hamburg-ABC, ein Bilderbuch

Woanders – Mit Prosa, Patricia, Paul und anderem

Nessy schreibt einen Roman. Na, fast.

Bei Patricia geht es um kinderfreie Zonen. Alles richtig. In der alternden Gesellschaft darf das Alter nicht gewinnen, to cut it very short. Und das meine ich völlig ernst.

Noch ein Argument gegen die Abschaffung des Bargelds.

Der Herr Stanišic hat ein neues Buch, Fallensteller. Ich war teilweise dabei, als er das Hörbuch eingelesen hat, das war ein großartiger Abend. Ich möchte das Buch einigermaßen dringend empfehlen, auch wenn ich es noch nicht ganz kenne, das hat schon gereicht. Und wenn er in Ihre Nähe kommt, um daraus vorzulesen – das muss man in diesem Fall noch dringender empfehlen.

Paul Young, bei dem Menschen ungefähr meines Alters ziemlich sicher immer noch an diesen gemeinsamen Song mit Zucchero denken (oder, wenn es um männliche Menschen geht, vielleicht auch eher an die Damen im Videoclip, mag sein, denn wir waren jung und wir hatten ja nichts, außer einer abwegigen Erwartungshaltung beim Gedanken an Bars mit hochgestellten Stühlen), ist mittlerweile etwas älter geworden, wie ich hier gesehen habe. Und er macht gute Musik für längere Autofahrten, was ich nicht abwertend meine.

Und apropos Video – hier ist mir das Lied ja eher egal, aber hey, der Pinguin ist super.

Kurz und klein

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe zum Thema Verkehr, und wir fangen mit einem wirtschaftsgeschichtlichen Begriff an, der aus der Geschichte der Autoindustrie kommt: Fordismus. Dazu gibt es nämlich in der Zeit einen Artikel, warum es Unsinn ist, auf Elektroautos zu setzen. Statt auf ganz andere Formen der Mobilität. Der Text erschien übrigens in der Rubrik “Kultur”, nicht Wirtschaft.

Zur im Artikel angesprochenen schlechten Luft siehe auch hier, und wenn wir schon bei Emissionen sind, zu den Hupen der Autos gibt es etwas von Peter Glaser.

Und dahinter passt dann die Washington Post mit einer historischen Einordnung: The car century was a seductive mistake. It’s time to move on.

Vor diesem Hintergrund liest man kleinere Meldungen wie etwa die von der autofreien Zone in Köln vielleicht etwas anders. Oder auch, noch einmal bezogen auf die Luft, die sich im Moment häufenden Meldungen über Untergangszenarien für den Verbrennungsmotor. Oder, um noch weiter vorne anzufangen, die über Städte mit langsamerem Autoverkehr (englischer Text).

Apropos Verbrennungsmotor, in der Zeit geht es um das Ende des Diesels, natürlich aus gegebenem Anlass.

Gleichzeitig pendeln immer mehr Menschen immer weiter, und in diesem Artikel hier ist das Auto dabei noch selbstverständlich.Wer dagegen Kurzstrecken hin- und herfährt, der nimmt vielleicht den Bus – und da gibt es ein Special im Tagesspiegel, dem man den Arbeitsaufwand gleich auf den ersten Blick ansieht. Es geht um eine Frage, die viele Stadtmenschen jeden Tag bewegt: Warum kommt der Bus zu spät? Es ist kompliziert.

Auf dem Wasser tut sich auch etwas, so gibt es jetzt eine Ostsee-Fähre mit Methanol-Antrieb. Andere denken wieder über Frachtsegler nach.

Und dann noch in der Luft: Im Tagesanzeiger gab es einen Rant gegen das Fliegen, der für reichlich Widerrede sorgte. Interessant sind in diesem Fall dann doch einmal die Kommentare unter dem Text, zumindest quergelesen, weil die Vorwürfe besonders tief fliegen, jeder jedem seinen Lebensstil ankreidet und alle Themen vertreten sind, die üblicherweise Inhalt dieser Kolumne sind. Eine Kakophonie der gut sein sollenden Absichten, und alle haben Recht. Meinen sie jedenfalls.

GLS Bank mit Sinn

Sandman

Es ist auch irgendwie konsequent, einen Tag, den man im Blog mit einem Lied begonnen hat, mit einem weiteren Lied zu beenden. Mit einem Lied zum Abend, zur Ruhe. Die ich nicht habe, aber egal. Ich sitze fluchend am Schreibtisch, statt entspannt und vergnügt zum Lindy-Hop zu gehen, die Lage ist also angespannt, to say the least. Ruhige Musik ist dennoch gut, ich brauche so etwas einfach beim Arbeiten.

