Beifang vom 22.01.2017

Bildung schützt vor Bosheit nicht. Eigentlich eine Binse, im Moment aber wieder oft ignoriert oder sogar dementiert. Ts.

Ein Gespräch über die Uhr, den Rhythmus und den Takt und was wir uns vornehmen sollten. Ziemlich interessant. Also vorausgesetzt man hat die Zeit, es zu lesen. Zum Thema Zeit siehe übrigens auch bei Au fil de mots. Da geht es dann noch um die Familie Mann, mit der ich mich in jüngeren Jahren ebenfalls lange beschäftigt habe, bis ich gemerkt habe, dass mich das auf Dauer aggressiv macht. Und dann habe ich die lieber mal in Ruhe gelassen.

Ohne jeden weiteren inhaltlichen Zusammenhang hier noch ein faszinierendes Video von The Doors. Der Clip ist gar nicht mal so bekannt, nehme ich an. Aber großartig.

Was schön war

Auf dem Weg zur Besichtigung einer weiterführenden Schule kommen wir im wie immer unter Zeitdruck stehenden Familienverbund – also zeternd, diskutierend, herumalbernd und lamentierend – an einem Auto vorbei, auf dem ein Werbeschriftzug steht. Die Fußgängerampel ist gerade grün und wir müssen schnell über die Straße, ich kann nur aus dem Augenwinkel erkennen, was da auf dem Wagen steht, es geht wohl um ein Hotel auf einer Insel. Ich sehe nicht genau, wie es heißt, irgendein Residenzdingens, diese austauschbaren Namen kann sich eh keiner merken. Aber unter oder über dem Namen des Hotels steht jedenfalls: “Sag Ja zur Ostsee!”

Und ich habe für einen kleinen Moment große, wirklich sehr große Lust, im Hauptbahnhof nicht mit der Familie in die S-Bahn, sondern alleine in den Regionalexpress nach Travemünde zu steigen, dort am Strandbahnhof aus dem Zug zu springen und geradewegs runter zur Brandungslinie zu gehen, wo die Wintersee grau und träge heranschwappt wie eh und je. Ich stelle mir kurz vor, so nahe an die Wellen heranzugehen, dass die Füße fast nass werden, und wenn ich einen Moment nicht aufpasse, dann werden sie es auch wirklich. Das war früher so, das wird immer so sein. Muschelknirschen unter den Schuhen, empörte Möwen über mir, Seetanggeruch in der nasskalten Luft. Weiter hinten die Fähren nach Skandinavien, alles wie damals. Kaum Farbe im ganzen Bild, alles ist januarblass und ohnehin ist es dann schon kurz vor der Dämmerung. Und da also herumstehen und auf die Ostsee sehen und einfach mal laut “Ja” zu ihr sagen – nur weil ein blöder Werbetext auf einem zufällig vorbeikommenden Auto mir das so vorgegeben hat.

Das ist nämlich genau die Art, auf die ich schrullig werden möchte. Und es ist schön, ab und zu daran erinnert zu werden. Man braucht Ziele im Leben.

Umschulung

Ich bin durch die Kinder zum Frühaufsteher geworden, das ist ein Schaden, mit dem man auch nicht unbedingt rechnet, wenn man eine Familie plant. Aber seit dem ersten Babyjahr wache ich unweigerlich irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf, meist mit mehr Nähe zur 5. Dazu brauche ich keinen Wecker, kein Tageslicht, kein schreiendes Kind, das ist einfach so. Ich hatte das nicht bestellt, ich fand mein Leben als Langschläfer vorher auch in Ordnung. Aber seit den ersten Monaten von Sohn I werde ich früh wach. Immer. Dann gehe ich direkt an den Schreibtisch, das war jahrelang auch recht praktisch so. Und reicht jetzt aber nicht mehr.

Ich bin nämlich, haha, auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Mir fehlt seit einem halben Jahr mindestens eine Stunde am Tag, die ich früher am Nachmittag zur Verfügung hatte, um zu schreiben. Diese Stunde ist organisatorischen Zwängen zum Opfer gefallen, puff, weg war sie, das kommt in Familien vor. Wenn ich die wieder haben möchte, muss ich künftig um 4 Uhr aufstehen, das ist sogar mir viel zu früh – oder ich muss abends länger aufbleiben und meinen Rhythmus überhaupt wieder etwas umstellen, denn da sind abends noch zwei, wenn nicht sogar drei Stunden zu erbeuten, die ich für mich haben könnte und die ich im Moment meist schon schlafend verbringe. Diese Stunden will ich haben, ich schule also versuchsweise auf Eule um. Ich versuche viertelstundenweise, mich abends etwas länger wachzuhalten, ich versuche, morgens etwas länger liegenzubleiben, das fällt mir beides schwer. Aber ein Versuch lohnt sich vielleicht, also gebe ich dem eine Chance. Manches kann man erst beurteilen, wenn man es durchgespielt hat.

Unabhängig davon kam mir neulich der Gedanke, dass ich schon seit etwa sechzehn Jahren den gleichen raspelkurzen Haarschnitt trage, also quasi kaum Haare habe. Und in meinem Alter muss man sich bei solchen Themen ab und zu fragen, ob man da noch stilsicher ist oder nicht doch vielleicht schon starrsinnig. Ich kenne erschreckend viele ältere Menschen, die immer noch Mode aus den Achtzigern tragen, mit Schulterpolstern und allem, so möchte man auch nicht enden. Deswegen lasse ich jetzt einfach mal wachsen, mal gucken, wie das eigentlich aussieht, wenn ich eine Frisur habe. Außerdem brauchen wir in Zeiten von Trump wieder mehr Hippies, eh klar.

Weil die Haare jetzt schon ein klein wenig mehr Länge haben, als sie in den letzten Jahren je haben durften, gibt es einen ersten Effekt, that escalated quickly: Ich habe morgens wirre Haare, wenn ich aufstehe. Also auf sehr, sehr kurzem Niveau, versteht sich, aber doch eindeutig unordentlich. Geradezu zauselig, jedenfalls mit meinen Maßstäben betrachtet. Ich stehe morgens vor dem Spiegel und sehe durch diese wirren Haare plötzlich um 05:30 nicht mehr aus wie jemand, der voll da ist, umgehend an den Schreibtisch geht und ohne weiteren Verzug losarbeitet, ich sehe jetzt um diese Uhrzeit eher aus wie jemand, dem man erst noch sorgsam erklären muss, wo er ist, wer er ist und warum. Und mir fiel heute auf, dass die beiden Themen, die Haare und das Frühaufstehen, ganz wunderbar zusammenpassen. Denn ich bin natürlich noch kein Langschläfer geworden, das ist ein weiter Weg, aber ich sehe frühmorgens immerhin schon überzeugend wie einer aus.

Ich verbuche das natürlich als sensationellen Teilerfolg, man muss sich auch motivieren und begeistern können. Es ist eben richtig, was in den Ratgeberbüchern steht: Man kann alles erreichen, wenn man sich nur stetig selbst optimiert. Und sei es durch angemessene Verstrubbelung.

Ein paar Bücher

Ein paar Bücher der letzten Zeit kamen hier gar nicht vor, sollen aber kurz erwähnt werden.

Walter Moers: “Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär”. Das lese ich gerade den Söhnen abends vor, es ist etwas ergiebiger (700 Seiten) und hält eine Weile, das ist auch einmal schön. Ich lese den Blaubär in Hamburger Aussprache, betont norddeutsch, breit und mit spitzem s-t und s-p wie damals bei Helmut Schmidt, die Söhne haben Spaß. Und ich auch.

Jim Holt: “Gibt es alles oder nicht? Eine philosophische Detektivgeschichte” Deutsch von Hainer Kober. Der Titel klingt etwas unterhaltsamer als das Buch dann ist, tatsächlich ist es zwischendurch sogar erheblich anstrengend. Zumindest wenn man versucht, den Gedankengängen ernsthaft zu folgen, das erfordert nämlich stellenweise verschärft sportliches Denken. Das Hirn kommt gerne mal an seine Grenzen, wenn man über die Anfänge der Zeit oder von allem nachdenkt. Was war vor dem Urknall, wieso gab es den überhaupt und war der nicht sehr, sehr unwahrscheinlich, fast unmöglich? Was heißt das für uns? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass es nichts gibt? Warum gibt es dann etwas und wieviel davon? Was war vor der Zeit? Ich habe das gerne gelesen, bin zwischendurch allerdings geistig etwas ausgestiegen (Wittgenstein! Heidegger! In diesem Leben bitte nicht mehr) und habe ein paar am Rande erwähnte Themen von unerwarteter Seite aus durchdacht, es geht z.B. auch um Zahlen und Mathematik. Gott kommt ebenfalls in dem Buch vor, als philosophische Option. Und die Art, wie er vorkommt, oder wie sie vorkommt, bitte, ganz nach Belieben, die ist für religiöse und nicht religiöse Menschen gleichermaßen von Interesse. Beim Lesen können überraschende Gedanken nicht ganz ausgeschlossen werden.