Kirsty McGee war mir bisher kein Begriff, das ist eine Entdeckung aus meinem Spotify-Mix der Woche, der ansonsten fast schon peinliche Ähnlichkeit mit einer Kuschelrock-CD hat – der Algorithmus dahinter kann mir auch gerne mal im Mondschein begegnen.

Sandman immerhin ist ein schönes Stück. Finde ich. Das Video ist entbehrlich, dieses ewige “Frau an Pflanze” und “Frau an Wasser” kann doch keiner mehr sehen, also wirklich, aber das Lied, doch, das Lied ist schon nett.

Les Bourgeois

In meinem Internet wird über diesen Text hier diskutiert, der sicherlich richtige Gedanken enthält, wenn ich auch die Schlußfolgerung so gar nicht teile. Die Liberalen sollen es richten, ha! Haha! Gestatten Sie, dass ich mich kurz erbreche, pardon. Es stehen aber sogar in den Kommentaren noch interessante Anmerkungen, das ist ja selten genug.  Eine Leseempfehlung also auch von mir, das Thema ist jeden Gedanken wert und die Bezeichnung Öko-Bourgeoisie kann man ruhig einmal durchgrübeln.

Was ich aber eigentlich sagen wollte – man kann in diesem Kontext hervorragend Jacques Brel nachsingen, womöglich sogar ganztägig, es passt so dermaßen perfekt, er hat es so gut beschrieben. Les Bourgeois. Wie die Jungen zu den Alten werden, immer wieder und wieder, ob es sich nun um Menschen oder um Bewegungen handelt, das passt schon, wie man es auch dreht und wendet.

Eine deutsche Übersetzung findet sich hier. Die Seite ist ohnehin sehr nützlich, wenn man an Chansons herumrätselt.

Woanders – Mit Polen, Katholen und Kapellen

Nach achtundzwanzig Sonderausagaben zum Thema Flucht und Migration erst einmal zurück zum üblichen Format. Das Thema wird hier sicher wieder vorkommen, insbesondere mit zu verlinkenden Blogartikeln, aber erst einmal habe ich den ganzen übervollen Link-Ordner komplett gelöscht, weil es einfach nicht zu schaffen war, noch ein Spezialthema wöchentlich nebenbei adäquat zu bedienen. Und wenn man erst einmal richtig viele Links auf Halde hat, dann fangen sie an, einen zu belagern und zu belasten, das ist nicht der Zweck der Übung, da braucht es einen Neustart.

Im Landlebenblog geht es um Zygmunt und Hanka. Im Text ist auch ein älterer Artikel zu Hanka verlinkt, sehr lesenswert.

Ein Text über den alten, grausamen Katholizismus.

Felix über Architektur und eine Kapelle. So etwas lese ich gerne, ich finde Nachdenken über Architektur und auch über Stadtplanung ausgesprochen interessant. In der Presse geht dieses Denken immer öfter gleich in einen Rant über, weil jeder bei Architektur natürlich gegen irgendwas ist. Ich finde es mittlerweile doch nützlicher, einfach etwas herumzudenken, ohne gleich zu hassen. Siehe dazu auch noch einmal unser Interview mit dem Stadtplanungsexperten Hendrik Neubauer bei “Was machen die da”.

Würfeln für den Weltfrieden. Und gleich mal das Blog abonnieren!

Diese Lego-Ausstellung in Hamburg möchten einige vielleicht vormerken, auch oder gerade ohne Kinder.

Ich mag eigentlich keine Singer/Songwriter-Cover von großen Hits mehr, das hat sich doch etwas totgenudelt, immer wieder das vorhersehbare Muster. Aber diese leise, behutsame und unendlich traurig klingende Version von “Whiter shade of pale” von Dan Reeder – doch, die hat was. Wenn man den Song, der ist übrigens in etwa so alt wie ich, in die andere Richtung weiterentwickelt, hin zum schrankenlosen Bombast, dann klingt das so. Und egal, welche Version gerade läuft, jedesmal denke ich: Hättste man bloß damals an der Hammond-Orgel weitergeübt. Schön blöd.

Und gleich noch so eine Ausnahme von der No-Cover-Regel. Ben Sidran (hier in der Wikipedia) hat ein Album “Dylan Different” – und Dylan gehört nun, bei allem Respekt, zu den Sängern, die nicht unbedingt schlechter werden, wenn sie gecovert werden. Wer bei Spotify ist, findet dort das ganze Album.