Iwan S. Turgenjew: „Väter und Söhne”. Deutsch von Annelore Nitschke. Vor längerer Zeit schon einmal angefangen, jetzt wieder fortgesetzt. Das ist diese Art von klassischer Weltliteratur, bei der einem nach ein paar Seiten schon einleuchtet, dass das Buch auf jeden Fall und zweifelsfrei in diesen Kanon gehört. Die Art von Literatur, bei der man ab und zu zurückblättert und sich fragt: “Wie hat er das jetzt wieder gemacht? Da steht doch nur, dass sie durch den Garten gehen, wieso wirkt das denn bloß so?” Ich lese die üppig illustrierte Ausgabe mit den großartigen Zeichnungen von Matthias Beckmann aus der Büchergilde.

Roger Willemsen: “Gute Tage. Begegnungen mit Menschen und Orten.” Hervorragende Reiselektüre, ich habe es in einem Zug im Zug durchgelesen, von Stadt zu Stadt immer ein Kapitel. Berichte über Gespräche mit berühmten Menschen, darunter mehrere Interviews, die einen noch etwas länger beschäftigen, etwa das mit Margaret Thatcher, unheimlich und intensiv. Interessant sind alle Gespräche, sogar die, die man sich als gescheitert vorstellen muss (etwa mit Madonna), weil Interviewer und Zielperson wegen geradezu dramatischer Wesensfremdheit einfach nicht zueinander fanden. Mit beträchtlichem Genuss gelesen, eines der besten Bücher der letzten Zeit.

Beifang vom 19.01.2017

In Hamburg hat der erste Unverpackt-Laden eröffnet, da muss ich demnächst auch hin. Weil die Söhne schon seit Wochen fragen, wann man da endlich einkaufen kann, sie finden das wichtig und richtig und zur Abwechslung habe ich nicht herausfinden können, wie sie auf dieses Thema eigentlich gekommen sind. Egal, beiden ist jedenfalls klar: Verpackungen gehören abgeschafft. Wie man ohne einkaufen kann, das können sie sich überhaupt nicht vorstellen, das wollen sie selbst sehen.

Ich habe neulich “Wer wir waren” von Roger Willemsen durchgelesen, hier gab es eine treffende Rezension dazu. Es ist ein besonders schmales Buch, dabei niederschmetternd und mit einem Ende, das man noch etwas länger in der Magengrube merkt. Aber es lässt einen nicht hoffnungslos zurück, das auch nicht. Es ist ein gut zu lesendes Buch, das ist ein wenig wie bei einem wirklich guten Blues. Man hört zu, man findet ihn interessant, man hört sich rein, man merkt, dass da etwas wirkt. Man rauscht etwas talwärts, man findet das alles richtig so – sonst würde man es ja nicht hören. Und man hört irgendwann auch wieder andere Musik.


Nur noch schnell ein Lied für heute, wenn auch nicht aus der Blues-Linie, eher Folk/Country. Und oh, ich sehe gerade erst: Der Sänger ist soeben verstorben. Nach dem in dieser Hinsicht etwas seltsamen Jahr 2016 ist das übrigens eine Standardfrage der Söhne, wenn ich Musik höre und irgendwen gut finde: “Und der ist bestimmt auch tot, oder?” Passt schon.

Es ist Donnerstag …

… ich habe für die GLS Bank einen neuen Wirtschaftsteil geschrieben, den findet man hier.

Es geht dort um die größten Probleme überhaupt. Das ist ein wenig irritierend, über die größten Probleme kurz nachzudenken, denn die Antworten haben mit unserem Alltag vielleicht nicht wahnsinnig viel zu tun. Da müssten wir uns doch eigentlich fragen – wieso denn bloß nicht?

Bei längerem Nachdenken wird das schnell kompliziert, und wenn man auch noch Moral und Sinn und dergleichen Kategorien im Kopf zulässt, wird es gewiss nicht besser. Spannend ist es natürlich auch, welche Antworten einem ohne diese praktische Listenvorgaben eingefallen wären. Welche Probleme sind denn überhaupt die allergrößten, wenn man einmal flott von sich wegabstrahiert – und warum eigentlich? Weil sie uns Menschen bedrohen, unseren Lebensstandard, den Frieden, den Rest des Planeten, alles, Licht aus und was macht das? Das ist schon interessant, finde ich. Zumindest bis uns der leere Kaffeebecher und die Uhrzeit wieder an näherliegende Probleme erinnern. Menschlich, allzu menschlich.

GLS Bank mit Sinn

Beifang vom 18.01.2017

Nur zwei Links zwischendurch, es sind schon wieder etliche Termine in meinen Alltag hineingeraten, weiß der Teufel, wo die immer alle herkommen. Tanzen gehen, weiterführende Schulen besichtigen, Elternabende, Lernzielentwickungsgespräche, Kindersport, Theater, ein Neujahrsempfang, Zahnarzt, Handwerker, die irgendwas in der Wohnung anstellen, was dann weitere Handwerkerbesuche nach sich zieht, wir haben da gerade eine Serie gewonnen, dauernd ist irgendwas, meistens muss man dafür sogar vor die Haustür, schlimm.

Hier aber immerhin ein hervorragender Text über Rammstein.

Ein Interview mit Max Goldt. Die Stelle über das gute Benehmen ist ganz wunderbar. Ansonsten geht es da um Schreibblockaden, auch interessant. Erich Mühsam übrigens hat sich mit seinem Tagebuch vor dem Schreiben gedrückt. Ein typischer Eintrag dort fängt an mit “Heute nur ein paar Zeilen” an, weil er ganz dringend Texte abgeben muss, in dieser Nacht noch und es ist doch bereits zwei Uhr durch, er ist wirklich in Not, er muss liefern, er hat überhaupt kein Geld mehr, er braucht das Honorar – und dann beschreibt er erst einmal seitenlang, wer am vorigen Abend wen in welcher Kneipe wohin geküsst hat, wer neben wem gesessen hat, wer mit wem mitging, stellt zwischendurch entsetzt fest, dass er auf diese Art seine Arbeit nicht schaffen kann, unmöglich schaffen kann, schreibt aber im Tagebuch immer weiter, zur Not eben genau darüber. Es ist nicht so, dass wir die Prokrastination erfunden hätten, das konnten sie damals auch schon ganz gut.

Beifang vom 16.01.2017

Für den Freundeskreis Insel gibt es bei Smilla Dankert neue Helgolandbilder. Und Komplimente für mich gibt es da auch noch – herzlichen Dank! Helgoland muss im Jahresplan 2017 unbedingt noch eingebaut werden.

Und der umtriebige Herr Sohn I kommt hier im Blog einer bekannten Bestsellerautorin vor.

Spotify empfiehlt mir hartnäckig immer weiter schwedische Musiker, weil ich irgendwann mal irgendwen aus Schweden gehört habe, bei der Länderfrage ist der Algorithmus recht simpel gestrickt. Einmal Schweden, immer Schweden. Lustigerweise gibt es aber in Schweden auch etwas zu finden. Der gleich folgende Herr Almqvist ist allerdings gar nicht lustig, eher im Gegenteil.

Beim Nachlesen des Textes fielen mir übrigens die top-Schlagertexthefte aus meiner Jugend wieder ein, das ist auch so ein Moment, in dem man sich eher fortgeschritten alt fühlt. Diese Schlagertexthefte haben wir damals nach der Schule im Pressezentrum Lübeck durchgeblättert, um das zu ergründen, was wir im Radio nicht verstanden hatten, es gab da etliche Aha-Erlebnisse vor dem Regal. Das Pressezentrum war ein gut sortierter Buch- und Presseladen, in dem einige Mitschüler Hausverbot bekamen, weil sie übermäßiges Interesse an dem entwickelten, was im Titel des Songs hier unten steht. Wir hatten ja nichts, damals vor dem Internet. Wir mussten uns noch heimlich mit den wüst jugendgefährdenden U-Comix und ähnlichen Heften weiterbilden.