Die Herzdame backt – Käsesahnetorte

Dieser Artikel wird freundlicherweise gesponsored, daher wird er hier auch als WERBUNG deklariert.

Und für dieses Sponsoring gibt es eine äußerst nette Erklärung, die ganz wunderbar zu der ebenso alten wie immer noch schönen Regel passt, dass Blogs wie Schaufenster sind. Da legt man rein, was man hat, Texte, Kolumnen, Bilder, Ideen, Formate, was auch immer – und manchmal, mit etwas Glück, kommt jemand vorbei, der das kauft. Das ist mir im Laufe der Jahre mehrfach passiert, ich finde es immer noch großartig. Viel eleganter kann Akquise nicht laufen.

Wie hin und wieder bereits bemerkt wurde, trägt die Herzdame beim Backen in der Regel geradezu irritierend schöne Kleider. Das waren meist welche von King Louie, weil die Marke nun einmal ihren halben Kleiderschrank füllt. Diese Kleider im Vintage-Look passen hervorragend zum Lindy-Hop und zum Balboa, und da die Herzdame tendenziell immer öfter tanzt, besteht da ein gewisser Bedarf an Ausrüstung. Sie sind aber nicht so vintage, dass man sie nicht auch im Büro tragen könnte. Wir hatten tatsächlich schon ein paar mal daran gedacht, die Firma anzuschreiben, wir sind dann aber nie dazu gekommen. Mussten wir auch gar nicht, denn nun haben sie uns angeschrieben, weil aus dem Blog doch einige dort im Shop gelandet sind, obwohl wir die Marke gar nicht so prominent genannt haben. Es folgten zwei, drei nette Mails und zack, diese Ausgabe der Backkolumne hat wieder einmal einen Sponsor – und zwar genau den, den wir wollten. Wir freuen uns sehr. Und nun zur Torte.

Dossenmandarinen

Es ist, da kann man gleich den höchst erwartbaren Kommentaren vorbeugen, so etwas wie eine Glaubensfrage, ob Dosenmandarinen etwas im Kuchen zu suchen haben oder nicht. Ich aber glaube an Dosenmandarinen, mehr Diskussion dazu brauchen wir also gar nicht. That was easy!

Käsesahnetorte

Es gibt also Käsesahnetorte, und zwar nach einem für Eltern optimierten Rezept, denn weiter unten folgt ein Schritt, der nur für Menschen mit Kindern Sinn ergibt. Das bezieht sich auf die Art der Zubereitung, nicht auf die Zutaten. Die sind immer wie folgt, ob mit oder ohne Kinder in der Küche:

Für den Boden:

3 Eier

150 g Zucker

150 g Mehl

3 Pk Vanillezucker

1 TL Backpulver

Für die Käsesahne:

500g Quark

125 g Zucker

375 ml Sahne

1 Dose Mandarinen

4 TL von diesem Zeug (San-apart), das ist nun kein werbender Link, ich weiß nur nicht, wie das sonst heißt – alternativ nimmt man 1 Pk Gelatine weiß

Eier

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine Springform einfetten und dünn mit Mehl bestäuben. Die Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren.

Zucker

Mehl und Backpulver mischen, drüber sieben und unterheben. Den Teig in die Springform füllen und 10 bis 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Eier

Die Figur rechts hat mit den Eiern gar nichts zu tun. Wenn man Kinder hat, muss man auch mit sinnlosen Kombinationen im Dekobereich klarkommen können.

Herzdame an Herd

Wobei es übrigens gar nicht so einfach ist, hier Fotos ohne Kinder hinzubekommen. Die meisten Bilder sehen so aus:

Herzdame an Herd mit Sohn II

Stäbchenprobe

Während der Boden abkühlt, die Mandarinen abtropfen lassen, dann die Sahnefüllung anrühren.

Dosenmandarinen

Und zwar wie folgt:

Den Quark mit Zucker schaumig rühren oder rühren lassen.

Rührgerät mit Sahne

Wenn man dieses San-apart-Zeug hat, schlägt man die kalte Sahne eine halbe Minute auf, gibt dann 4 TL San-apart dazu und schlägt sie dann bis zur gewünschten Festigkeit. Anschließend die Sahne unter die Quarkmischung heben.

Herzdame und Sohn I

Gelatinevariante: Wenn man das seltsame Sahnesteifzeug nicht hat, schlägt man die Sahne steif und zieht sie unter die Quarkmischung. Dann die Gelatine quellen lassen, auflösen und auch unterrühren.