Beifang vom 15.01.2017

Ich habe dieses Buch für den nächsten Urlaub in den Bergen vorgemerkt, es klingt passend.

In der Zeit geht es lang und interessant um den Zufall. Ich gehöre auch zu den Leuten, die massiv Schwierigkeiten haben, an den Zufall zu glauben, ich bin aber auch besonders belastet. Denn ich habe jahrelang in einem kleinen, heruntergekommenen Antiquariat gearbeitet, und wie man sicher weiß, sind kleine, heruntergekommene Antiquariate überall auf der Welt seltsame Zauberbuden, nur geschaffen für seltsame Begegnungen, eine ganz eigene Art der Romantik, mystische Momente, äußerst obskure Zufallsfunde und das buchgestützte Verknoten von Schicksalsfäden. Wenn man da sitzt, Bücher und Menschen und Jahre kommen und gehen sieht und und sich nicht irgendwann wie in einem Esoterikschmöker fühlt, muss man schon bemerkenswert phantasielos sein. Wie ich in diesem Laden zufällig meine erste Frau kennengelernt habe, kann man übrigens in “Marmelade im Zonenrandgebiet” nachlesen. Ansonsten ist der Sherlock-Holmes-Aspekt in dem Artikel sicherlich richtig, ich würde das aber nicht abwerten wollen. Der Mensch ist ein Spurensucher und Zeichenleser, immer schon, von allem Anfang an. Ich denke, wir gehören so. Und nach etwas längerem Nachdenken – vielleicht glaube ich doch gar nicht an den Zufall. Vielleicht glaube ich einfach nur an gute Geschichten.

Schriftzug "Ach was"

Ein Neuzugang auf meiner Spotify-Playlist “Abend” – Guy Clark mit einem Lied über seine verstorbene Frau, „My favourite picture of you”, schöner Text. Es gibt nämlich auch bei Country interessante Stücke, ich finde sie nur ziemlich schwer zu finden. Ich lasse mich auf Spotify gerade hauptsächlich über die Auswahl bei “Ähnliche Künstler” treiben und bin gespannt, wann ich da aus der Country-Nummer wieder herauskomme. Oder ob man auf diese Art ewig nur zwischen Blues und Country hin- und herflippert? Mit gelegentlichen Anflügen von Alt-Country, Folk und Indie? Mal sehen.

Die Herzdame testet: die Eve im Langzeitest (Werbung)

Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, bei der es immer noch hier und da zwickt, die jetzt aber meistens gut schläft.

Die Herzdame im Bett

Wie Ihr wisst, gibt es gelegentlich Reklame im Blog, die gekennzeichnet werden muss, das hier ist so ein Fall.

Im Herbst haben wir unsere Eve-Matratze bekommen. Ob die 100 Tage Probezeit nun exakt um sind, müsste ich nachrechnen. Aber das ist eigentlich auch egal, da ich sie ohnehin nicht wieder hergeben werde. So langsam steht jetzt jedenfalls der Bericht an, wie sich die Matratze über längere Zeit bewährt hat.

Zugegeben, es ist nicht so, dass ich jetzt gar keine Rückenschmerzen mehr hätte. Im Gegenteil, im Dezember wurde es nochmal wieder deutlich schlimmer. Mein Verdacht ist ja – quelle surprise – dass der der Jahresendstress und die damit verbundenen Muskelverspannungen schuldig daran waren. Außerdem habe ich schon seit dem Teenie-Alter immer im Winter Rücken- und Knieschmerzen. Ich glaube, man nennt das auch wetterfühlig. Ja, verdreht nur die Augen, das ist aber so. Ich war schon mit 15 Jahren eine alte Frau. Mit Krankengymnastik und mehr Sport wurde es dann jedenfalls in den letzten Wochen langsam wieder besser. Für den Rest warte ich einfach wie in jedem Jahr auf den Frühling.