Kleid

Die Herzdame rührt Teig

Für Bilder dieser Art, um mal etwas Making-Of unterzubringen, hänge ich übrigens etwas aus dem Dachfenster, so groß ist die Küche gar nicht, dass diese Bilder einfach wären. Ich hänge rückwärtig in der Frischluft – und wenn ich mich etwas nach draußen drehe, sehe ich auf diese Art auch einmal die Stiefmüttchern in der Dachrinne. Wie auch immer die da hinkommen, egal.

Dachrinne

Bei beiden Varianten jetzt die Mandarinen vorsichtig unterheben – wenn man keine Kinder hat. Sonst erst einmal ohne Mandarinen weiter im Text.

Den abgekühlten Boden horizontal und mittig halbieren, so dass man zwei Böden bekommt, also einen Boden und einen Deckel (man sieht es dem Satz nicht an, aber alleine über diese schöne und präzise Formulierung haben die Herzdame und ich lebhaft und lange gestritten, bis sie endlich einen sinnvollen und allgemein verständlichen Satz ergab. Wir sollten definitiv keine Texte gemeinsam verfassen, das ist nicht gut für die Beziehung.)

Der Teig wird halbiert

Teigboden und Deckel

Teigboden

Um den unteren Boden einen Tortenring dengeln. (Das ist womöglich etwas nordostwestfälisch und rustikal formuliert, aber die Herzdame steht immer noch neben mir und diktiert, was soll ich machen. Es wird also gedengelt.) Dann die Quarkmasse auf dem Boden verstreichen.

Teigboden

Sahne einfüllen

Wenn man Kinder hat, können diese jetzt die Mandarinen liebevoll einzeln darin versenken, das ist bei den Söhnen quasi der Hauptspaß bei diesem Rezept. Wenn man keine Kinder hat, sind die Mandarinen schon drin, das ist sehr vernünftig und erwachsen.

Dann den Deckel vorsichtig aufsetzen und die Torte kaltstellen. Setzt man den Deckel nicht vorsichtig auf, sondern so energisch wie ein etwa achtjähriges Kind, dann wird die Torte womöglich schief. Siehe Bildbeweis.

Mandarinen versenken

Deckel auflegen

Torte von der Seite mit Tortenring

Puderzucker

Wenn die Masse erstarrt ist, den Ring abnehmen und den Deckel mit Puderzucker bestäuben. Zack, fertig ist die Torte, das ist im Grunde sehr einfach.

Torte von oben

Die Herzdame an Torte

Die Herzdame schneidet Torte

Ein Tortenstück

Torte von oben

Wir weisen, wie oben angekündigt, empfehlend auf den Shop von King Louie hin.

Kin Louie Onlineshop

 

Und hier zum Schluss noch ein Tortendekorationsvorschlag von Sohn II. Die anderen Familienmitglieder waren nicht überzeugt, aber wer wird Geschmacksfragen debattieren, siehe auch Dosenmandarinen.

Torte mit Deko von Sohn II

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Ein Link zum Thema der letzten Woche wird noch eben nachgereicht, also noch einmal kurz zur Ernährung, genauer zu Superfoods. Ein Artikel aus der Zeit, ziemlich sicher der Spaß der Woche.

Ansonsten ist dies eine Ausgabe zum Thema Inklusion, das hatten wir vermutlich bisher noch gar nicht, dann wird es ja Zeit. Vorweg ein Verweis auf die Wikipedia, und zwar zum Artikel über das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Das lohnt trotz des naturgemäß sperrigen Textes die etwas genauere Lektüre, weil vermutlich gar nicht allgemein bekannt ist, was da eigentlich beschlossen wurde. Und was damit auch eigentlich nicht mehr diskutiert werden muss, übrigens auch nicht nach deutschem Gesetz. Der Alltag sieht, wen wundert es, oft ganz anders aus.

Und jetzt wir lassen eine Expertin zu Wort kommen, mit einem Satz, der hier bewusst gewählt wurde: “Ich finde mich recht langweilig, wissen Sie, denn ich unterscheide mich mit keiner Eigenschaft von den mir bekannten Menschen!” Das ist ein Satz von Anastasia Umrik. Wer sich mit Inklusion und den Rechten und der Situation von Menschen mit Behinderungen beschäftigt, wird ihr vielleicht schon irgendwo zumindest online begegnet sein, sie hat z.B. auch etwas zu Mitarbeiterführung zu sagen.