Auch wenn die Matratze mich also nicht ganz vor Rückenschmerzen bewahrt, die Nächte sind jetzt wesentlich besser als früher. An schlimmen Tagen freue ich mich ganz besonders, endlich schlafen gehen zu dürfen.

Es gibt noch eine andere sehr nervige Sache, wovor die Eve einen nicht bewahrt, wobei sie aber trotzdem überraschend für Entspannung sorgt. Die meisten Eltern werden es kennen – nachts umherwandernde Kinder.

Im Wesentlichen schlafen die Söhne mittlerweile zwar durch, aber es gibt doch immer mal wieder Monster unterm Bett, Verbrecher im Schrank oder komische Geräusche draußen am Fenster, vor denen sie fliehen müssen. Außerdem auch immer wieder gerne genommen sind Wachstumsschmerzen in den Knien und Beinen oder Bauchweh. Gelegentlich auch Übelkeit. Und Gott bewahre, niemand möchte das Risiko eingehen, dass sich einer der Jungs in seinem Hochbett übergibt. Vor allem möchte DAS niemand sauber machen müssen, da oben.

Die Söhne haben also immer mal wieder wichtige Gründe, warum sie unbedingt doch mal nachts zu uns ins Bett kommen müssen. Meistens natürlich in den Nächten, in denen ich abends ganz besonders spät im Bett war oder am nächsten Morgen besonders früh aufstehen muss oder sogar beides. Da es natürlich unfair ist, wenn nur einer von beiden zu uns rüberkommt, kommt der andere meist früher oder später hinterher. Oder der eine Bruder bringt den anderen gleich mit, damit es gleich fair bleibt. Nachts um drei Uhr können sie plötzlich sehr gerecht miteinander umgehen und sich zu diesem Zweck sogar wecken. Der Albtraum aller Eltern … Wir haben in unserem Schlafzimmer also keine Verbrecher im Schrank oder Monster unterm Bett (die würden wenigstens im Bett selbst keinen Platz einnehmen), nein, wir haben kleine Quälgeister im Bett.

Aber auch in diesen Nächten schlafe ich jetzt deutlich besser als früher. Die alten Matratzen gaben nämlich bei jeder Rotation nach und ich fühlte mich wie in stürmischer Nacht auf See, umgeben von schnarchenden Leichtmatrosen. Die Eve ist jetzt so fest, da wackelt nichts mehr. Und außer dass mir immer noch ständig jemand ein Knie ins Kreuz rammt oder eine meiner vielen Decken wegzieht und ich dadurch fürchterlich friere, werde ich jetzt nachts wenigstens nicht mehr seekrank und schlafe wirklich besser.

Unsere alte Besucherritze war am Ende auch unschön tief, so dass ich in den Nächten ohne Kinder da gerne selbst mal reingekullert bin. Ich weiß noch nicht, wie sich die Eve da entwickelt, aber ich tippe vom jetzigen Stand her mal darauf, dass keine nennenswerte Ritze zwischen den Matratzen entstehen wird. Also ist auch weiterhin entspanntes Schlafen zu erwarten.

Ein Kritikpunkt ist mir aber nach den rund 100 Tagen dann doch aufgefallen, unsere ganzen Bettlaken rutschen bei der Eve immer hoch und dann luschert das Gelb der Matratze hervor. Ich zuppele das zwar jeden Tag zurecht. Aber der Gatte scheint so unruhig zu schlafen, dass es immer wieder und wieder hochrutscht. Und dann leuchtet da das Gelb …. Ich mag Gelb gar nicht mal so gern. Und irgendwie passt es nicht so gut zur Bettwäsche. Das ist aber auch das einzige Problem.

Die Herzdame im Bett

Zu den Kissen kann ich sagen, dass ich noch immer jeden Abend, wenn ich mein Haupte darauf bette, den „Puff“-Effekt und das Einsinken vermisse, dann aber wieder erstaunt bin, wie gut ich darauf schlafe. Nur dass ich es noch immer nicht geschafft habe, passende Bezüge zu besorgen, das nervt ein bisschen.

Wenn ihr noch mehr wissen wollt, geht es hier zum Hersteller.

Nachtrag: Wie ich gerade erst gemerkt habe, gibt es von Eve jetzt auch Bettwäsche, Matratzenschoner und Bettdecken.