Bei Heiko Kunert geht es um Behindertenpolitik und Gesetzgebung in Deutschland, und erfreulich ist das ganz und gar nicht – weswegen es in einigen Städten heute etwas laut wird. Heiko kam auch schon bei “Was machen die da” in einem längeren Interview vor, wer sich für die Lebenssituation blinder Menschen interessiert, wird dort viel Interessantes finden. Wie man überhaupt immer wieder zuhören oder lesen sollte.

Beim Deutschlandradio Kultur wird gefragt, ob Inklusion Banalisierung bedeutet, wenn es etwa darum geht, Gemälde für Blinde erfahrbar zu machen. Und der Guardian bemerkt eine besondere Legofigur, auch das hat natürlich mit Inklusion zu tun.Und apropos Spielzeug, bei Raul Krauthausen, vermutlich auch allgemein bekannt, gab es vor längerer Zeit einmal einen Text zu Kinderbüchern mit dem Thema Behinderung. Auch heute noch interessant. Und in den Kommentaren dort findet man weitere Hinweise.

Inklusion findet mittlerweile auch am Gymnasium statt, allerdings ist das noch so spektakulär, dass die Zeit ausführlich darüber berichtet.

Und in der Zeit geht es schließlich auch um einen der Abgründe beim Thema Inklusion, um die Pränataldiagnostik und ihre Folgen: Alle reden von Inklusion, während behinderte Menschen zusehends aus unserer Gesellschaft verschwinden.” Ein Thema, bei dem man sich zwingend mit seinen Werten und Überzeugungen, seiner Philospohie, vielleicht auch seiner Religion auseinandersetzen muss, das ist mit ein paar flüchtigen Gedanken sicher nicht getan.

Nicht mehr um Inklusion, aber um Integration geht es zum Schluss beim üblichen Link für den Freundeskreis Fahrrad – wie geflüchtete Frauen in Berlin das Radfahren lernen.

GLS Bank mit Sinn

Gelesen – Alex Capus: Reisen im Licht der Sterne

Das muss man Literaturinteressierten einigermaßen dringend empfehlen, das ist ein großer Spaß um einen großen Dichter. Es geht um Robert Louis Stevenson, den man von der Schatzinsel her kennen kann und von Jekyll & Hyde unbedingt kennen sollte. Es geht also um einen alten Bekannten, genauer um den letzten Abschnitt seines Lebens.

Den hat er auf Samoa verbracht, angeblich wegen des Klimas, das so einladend allerdings gar nicht ist. Da wird etwas hinterherrecherchiert und auch etwas nachgereist, was hat dieser Stevenson wann und wo gemacht, wen könnte er wo getroffen haben, wovon hatte er Kenntnis, was hat er literarisch wie verarbeitet? Und was steht ausdrücklich nicht in seinen Büchern? Fügt sich das dann zu einem möglichen Bild, das in den bekannten Biographien bisher so gar nicht vorkommt?

Da geht es um verblüffend viel Geld in Stevensons Besitz, für das es keine rechte Erklärung gibt, vom Buchverkauf wird man bekanntlich eher nicht steinreich, auch damals wurde man das nicht. Da geht es auch um einen Flaschenkobold, der äußerst fragwürdige Geschenke verteilt und um die kleine Kokosinsel, die im Laufe der Jahrzehnte von zig Schatzsuchern aus aller Welt immer wieder und vergeblich um- und durchgewühlt wurde. Es geht um den sagenhaften Kirchenschatz von Lima und auch um andere berühmte Hinterlassenschaften der Piraten mit den bekannten Namen. Und es geht natürlich um den vielleicht wahren Grund, warum Stevenson sich ein riesiges Grundstück am eher unwirtlichen Rande der Welt gekauft hat.

Es ist einigermaßen faszinierend, dass Capus dieses Thema tatsächlich spannend hinbekommt, obwohl man das Thema Schatzsuche auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr so spannend finden mag. Das wird es dann aber doch und man kann bei der Lektüre ein wenig über sich selber lachen, wie diese alten Mechanismen wieder greifen, aufgrund derer man schon einmal – lange, lange ist es her – die Story um Long John Silver wahnsinnig spannend gefunden hat. Und wie die wieder greifen, da kann man noch so erwachsen sein, man kann eben doch wieder die Strände von Südseeinseln und Schiffe im Sturm vor Augen haben und überraschend neugierig weiterblättern, auch wenn es schon recht spät ist.

In einem Rutsch durchgelesen, ein wunderbares kleines Buch.